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Rudolf Plötz, Ehrenkommandant der Feuerwehr, * 05.05.1930 + 20.11.2022

Förderer der Kultur und Vereine in Schwürbitz!

„Schwürbitz ohne Rudolf Plötz geht gar nicht“, so war es beim Begräbnis von Rudolf Plötz am vergangenen Freitag am offenen Grab zu hören. Schwürbitz hat einen großen Mann und Vereinsfreund verloren. Geboren war Rudolf Plötz am 05. Mai 1930 und Bürgermeister Jochen Weber fand rührende Worte am Grab, denn er erzählte, was ihm Rudolf persönlich einmal anvertraute. Am Ende des zweiten Weltkriegs war Rudolf als 15-jähriger einberufen worden, er sollte am damals ausgerufenen Volkssturm teilnehmen und seine Familie wollte, zurecht, dieses Opfer nicht bringen. Deshalb versteckten sie den Sohn im Heu, welches draußen auf der Flur stand,  denn damals lauerten die Spitzel überall und überwachten, wer wann aus oder ins Haus ging. Rudolf entkam diesem Schicksal und setzte sich nach dem Krieg für die Schwürbitzer Kultur und Vereine ein. Einen Tag nach seinem 16. Geburtstag trat er in die Feuerwehr Schwürbitz ein. Diesem Verein blieb er ein Leben lang treu und er machte alle Stufen der „Karriere“ innerhalb der Kreisfeuerwehr durch. Dies wusste auch Kreisbrandrat Timm Vogler am Grab zu würdigen. „Rudolf Plötz ging es nicht um Rang und Personen, sondern um die Sache, nämlich Menschen zu helfen, die in Not geraten waren.“, so der Feuerwehrchef. „Die Bevölkerung unseres Landkreises und insbesondere die Einwohner von Schwürbitz und Umgebung haben Rudolf Plötz unendlich viel zu verdanken, was seine Bemühungen um das hiesige Rettungssystem in unserem Landkreis in der damaligen Zeit angeht. Für diese Lebensleistung gebührt ihm größter Dank und höchste Anerkennung.“ Rudolf Plötz war 44 Jahre aktiv der Feuerwehr Schwürbitz angehörig. Seine Liste der Leistungsabzeichen ist lang und beginnt mit der Stufe 1, die er am 17.12.1961 ablegte als Angriffstruppmann. Am 19. April 1989 legte er die Stufe 3/5 als Wassertruppführer ab und beendete gezwungener Massen am 05.05.1990, also an seinem 60. Geburtstag seine aktive Laufbahn bei der Feuerwehr. Er war bis dahin 44 Jahre aktiv, 9 Jahre stellvertretender Kommandant, 11 Jahre Kommandant und am 01. Dezember 1980 zum Kreisbrandmeister im Landkreis Lichtenfels ernannt. Danach erhielt er als Ehrenkreisbrandmeister zahlreiche Feuerwehrauszeichnungen auf kommunaler und Landesebene. Er war Träger des Feuerwehrehrenzeichens in Silber und Gold für 25-jährige und 40-jährige aktive Feuerwehrarbeit. 1988 wurde er mit dem Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrwesens ausgezeichnet, am 18. Oktober 1990 folgte das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Am 23. Januar 1998 erhielt Rudolf Plötz vom damaligen Landrat Reinhard Leutner das große Landkreiswappen für seine besonderen Verdienste um das Feuerlöschwesen im Landkreis Lichtenfels verliehen. In Schwürbitz war er über 75 Jahre aktiv und immer als geschätzter Ratgeber sehr gefragt. Besonders am Herzen lagen ihm die jungen Mitglieder und die im Laufe der Jahre dazugekommenen Frauen und Mädchen, die sich für die Feuerwehr interessierten und einsetzten. Am Herzen lagen ihm auch gesellige Zusammenkünfte. Alte Geschichten und Begebenheiten konnte er in humorvoller aber auch strenger Art und Weise erzählen. Und immer ein bisschen Humor war dabei, wenn Rudolf erzählte. Die Radler Schwürbitz dankten ebenfalls für über 70 Jahre Mitgliedschaft und Einsatz dem engagierten Mitglied. Julius Fischer, als direkter Amtsnachfolger, führte aus, dass Rudolf Plötz bis 1986 Vorstand und seit dieser Zeit Ehrenvorstand gewesen ist. Fischer erinnerte auch an legendäre Vereinsfahrten, die, heute nicht mehr vorstellbar, über 100 Kilometer gingen und im Fall einer speziellen Fahrt nach Bamberg führten und erst nach Mitternacht zu Ende gingen. Elmar Dümlein dankte am Sarg für die lange Mitgliedschaft in der KAB Schwürbitz. Auch die Feuerwehr Lettenreuth zeugte dem Verstorbenen Respekt und Anerkennung für seine stete Unterstützung und Hilfsbereitschaft. Der Vorsitzende der Blaskapelle Schwürbitz, Oswald Kremer, würdigte Rudolf Plötz für über 40-jährige Mitgliedschaft und immer regem, echten Interesse an der Blaskapelle. Schwürbitz hat mit Rudolf Plötz einen großen Mann und Förderer der Kultur verloren. Das Mitgefühl der Vereinsgemeinschaft von Schwürbitz gilt seiner Witwe Leni und allen Angehörigen.