Margaretha Gebhardt, die Gebhardt´s Gredl * 03.05.1936 + 10.05.1926
Die Gretel und ihr Laden, den sie vermutlich vererbt bekommen hat, waren Mitte des 20. Jahrhundert eine Berühmtheit. Ein typischer “Tante-Emma-Laden”, was man damals natürlich Kolonialwarenladen nannte. Bekannt war der Laden unter dem Namen “Gebhadda”. Sie hatte viele Spezialitäten im Angebot. Doch ganz ohne dem heutigen “Trend” hinterher zu rennen, war ihr Laden vor allem ein “Unverpackt-Laden”. Es gab die ganz besonders begehrten Köstlichkeiten unverpackt “über den Ladentisch gereicht”. Das waren solche Sachen, wie einmarinierte Heringe, die man sich im Topf abholen konnte. Bücklinge, Heringe, Sprotten und den welt bekannten “Backstaakäiß”. Solche Ware war damals wichtig und sehr gefragt. Doch man bekam auch Schulhefte, Stifte und Radiergummis.

Die Lage des Ladens in der Schulstraße sorgte auch für magische Anziehungskraft bei den Schülern, jedoch nicht wegen der Schreibwaren. Es war bei Strafe verboten, sich in den Pausen – der Schulhof war für uns in 1 Minute erreichbar – bei der Gretel etwas zu holen. Da ging es natürlich um Süßigkeiten, die im Schermitzela (Dreieckstüte) abgefüllt wurden. Legendär waren allerdings ihre “Näichäküsssemmela”. Da konnte keiner widerstehen. Nach der Aufgabe des Ladens Anfang der 80. Jahre war die Gretel in der Vereins- und Veranstaltungswelt von Schwürbitz zu finden. Unser Bild zeigt die Gretel, die eigentlich immer diesen freundlichen Gesichtsausdruck trug, also immer ein Lächeln auf den Lippen, bei einem Festzug der Schützen, kurz nach dem Erklimmen des Göritzenberges. DANKE Gredl