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Gabriele Freitag, genannt Gabi *

Wenn jemand einen Heimatabend geschenkt bekommt, handelt es sich um eine besondere Person. Im Falle von Gabi Freitag ist das eher noch untertrieben. Die Original-Schwürbitzerin ist Sängerin, Theatergruppen-Initiatorin, Heimatdichterin, Mutter, Oma, Ehefrau, Gärtnerin, Krapfenbäckerin, Autorin und vieles mehr.

Hier der Bericht zu ihrem 80. Wiegenfeste. Zu einem zünftigen Heimat- und Kulturabend hatte die Theatergruppe am vergangenen Samstag in das stilvoll mit Fahnen und Birken geschmückte Pfarrzentrum St. Josef in Schwürbitz eingeladen. Den Anfang machte die umfangreiche Verpflegung, welche von Sabine Wich und ihrem Küchenteam organisiert wurde. Es wurden Bratwürste mit Kraut sowie kalte Stangen und Brote serviert und natürlich ein kühles Fassbier sowie fränkischer Wein ausgeschenkt. Theatergruppen-Vorsitzende Ulla Engelmann hatte eine lange Begrüßungsliste abzuarbeiten, ihr besonderer Gruß allerdings, galt Gründerin und Theatergruppen-Ehrenmitglied Gabriele Freitag, zu deren Ehre dieser Abend abgehalten wurde. Auch war der Abend als Geschenk gedacht, um „Gabi“ zu ihrem 80. Geburtstag zu gratulieren. Ehrenmitglied Heinz Freitag, Altbürgermeister Fred Köhlerschmidt, dritter Bürgermeister Jürgen Spitzenberger, Gönner und Freund der Theatergruppe Alois Dechant mit Gattin, Pfarrer Scherbel und Pfarrer Hain waren gekommen. Auch über den Besuch der „Weismainer Delegation“ mit Pfarrer Martin Ninaparampil freute man sich sehr. Pfarrer „Martin“, wie er nicht nur in Schwürbitz genannt wird, bekam spontan Applaus für sein Erscheinen.

Die Freude war groß!

Mit dem Gedicht „Heimat“ aus ihrem ersten Büchlein „A Sträußla Veichela“ erfreute die Jubilarin zur Einstimmung, bevor der Kirchenchor ein „Ständerla“ sang. Tanja Degen vom Kirchenchor gratulierte in Gedichtform und lobte Gabi Freitag als aktive Sängerin im Kirchenchor, dem sie nun schon 66 Jahre die Treue hält. „Mein Heimatdörfchen“ und das „Ave Maria der Berge“ sowie ein Geburtstagslied stimmten die knapp 20 Sängerinnen und Sänger an. Gabi Freitag freute sich sehr über den Abend und dankte allen Helfern auf der Bühne oder im Hintergrund. Besonders der Vorsitzenden Ulla Engelmann, Schriftführerin Sabine Wich, Kassier Julius Fischer. Dem „unersetzlichen“ Manfred König, „ohne den es die Theatergruppe Schwürbitz in dieser Form nicht geben würde“, der immer noch zahlreiche Fäden in der Hand hält und zusammen, mit zweitem Vorsitzenden Rüdiger Pohl. sich um das zweite Werk der „Heimatdichterin“ kümmerte, galt ihr herzlicher Gruß und Dank. Aus diesem Werk, welches den schönen Namen „Vergissmeinnicht“ trägt, zitierte die Autorin ein Gedicht, welches als Hommage an den Kirchenchor gedacht ist.

Die Cäcilia sang für die Jubilarin

Nun folgte ein weiteres „Ständerla“, diesmal dargebracht vom Männergesangverein „Cäcilia“, in dem Gabriele Freitag ebenfalls seit Jahrzehnten Mitglied ist. Nach dem Gruß und der Gratulation von Vorsitzendem Reinhard Höppel folgte „Bajazzo“, „Adio Maria“, „Über den Wolken“, „Rot sind die Rosen“ und das Schwürbitzer Heimatlied. Die gut 20 Sänger unter der Leitung von Marvin Steglich hatten die Lieder gut einstudiert und natürlich hatte Gabi Freitag mit dem Gedicht „Unnä Männerchor Cäcilia“ auch hier ein entsprechend schönes Gedicht parat. „Ich mouch an jedn aanzelna ve Euch!“, rief sie ihren Sängern zu. Ein herzlicher Gruß galt auch dem Ditigenten Heribert Ritzel in Abwesenheit, der den Chor über Jahrzehnte leitete und dem verstorbenen ehemaligen Vorstand des Kirchenchors Georg Kremer.

Manfred König hatte eine lange Fotoserie zusammen gestellt, die, musikalisch untermalt, 35 Jahre des Theatervereins Revue passieren ließ. Dieser Bilderrückblick erinnerte auf faszinierende Weise an die vielen Situationen auf und neben der Theaterbühne.

Der nächste Programmpunkt war wirklich liebreizend. Die Enkelin von Gabi und Heinz Freitag, Melissa Freitag, brachte eine Tanzchoreografie auf die Bühne, welche sie extra für diesen Abend ausgearbeitet hatte. Tanzend zog sie sich auf offener Bühne mehrfach um und zeigte nach verschiedenen Musikstücken anrührende Pirouetten und Sprünge. Melissa Freitag war schon als kleines Mädchen als Funkenmariechen für die Theatergruppe aktiv und hält, nicht zuletzt durch diesen Tanzbeitrag, der Theatergruppe Schwürbitz die Treue. Sie ist seit langem Schülerin des Balettstudios Diroll und für den TSV Marktzeuln in der Tanzgruppe „Danzadoras“ aktiv. Auch für ihre Enkelin hatte die Jubilarin mit dem Gedicht „Tanze“ berührende Worte gefunden.  

Der Verkauf des neuen Buchs „Vergissmeinnicht“ lief hervorragend und das Büchlein mit immerhin 130 Seiten kann zum Preis von 9,– Euro sowohl bei der Raiffeisenbank Schwürbitz, beim Vereinsshop Hofmann als auch der Vorstandschaft erworben werden. Es eignet sich hervorragend als Geschenk oder einfach nur zum schwelgen, erinnern und lesen.

Es folgten Ehrungen verdienter Mitglieder des Vereins. Lidwina Friedrich, langjährige Pfarrköchin von Pfarrer Drost, unter dem auch das Pfarrzentrum entstand, hatte seit 1982 Gabi Freitag unterstützt und damit auch zur Entwicklung der Theatergruppe beigetragen. Sie wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft wurden Alfons und Ursula Dumproff, Herbert und Marion Fleischmann sowie Ludwig Pohl zur Ehrung vorgesehen. Persönlich in Empfang nehmen konnte diese Ehrung Brigitta König, Edith Trinkwald und Kathi Schmittlein. Aktiv dabei sind seit 25 Jahren folgende Mitglieder: Bautruppleiter Markus Dumproff, der für zahlreiche Bühnenbilder verantwortlich zeichnete, seine Gattin Anja Dumproff, die immer da hilft, wo sie gebraucht wird und Helmut Dumproff, welcher jahrelang die Aufführungen filmte und Kulissen mit baute. Heidelies Fack, die schon viele Kostüme geschneidert hat. Schauspieler und Tänzer Norbert Freitag. Rita Zimmermann. Sie „zauberte“ über 25 Jahre hinweg wunderbare Frisuren der Schauspieler. Zweiter Vorsitzender Rüdiger Pohl zeichnete Vorsitzende Ulla Engelmann für 25 Jahre aktives Wirken, unter anderem als „Kassenchefin“, aus. Der letzte offizielle Programmpunkt war der Einakter „Die Schwörbetze Orginole“. Ausgehend von Gedichten aus den Büchern von Gabi Freitag und vorgetragen von Manfred König, kam nach und nach ein weiteres „Schwürbitzer Original“ auf die Bühne. So leutete nach dem Gedicht „A Frouch“, in dem es um morgendliche Katerstimmung geht, „Gemaadiener Häifner“ den Reigen, im wahrsten Sinne mit original Gemeindeglocke aus den 1950 Jahren, ein. Dargestellt von Julius Fischer, den die Vereinsgemeinschaft im vergangnenen Jahr die „Ehrengemaadienerwürde“ verliehen hat, berichtete er von alten Schwürbitzer Begebenheiten. Stefan Motschenbacher stellte den Korbmacher dar, dessen Auftritt vom Gedicht „Kinderzeit“ eingeleitet wurde, in dem damalige Korbmacherstuben beschrieben werden. Den Schwürbitzer Bauern stellte Rüdiger Pohl dar, der das Gedicht „Dä Dompfer“ voran gestellt bekam, in dem es um die alte Schwürbitzer Dreschmaschine ging. Und schließlich erschien noch der Flößer, dargestellt von Nikolaus Tremel, stilecht gekleidet und mit dem Gedicht „Die Flüäße“ eingeleitet. Die fünf Originale sangen gemeinsam mit den Gästen das allseits bekannte „Flößerlied“ und erzählten auf der Bühne von Kneipensterben sowie anderen „Sorgen“ und von so manch durchzechter Nacht. Selbstverständlich war der Abend nach dem Programm noch nicht beendet und die Autorin durfte zahlreiche Büchlein mit einer Widmung versehen. Die Theatergruppe feierte noch bis nach Mitternacht einen gelungenen Schwürbitzer Kulturabend.

Die Dorforiginale gratulierten