Skip to content Skip to left sidebar Skip to footer

Ewald Habermann * 12.06.1922 + 19.07.1986

 „Er war mit Leib und Seele Sozialdemokrat“, das kann man mit Fug und Recht von Ewald Habermann sagen, der am 12. Juni 2024 102 Jahre alt geworden wäre und ein Leben lang für seine Überzeugung eingetreten ist. Er ist am 12. Juni 1922 in Hamburg-Barmbek, Tieloh,  geboren und in seiner sozialdemokratischen Familie aufgewachsen, im Arbeiterstadtviertel Barmbek, wo auch die Wiege von Altbundeskanzler Helmut Schmidt und dem früheren Bundesminister Hans Apel stand. „Hier gehört  es bis heute zum guten Ton, SPD-Mann zu sein“, wie Ewald Habermann es zu Lebzeiten immer wieder hervorhob. Ewald Habermann, der letzte Spross einer Hamburger Zimmermannsfamilie mit zwölf Kindern (3 sind bei Geburt gestorben, 9 Kinder groß geworden), war nach Kriegsende, auf seinem Fußmarsch von Kufstein nach Norden in Stöcken bei Schney „hängengeblieben“, ohne zu ahnen, dass das Obermaingebiet seine zweite Heimat werden sollte. Der gelernte Speditionskaufmann fand bei der Firma Siemens (zunächst in Hochstadt, dann in Redwitz und später nochmals in Hamburg) Arbeit. Als er 1949 in Schwürbitz geheiratet hatte, wurde er endgültig hier sesshaft. Vier Kinder gingen aus der Ehe mit Margarete Habermann, geborene Strenglein, hervor. Getreu seiner politischen Einstellung gründete Ewald Habermann in Schwürbitz einen SPD-Ortsverein, nachdem er bereits im Schneyer SPD-Ortsverein als Schriftführer tätig war. Schwiegermutter Barbara Strenglein war dagegen Gründungsmitglied beim CSU-Ortsverein Schwürbitz. Die Arbeit für „seine“ Partei setzte er auch nach seiner Umsiedlung nach Redwitz fort, wo er in den Gemeinderat gewählt und in den Kreistag berufen wurde. Nach dreijährigem beruflichem Aufenthalt in seiner Heimatstadt Hamburg kehrte er 1959 nach Schwürbitz zurück. Zwischenzeitlich gründete er auch in Hochstadt einen SPD-Ortsverein (dort war er als leidenschaftlicher Brieftaubenzüchter auch im Hochstadter Brieftaubenzüchterverein). Er spielte in den 50iger Jahren Handball beim TV Michelau und sang viele Jahre auch im Männergesangverein Cäcilia 1856 Schwürbitz. Beim FC Schwürbitz sah er gerne seine drei Söhne Fußballspielen. Seine Tätigkeit als Handelsvertreter führte Ewald Habermann vorwiegend ins Ruhrgebiet, doch das hinderte ihn nicht daran, sich für die Mitarbeit in der Kommunalpolitik zur Verfügung zu stellen. Von 1960 bis 1966 war er wiederum im Kreistag vertreten. Dem Schwürbitzer Gemeinderat gehörte er von 1966 bis zur Eingemeindung Ende 1977 an. Von 1978 bis zu seinem Tod am 19. Juli 1986 war er im Michelauer Gemeinderat tätig, u.a. im Bauausschuss. Mit Unterbrechungen (1975-1977), 1978-1983) war Ewald Habermann von 1960 bis 1984 SPD-Vorsitzender von Schwürbitz. Im Jahr 1985 ernannte ihn der SPD-Ortsverein Schwürbitz mit dem damaligen Ersten Vorsitzenden Paul Habich in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied.

Text/Bilder: Horst Habermann