Grete Hofmann “die Hebamms Gretel” , 1914 – 1984
Wer von den älteren Schwürbitzern erinnert sich nicht an “die Hebamms Gretel” oder “Strochentante” Grete Hofmann? Nicht nur weil sie viele Schwürbitzer als Hebamme mit auf die Welt gebracht hat, sondern weil sie auch wegen ihres heiteren und temperamentvollen Naturells weit und breit bekannt war.
Ihre Ausbildung erfuhr Grete Hofmann, geb. Schmidt, an der Staatlichen Hebammen-Schule in Bamberg. Sie sah ihre Aufgabe als wahre Berufung. Sowohl in guten, wie auch in schlechten Zeiten, ließ sie es niemals an selbstloser Einsatzbereitschaft fehlen. Während sie anfangs nur in Schwürbitz tätig war, kamen später die Ortschaften Neuensee, Marktzeuln, Lettenreuth und Hochstadt zu ihrem Wirkungsbereich. Bis nach Kriegsende mußten alle Dienstgänge mit dem Fahrrad bewältigt werden, wobei oft die werdenden Väter den Instrumentenkoffer übernahmen, um der Hebamme ein schnelleres Vorwärtskommen zu ermöglichen. Nach jeder Geburt waren oft noch viele Hausbesuche zu absolvieren. Die Mütter wurden damals in allen Fragen der Babypflege unterwiesen. Botengänge und Besorgungen wurden nicht selten über die Taufe hinaus bis zur Aussegnung ohne zusätzliche Kosten durchgeführt. In den Kriegsjahren strenger Zwangsbewirtschaftung gab es zuweilen auch Probleme mit der Polizei, da man in dem auf dem Fahrrad verstauten “Hebammengepäck” Schwarzmarktware vermutete. Eine wesentliche Erleichterung brachte einige Jahre nach dem Kriegsende die Zuweisung eines Motorrades, und 1951 kam das erste Auto und damit müheloser Einsatz. Legendär, ihr VW-Käfer. Schließlich nahmen die Mütter “ihre Hebamm” mit ins Krankenhaus. 30 Jahre wirkte sie als Hebamme, an die 3000 Entbindungen konnte sie zählen, und keine Wöchnerin verstarb während ihrer Dienstzeit. Ihr Ehemann Max Hofmann, den sie 1935 heiratete, schlüpfte neben seinen erlernten Beruf des Klopfermachers in die Rolle des Hausmanns. Die beiden hatten zwei Kinder. Grete Hofmann verstarb im September 1984 im Alter von 70 Jahren.

Hier kommen die stolzen Eltern ( ) gerade mit der Gretel aus der evangelischen Kirche. Ein schöner Schnappschuß, aus den 1960er Jahren. sam