Einwohner feiern Grundsteinlegung der evangelischen Kirche! In Schwürbitz wird die Ökumene gelebt. Seien Sie dabei!
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Date
19/07/2025
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Time
17:00 - 22:00
Im vergangenen Jahr feierte die Schwürbitzer Bevölkerung ein schönes Jubiläum. Die katholische Herz-Jesu-Kirche wurde 125 Jahre alt und dies war Grund, für ein Festjahr voller Veranstaltungen. Nun, beginnt der Festreigen für die 100-Jahr-Feier der evangelischen Kirche. Kirchenvorstand, Lektor und Hausmeister Thomas Gruber war fast ein wenig überrascht von der Dynamik, die entstand, als er für den Tag der Grundsteinlegung, den 19. Juli um 18.00 Uhr einen Gottesdienst anregte und was nun daraus wurde.
Doch zunächst zur Geschichte des evangelischen Gotteshauses. Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte in Schwürbitz nach wie vor eine gewisse Konkurrenz zwischen den katholischen und evangelischen Gläubigen und der hohen Geistlichkeit. Nach der Gründung eines katholischen Kirchenbauvereins taten es die „lutherischen“ der katholischen Mehrheit gleich und strebten ebenfalls einen Kirchenbau an. Deshalb gründeten sie am 03. April 1898 in den oberen Räumlichkeiten der Brauerei Fischer einen Kirchenbauverein. Sogar die Namen der Gründer ist im Schwürbitzer Archiv noch überliefert. Am Pfingstfest 1922 wurde mit Heinrich Bock der erste evangelische „Hilfsgeistliche“ eingesetzt und die Bildung einer Tochterkirchengemeinde Schwürbitz ist für den 12. Dezember 1923 festgeschrieben. Die Kirchengemeinde ist heute ein Teil des bereits 1804 gegründeten Dekanats Michelau und umfasst neben Michelau und Schwürbitz die Orte Neuensorg, Lettenreuth, Trieb, Krappenroth Obersdorf und Neuensee. An einem Sonntag, dem 19. Juli 1925 zog ein großer Festzug durch die Ortschaft und um 15.00 Uhr wurde die feierliche Grundsteinlegung vorgenommen. Die katholische Schule unterhalb des katholischen Gotteshauses am Südhang von Schwürbitz gab es schon und auch die evangelische Schule in der Ortsmitte hatte Kinder und Lehrer. Beim Friedhof wiederum, welcher in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand, waren die evangelischen „vorne dran“, da der Schwürbitzer Landwirt Fischer seinen evangelischen Glaubensbrüdern einen Acker in Richtung Lettenreuth zur Verfügung stellte, auf dem die Gläubigen fortan beerdigt sein sollten. Erst 1883 zogen hier die katholischen nach und ein Jahrhundert lang, waren die beiden Friedhöfe durch eine Mauer getrennt. Schaut man in die zweite „Dorf- und Gemeindeordnung vom 24. Juni 1716 liest man die Worte: „… weiln in ermelden Dorff Schwirbitz vor undenklichen Jahren der zweyerlei Glaubensgenossen als der Teil der katholischen, der andere Teil der evangelischen Religion zugethan, sich auch gehalten und jeder Theil bisher sein exercitium religionis frey, ungehindert und ungekränket getrieben…“. Hier wird klar, dass dieses „Nebeneinander“ schon Jahrhunderte alt ist und erst in jüngster Zeit durch viele ökumenische Veranstaltungen „aufgebrochen“ wurde.
Deshalb war der gesamte Kirchenvorstand auch so überrascht, dass die aus der katholischen Kirche entstammende Blaskapelle, gegründet 1957 durch Pfarrer Pankraz Bäuerlein, nicht nur die Begleitung des Open-Air-Gottesdienstes zusagte, sondern auch danach noch zur Unterhaltung aufspielen wird. Also wurde aus dem Plan einen Gedenk-Gottesdienstes anlässlich der Grundsteinlegung abzuhalten, ein kleines Fest, welches nun am 19. Juli nach dem Gottesdienst um 18.00 Uhr im Pfarrgarten gefeiert wird. Das sich der Pfarrgarten für derartige Veranstaltungen bestens eignet, wurde durch verschiedene Gottesdienste und Veranstaltungen schon mehrfach bewiesen. Der Gottesdienst wird von Pfarrer Andreas Baumann und Diakon Andreas Dünisch gestaltet. Die Festpredigt hält Thomas Gruber. Es werden auch die neuen Konfirmanden des nächsten Jahres vorgestellt. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein gemütlicher Festabend mit der Blaskapelle Schwürbitz bei Speisen und Getränken statt. Die gesamte Bevölkerung ist hierzu herzlich eingeladen. sam
Unser historisches Bild zeigt den Moment der Grundsteinlegung der evangelischen Pfarrkirche von Schwürbitz. Im Hintergrund grüßt das 1725 erbaute Rathaus mit seinem freundlichen Zwiebelturm. An der rechten Bildseite ist die evangelische Schule zu erkennen, die vor knapp 20 Jahren geschlossen und verkauft wurde.

Dass die Ökumene in Schwürbitz lebt, beweist dieses Bild. Es zeigt den evangelischen Diakon Andreas Dünisch mit dem katholischen Lektor und ehemaligen Kirchenpfleger Manfred König vor der evangelischen Pfarrkirche. sam Fühlen Sie sich eingeladen! sam
