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Tag 8

Florian Hofmann aus Neuensee kennt in Schwürbitz fast Jede(r). Jahrelang war er beim Schwürbitzer Weihnachtsmarkt dabei und oft hat er Krippen gebaut, die etwas mit Schwürbitz zu tun hatten.

Dabei bediente er sich auch der Themen aus den Lesungen oder er nahm sich Patronatstage von Heiligen her, die in „der Krippe“ dargestellt wurden. Zu einem Florianstag, der durch die Freiwillige Feuerwehr Schwürbitz organisiert und auch in der Kirche gefeiert wurde, stellte Florian Hofmann die Hinrichtung des Schutzpatrons der Feuerwehren dar, indem er zeigte, dass der „Heilige Florian“ mit einem Mühlstein um den Hals in den Fluß geworfen wurde.

     

 

Aber auch Gebäude oder eine Landschaft inspirierten den Krippenfan. So kann man sich an die Darstellung der Heiligen Nacht im Fischerhof von Schwürbitz erinnern, der so realistisch nachempfunden war, dass es nicht nur den Eigentümern, der Familie Fischer, eine Freude war. „Die Flucht“ der heiligen Familie wurde von Hofmann auch schon mal in das ehemalige Grenzgebiet zur DDR oder über den abgelassenen See seiner Heimat verlegt. Auch die „urfränkische Bauernstube“, die ja in unserem Landkreis fast schon ausgestorben ist, beherbergte viele Darstellungen. Der Besuch des „Heiligen Nikolauses“ in der mit Kachelofen, Ofenbank, kärglichen Stühlen, einem alten Tisch und natürlich der Ecke, wo die Familie Körbe flicht, war so eine nostalgische Szenerie.

 

 

Was man aus einem Kalenderblatt (Alter Kalender der Sparkasse) machen kann, zeigt Florian bei dieser Szene: Maria und Josef „ziehen“ über den Dorfbrunnenplatz von Schwürbitz. Kaum jemand nimmt Notiz von der Heiligen Familie. Und die „Lies“ war beim Haselmann oder beim Weber einkaufen und ist auf dem Heimweg. Ist das nicht schön!? sam

 

 

 

Am Nikolaustag traf Florian den Schwürbitzer Nikolaus (Ulla Engelmann). Ein kurzes Gespräch, ob es denn nicht reizen würde, doch noch einmal als Neuenseer Nikolaus zu fungieren, folgte. Florian war über 30 Jahre als „Heiliger Mann“ von Marktzeuln bis Michelau, vorwiegend natürlich in Neuensee, unterwegs. Gerne erzählt er davon, dass die „Zettelchen“, die man zugesteckt bekam über Generationen von den gleichen „Sünden“ berichteten. Hunderte Kinder, die jetzt natürlich schon erwachsen sind, danken dem Neusierer Nikolaus, der lustiger Weise und warum auch immer, mit einem „blauen Kollegen“ unterwegs war.