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Tag 7

Die Gänsla ve meinä Oma

Langsam wird es Zeit, zu wissen, woher der Festtagsbraten kommt. Natürlich kann man sich den in diesen Zeiten in der Gastronomie abholen. Wenn man aber, einen „Lieferanten des Vertrauens“ hat, sollte man sein Gänschen jetzt bestellen. Zu Zeiten meiner Oma, war die Gans hinter dem Haus nachdem sie „es zweide Mol flügg“ war, im Spätherbst geschlachtet worden. Natürlich nicht alleine, sondern mit all dem anderen, namenlosen „Geziefer“, welches dann zunächst in der Gefriertruhe „ruhen“ musste.

Die so vorbereitete Gans nimmt man am Vortag raus und reibt sie nach dem auftauen innen und außen mit Salz und Pfeffer gründlich ein. (Apropos Pfeffer – das Blut, die Innereien, der Kopf, die „Tatzen“, die äußeren Flügel und der Groung – wurden natürlich schon nach dem Schlachten zu einem „Gänspfeffer“ verrührt.) Ein Sträußchen Beifuß in der Bauchhöhle durfte damals nicht fehlen. kalt stellen. Die Gans wird ganz, anfangs mit der Brust nach unten, in den Bräter gelegt – ca. 200 ml Wasser dazu. Der Bräter wurde damals oft verwendet und ich fragte mich immer, warum die Griffe an diesem ovalen „Houfn“ so versetzt angebracht waren. Nach einer dreiviertel Stunde dürfte bei 200 Grad das Wasser verdampft, die Gans schön gedämpft sein. Dann wird die Gans offen, also ohne Deckel, im eigenen Fett gebraten und öfters mit dem Fett bepinselt. Damit mehr Fett austritt, die Haut – nicht das Fleisch – mehrfach anstechen. Zuviel Fett abschöpfen. Nach Bedarf heiße Geflügelbrühe nachgießen. Wenn der Rücken Farbe annimmt, die Gans drehen und mit dem Fett bestreichen. Jetzt ist Gefühl gefragt, was meine Oma natürlich hatte – und „Gott sei Dank“ meine Mam und meine Frau auch hat. Es kommt auf die Farbe des Vogels an. Solange braten, bis die Gans schön braun ist. Zur Prüfung kann man die Schenkel anstechen, was leicht gehen muss. 10 Minuten vor Ente der Garzeit, die Gans mit dunklem Bier bestreichen (Helles geht natürlich auch).

Oberhitze dazu schalten und auf 240 Grad erhöhen. Insgesamt dauert der Bratvorgang zwischen 2 und 3 Stunden, je nach Größe und Alter des Tieres. Die Soße sollte man abseihen, abbinden (also mit Mehl oder Stärke aufrühren und aufkochen), abschmecken. Die heiß gestellte Gans schnell servieren und teilen. „An Gudn!“ sam

Schon immer gehörte dazu a Blaukraut und Klöuß – Kloßrezepte folgen! Da ist dann auch ein Semmelkloßrezept dabei, mit dem man die Ganz auch füllen kann.

 

Dazu noch ein Spruch von Gerd Backert: „Freunde, wenn mä jedz a Gooß häiddn, könnd mä Gooß mit Klöuß ess, wenn mä Klöuß häiddn!“