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Zimmerstutzen-Schützengesellschaft von 1874 e.V.

Gauversammlung im Schützensaal auf der Göritze!

Am 21. April um 14.00 Uhr lädt die Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft im Rahmen ihres 150-jährigen Jubiläums zur Gauversammlung des Bayerischen Sportschützenbundes, Bezirk Oberfranken in den Schützensaal von Schwürbitz ein. Eingeladen sind alle Vereinsvertreter, welche von der Gauvorstandschaft bereits die entsprechende Information bekommen haben, sowie politische Prominenz und Mitglieder der angeschlossenen Vereine. Den Auftakt machen um 13.45 Uhr die Mitglieder verschiedener Böllergruppen innerhalb der vielen Vereine des Gau´s, der die Landkreise Lichtenfels, Kronach und Coburg umfasst, mit einem Ehrensalut. Punkt 14.00 Uhr ist dann der feierliche Einzug der Gaustandarte, der vorhandenen Vereinsfahnen und der anwesenden Königshäuser. Die Begrüßung obliegt dem Hausherrn Michael Tischler von der heimischen Zimmerstutzen-Gesellschaft, welche vor einigen Wochen an selber Stelle einen Festkommers abhielt. Klaus Jentsch, in seiner Funktion als erster Gauschützenmeister, übernimmt dann die Gestaltung des weiteren Veranstaltungsverlaufs. So folgt nach einem ehrenden Gedenken an verstorbene Mitglieder, die Bayernhymne und das Deutschlandlied. Umrahmt wird der Beginn der Veranstaltung von der Blaskapelle Schwürbitz. Ehrengäste und politische Prominenz sind dann mit Grußworten an der Reihe. Die Jahresberichte der Ressortleiter, beginnend mit dem Gauschützenmeister, dem Schatzmeister und den sportlichen Berichterstattern folgt. Diese Berichte sind in einer gedruckten Version vorliegend. Außerdem wird die Niederschrift der Gauversammlung 2023 genehmigt werden. Eine Aussprache ist danach vorgesehen. Man wird auch die Berichterstattung des Bezirks entgegennehmen. Sportlerehrung und die Proklamation der Gauschützenkönige sowie deren Ritter ist der Höhepunkt der Veranstaltung im schön geschmückten Schützensaal der Schwürbitzer. Anschließend wird die Gaustandarte an den Verein des Gauschützenkönigs übergeben. Ehrungen verdienter Vereinsfunktionäre folgen. Die Schwürbitzer Schützen würden sich, nicht nur wegen ihres stolzen Jubiläums über viele teilnehmende Schützenbrüder und Schützenschwestern freuen. Die Gastgeber servieren neben Kaffee und Kuchen auch kühle Getränke und einen kleinen Imbiss. sam

Im Saal der Schwürbitzer Schützen zeichnete Bezirksschützenmeister Alexander (2. v.l.) und Gauschützenmeister Klaus Jentsch (2. v. r.) den ersten Schützenmeister Michael Tischler (Bildmitte) aus. An gleicher Stelle findet am Sonntag, 21. April um 14.00 Uhr die Gauversammlung 2024 statt. sam

Ein bisschen Rückblick 2023 – im Hinblick aufs große Jubiläumsjahr!

Wie aus dem diesjährigen Programm hervorgeht, feiert die Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft im kommenden Jahr 2024 ihr 150-jähriges Jubiläum. Sicher ein stolzes Ereignis, doch 25 Jahre zuvor, im Jahre 1998 schien alles noch etwas euphorischer. Nicht weniger als zehn Schützenbrüder ohne Sperre und mit dem festen Willen, König werden zu wollen und ebenso viele Schützenschwestern fieberten dem Hauptschießen 1998 entgegen, ging es doch um die Ehre, den Titel des Jubiläumsschützenkönigs zu erringen! Im Jahr 1973 gelang es dem damaligen Schriftführer Werner Hänßgen, den Titel Jubiläumsschützenkönig im Jubiläumsjahr 1974 – dem 100-jährigen – abzuräumen und er war mächtig stolz darauf. Dabei ist es natürlich dem Umstand geschuldet, dass das Regentschaftsjahr immer zur Mitte des Jahres endet, dass man eben nur bis zum damaligen Schützenfest-Montag, dem letzten Tag des Jubiläumsschützenfestes König ist.

Wer oder was ist also der König, welcher im Jubiläumsjahr zum König ausgerufen wird? Ganz ehrlich: Verwalter des Restjahres! Denn während der König, der im Jahr 2023 seinen Königsschuß erfolgreich abgibt und mit dem 01.01. des Jubiläumsjahres 2024 den Verein repräsentiert, durch alle offiziellen Veranstaltungen des Dorfes und des Vereins – Generalversammlung, Festabend, Gauversammlung, Festzüge, Bieranstich, ehemals Königsabholung und schließlich das gesamte Schützenfest im Jubiläumsjahr führen darf, bleibt dem nächsten König nur noch das Königsessen und die Weihnachtsfeier, die Veranstaltungen, die der Jubiläumskönig schon nach seiner Proklamtion vorfeiern durfte.

Im Jahr 1998 wurde Schriftführer Stefan Motschenbacher, in Memoriam seines väterlichen Freundes und Vorgängers, der Jubiläumskönig. Seine, teilweise wesentlich besseren Sport-Schützenbrüder, verwies er damals auf die Plätze und freute sich riesig über seinen “historischen” 10er, den er nach dem Besuch der Therme in Staffelstein erzielte. Ein Schützenkamerad, der diese Ehre partout ebenfalls haben wollte, Ludwig Barth, ließ sich einfach zum Jahrtausendwechsel den “Milleniumsköng” auf seine Königsscheibe schnitzen. Wenig später vermerkte Jochen Höppel, dass er der 50. Schützenkönig der Gesellschaft sei. Alles erlaubt. Und in wenigen Tagen beginnt wieder die spannende Zeit des Hauptschießens. Es geht um nichts geringeres wie den “Jubiläumskönigstitel” 2023/2024, was wir natürlich auch im Festprogramm festgeschrieben haben. Also “Gut Schuß!” allen Damen und Herren und natürlich auch den Jugendlichen, die um die Königswürde konkurieren. Aber halt nicht mehr so fiebernd.

Blicken wir in die Analen, fällt vor 1973 kein Jubiläumsschießen oder ähnliche Aktivität auf. Rechnet man nach, scheint dies auch nicht verwunderlich. Um die Jahrtausendwende des 20. Jahrhunderts machte die Gesellschaft wahrscheinlich eine schwierige Zeit durch. So ist erst wieder im Jahr 1903, also im 29. Jahr des offiziellen Bestehens des Vereins von einem “größeren Hauptschießen” die Rede. Da wurden 4 Schießstände aufgebaut, was zu dieser Zeit mit viel Aufwand verbunden war. Doch das war mehr Vergnügen als Arbeit. Das 50-jährige Jubiläum fiel in die schwierige Zeit der 20. Jahre des letzten Jahrhunderts, wo die Menschen bestimmt andere Sorgen hatten, als zu feiern. Ebenso war dies kurz nach dem 2. Weltkrieg, da sich die moderne Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft erst wieder 1958 zusammen fand. Hier eine Anzeige aus dem Jahr 1903:

Wie man dieser Einladung entnehmen kann, war es vor 120 Jahren schon üblich “Freihand” und ” Aufgelegt” zu schießen. So ist das momentan moderne Programm, zerlegt in zwei Disziplinen beileibe keine neue Erfindung. In Schwürbitz stehen 12 der modernsten Schießstände zur Verfügung, die es zum jetzigen Stand gibt.

Und noch eines fällt auf. Bis zum Umzug auf die Göritze, wo sich die Schützen auf eigene Füße stellten, in Sachen Wirtschaftsbetrieb und Essenszubereitung, hatten die Schützen immer einen Schützenwirt an der Seite. Im Jahr 1969 wurde das Schützenhaus mit Wirtschaftsraum, Schießstand und Waffenschrank gebaut. Mehr war nicht! WC und eine kleine Küche kamen erst später hinzu. Zur selben Zeit, also 1969, schreiben wir auch den Wechsel des “Brauereichefs” fest. Die Schützen brauchten nämlich einen Zuschuß, um das “Häusla” auf der Göritze finanzieren zu können. Durch vorgelagerte Differenzen auf dem Festplatz am Mainufer und Ermangelung von Geldern, kam man mit dem bisherigen Festwirt und Inhaber der “Fischer-Gaststätte” gegenüber dem Brauhaus nicht mehr überein. Deshalb fragte man 1968/69 höflich aber bestimmt in Weismain an, ob “Bräu” Hans Püls sen. nicht gewillt wäre, ein Darlehen sowie eine Schänke und die Bestuhlung des Schützenhauses auf der Göritze zu sponsern. Dieser “schlug ein” und wie es sich in den letzten 55 Jahren herausstellen sollte, eine sehr gute Entscheidung für beide Seiten. Es kam auch noch die Agentur Zapf hinzu, zu der man allzeit beste Beziehungen pflegte und Martin und Roland waren über Jahrzehnte verlässliche Ansprechpartner, Aushelfer in der (Bier-) Not und Reserve für allerlei, was man für einen Wirtschaftsbetrieb, der mittlerweile einen großen Biergarten, eine Waldschänke und einen Wirtschaftsraum bewirtschaftete, braucht.

So sah das aus, wenn der Schützenwirt im Schatten der schieß- und trinkfreudigen Schützen um Kunden warb:

Ab hier ist 2022 !

Auf geht’s zum traditionellen Schützenfest 2022 auf der Göritze.

Die Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft 1874 e.V. feiert in diesem Jahr wieder ihr traditionelles Schützenfest auf der Göritze. Das Programm wurde auf das Wochenende vom 29. bis 31. Juli konzentriert, was bedeutet, dass es zwar den Festmontag nicht mehr gibt aber die Verantwortlichen auf keine Spezialität verzichten möchten. Am Freitagabend geht es um 19.00 Uhr los mit dem Bieranstich durch Bürgermeister Weber und mit Schützenmeister Michael Tischler. Danach rockt „DJ Olli“ die Görite. Den schmackhaften Bocksbraten gibt es am Samstagmittag und ein festliches Mittagessen am Sonntag. Die Schützendamen kümmern sich an diesen beiden Tagen um Kaffee und Kuchen und natürlich gibt es wieder das süffige Püls-Bier im Ausschank. Am Samstag ist Jedermann-Königs-Proklamation und man wartet auf viele Teilnehmer, die sich 2020 an diesem beliebten Wettbewerb beteiligt haben und nun ihre Preise abholen können. Die Blaskapelle Schwürbitz unterhält am Sonntagabend zur feierlichen Königsproklamation.

Königshaus und Fahnenjunker auf der Göritze

Begonnen hat die Schützen-Festivität 1960 im Fischerhof, als einige Unentwegte, die Tradition wieder aufgriffen und einen sportlichen Wettkampf mit dem Luftgewehr unternahmen. Geschossen wurde damals im Gastwirtschaftssaal. Natürlich galt es die Geselligkeit ebenso zu pflegen, wie die Proklamation eines Schützenkönigs durchzuführen und im Wettkampf die besten Schützen auf den einzelnen Scheiben zu finden. Noch heute steht ein Bild im Schützenhaus mit dem damaligen ersten Schützenkönig der „Neuzeit“ des Vereins – Ludwig Mayer. Der Fischerhof war Teil der damaligen Brauerei und bot sich als „Festplatz“ an. Doch das Schützenfest wurde bald so beliebt, dass ein neuer Platz gefunden werden musste und so zog man mitsamt Schießstand auf den „Rauchsbau“, dem alt bekannten Festplatz am Mainufer, wo schon so manches große Ereignis gefeiert wurde. Bereits 1968 wollte man, statt des provisorischen Holzstandes auf der Mainwiese, einen offiziellen Schießstand bauen und tat es im Jahr darauf auch, nach erfolgreicher Bauplatzsuche. Wurde zunächst ein Grundstück „auf dem Hühnerberg“ ins Auge gefasst, zog man in Absprache mit dem damaligen Bürgermeister dann doch „auf die Göritze“. Seit 1969 währt auch die Zusammenarbeit mit der Brauerei Püls, die damals wie heute der Schwürbitzer Schützengesellschaft „unter die Arme greift“, wenn es nötig ist und, natürlich ist dies viel wichtiger, den guten, kühlen Trunk liefert, der seither am Schützenfest und im Schützenhaus ausgeschenkt wird. Die Gesellschaft wuchs stetig und das Fest blieb noch einige Jahre am Mainesstrande. Zu dieser Zeit gehörte ein großes Festzelt, ein Vergnügungspark und verschiedene Imbissbuden zur Grundausstattung eines stolzen Festes und alte Bilder zeugen von dicht besetzten Reihen vor der großen Blasmusikbühne. Allerdings war das Schützenhaus mit seinen Möglichkeiten sehr weit entfernt vom Festplatz und deshalb zog man nach der Fertigstellung einer Waldschenke mit Kühlhaus 1977 erstmals das ganze Fest auf der Göritze durch. Das man es vor dem Genuss mit dem Berg zu tun hat, war damals kein Thema, ist es doch ähnlich schwierig gewesen, nach dem Festzeltbesuch vom Main wieder über die allseits vorhandenen Steigungen wieder ins Dorf zu gelangen. Und heute? Es war im Vorfeld und mit dem Wissen um den Virus nicht einfach, ein Fest auf die Beine zu stellen, was dem Anspruch genügt und mit dem vorhandenen, weniger gewordenen Schützenpersonal noch zu stemmen ist. In diesem Zusammenhang dankt die Vorstandschaft allen Mitgliedern, Vereinen und Gruppen ganz herzlich, welche bei diesem Fest die Schützen unterstützen und fleißig mithelfen. Es ist ein Festprogramm gelungen, welches sich sehen lassen kann und den Focus auf den sportlichen Wettbewerb und die Gemütlichkeit im Biergarten legt. Das Schützenzelt ist nicht mehr ganz so groß und Schützenauszug, Festzug und Königsabholung fielen den aktuellen Umständen zum Opfer. Die Schützengesellschaft würde sich aber dennoch freuen, wenn die Einwohner mit Fahnen- und Häuserschmuck den Schützen ein Signal gäben, welches die Solidarität mit dem Verein zeigt.

Die steilen Anstiege entfallen in diesem Jahr!

Am Freitag, 29. Juli begeben sich die Mitglieder und die Böllerabteilung um 18.00 Uhr auf den Friedhof um ein ehrendes Gedenken an die verstorbenen Mitglieder abzuhalten. Danach geht es „losen Schrittes“ auf die Höh´, wo der Bieranstich durch und mit Bürgermeister Jochen Weber vollzogen wird. Anschließend wird das „Schützengold“ der seit über 50 Jahren verbundenen Brauerei Püls ausgeschenkt. Die Blaskapelle Schwürbitz wird in diesem Jahr am Sonntagabend bereits um 17.00 Uhr aufspielen und später am Abend findet das 60. Schützenfest mit der Proklamation der neuen Königshäuser seinen im wahrsten Sinne des Wortes krönenden Abschluss. Alle Schützenmitglieder würden sich über recht viel Besuch sehr freuen und versprechen, dass Beste aus Küche und Keller anzubieten. sam

Erste Hauptschießen nach Corona – Schwürbitz und Schney gehen Seit an Seit

Was ist der Unterschied zwischen Schwürbitz und Schney? Ganz klar: “In Schwörbetz koos schney ouber in Schney koos nier schwörbetz.” Das war es auch schon mit den Unterschieden, zumindest für die beiden Schützenvereine aus Schwürbitz und Schney, zwischen denen seit Jahrzehnten eine enge Freundschaft besteht.
Was beide Vorstandschaften derzeit besonders eint, ist die Sorge um die Zukunft der Hauptschießen, wie sie in den Landkreisen Lichtenfels, Kronach und Coburg, also dem Schützen-Gau Oberfranken Nord, besonders gepflegt wird. Rund 40 Hauptschießen konnte ein Sportschütze bis ins Jahr 2019 pro Jahr besuchen. Und, so lautete das eiserne Gesetz, das zwischen den Vereinen im Gau Nord galt, sein Heimatverein konnte sich zuverlässig auf Gegenbesuch einstellen. Ja, die sogenannte “Einlage” von 10 Euro pro Teilnehmerin oder Teilnehmer, sie wurde auf diese Weise letztlich nur im Kreis geschoben, aber sie bildete den festen Merkposten, mit dem alle seit Ewigkeiten rechnen konnten. Rund zweieinhalb Jahre sind seit den letzten Hauptschießen vergangen und so richtig trauen sich die Vereine derzeit nicht aus der Deckung. Wie viele Schützinnen und Schützen werden wir denn begrüßen können und wie viele Vereine veranstalten in 2022 überhaupt ein Hauptschießen, so die bange Frage vieler Vorstandschaften. Denn bei einer Fehlplanung kann man schnell vierstellig Geld vernichten.

Die Haudegen aus beiden Vereinen, Achim Weber, Frank Reißmann, Michael Tischler, Stefan Wich und Stefan Fleischmann wollen nicht länger warten, wie das Kaninchen vor der Schlange und wollen den Schießsportbegeisterten ein Hauptschießen bieten.
Die großen Überschriften:

  • Wir verzichten auf Einlage, denn die hätte nur Sinn, wenn die Vereine der Schützinnen und Schützen heuer auch ein Hauptschießen veranstalten.
  • Wir legen keine Preisgelder im Voraus fest, sondern machen das einmalige Angebot: Jeder Euro Nachkauf wird als Preisgeld ausgeschüttet. Je mehr Teilnehmer und Nachkauf, desto höher die Preisgelder. Ein mehr als faires Angebot, finden die Verantwortlichen.
  • Es ist klar, dass man mit dieser Form des Hauptschießens kein Geld verdient. Den Sinn derartiger Hauptschießen sehen die Verantwortlichen in der Reaktivierung der Hauptschießenkultur des Gaues Nord in diesem Übergangsjahr 2022.
  • Wir verbinden das Hauptschießen mit dem traditionellen Königsschuss in unseren Vereinen und bieten unseren Mitgliedern so eine Schützenfest-Atmosphäre, die sie zwei Jahre vermisst haben.

Die Schützinnen und Schützen aus Nah und Fern finden hier die Programme der beiden Vereine:

Termine sind den jeweiligen Programmen zu entnehmen.

Für das Schwürbitzer Hauptschießen gibt es einen Ergebnisdienst, zu dem man sich hier anmelden kann:
https://forms.office.com/r/jRUmj9JrZf

Schwürbitz, 29.04.2022 – SF

Blick in die Geschichte der Schwürbitzer Schützen

Der Beginn der modernen Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft …

Das Gründungsjahr der Schwürbitzer Schützen wird auf 1874 festgeschrieben. Bei der Recherche zum 125-jährigen Jubiläum im Jahre 1999 tauchte allerdings ein Zeitungsbericht aus dem Lichtenfelser Tagblatt, jetzt Obermain-Tagblatt, des “Schützenvereins Schwürwitz” aus dem Jahre 1857 auf. Nun muss man wissen, dass das Obermain Tagblatt auch erst 1856 entstand, so dass die Vermutung nahe liegt, dass der Verein eventuell noch älter ist. Man kam überein, dass das in den 50er-Jahren gewählte Gründungsjahr, welches sich auch die “Soldaten” gegeben haben, Bestand haben sollte. Vermutet wird, auch durch einige Querverweise in den Archivmaterielien des Staatsarchives Bamberg und des Stadtarchivs Lichtenfels, ein viel längeres Bestehen, des Vereins. Es mag auch sein, dass sich einige “Gediente” aus dem 1870/71er “Franzosenkrieg” unter den Schützen befanden und gerade deshalb an schießsportlichen Veranstaltungen Interesse zeigten und das Schießen ausübten. Zu Recht besteht aber die Annahme, dass bereits zu diesem Zeitpunkt ein Schützenverein bestanden hat und ab 1874 neue Schützenmitglieder, nämlich Reservisten des genannten Krieges, beigetreten sind. Die schießsportlichen Wettbewerbe aus dieser Zeit belegen schießsportliche Aktivitäten.

Am 26. August des Jahres 1880 findet sich im damaligen Gerichtsurbar zu Lichtenfels folgende Eintragung: “Beifolgende Statuten für der in Schwürbitz gegründeten Zimmerstutzengesellschaft mit dem Bemerken zurückzugeben, daß sie schleunigst gemäß Artikel 12 des Vereinsgesetzes ihre Vorstandschaft anzuzeigen hat”

Wir vermuten, es sollten die Namen der Vorstandschaft genannt werden. Es ist also eine Vereinsgründung offiziell erfolgt und dies schon unter der Bezeichnung Zimmerstutzen- und Schützengesellschaft.

Doch zunächst zur modernen Schützengesellschaft. Im Jahr 2018 wurde mit Michael Tischler der neue Vorsitzende, im Schützenwesen 1. Schützenmeister genannt, gewählt. Zuvor wechselnden seit dem Rücktritt des damaligen Oberschützenmeisters Michael Beck im Jahr 2000 die Vorstände im 2 bis 4 Jahre Takt. Keine leichte Zeit für einen solch stolzen Verein mit viel Liegenschaften, sportlichem Jahresverlauf und Wettbewerben und Wirtschaftsbetrieb. In der Zwangspause 2021 entstand ein Bericht, aus welchem Blickwinkel Michael Tischler, die Lage des Vereins sieht.

“Für das Schützenimage werde heutzutage viel zu wenig getan.”

Michael Tischler,
1. Schützenmeister

2020 – Das Schützenhaus geschlossen, alle Termine abgesagt, die Bestände größtenteils runter gefahren, die sportlichen Aktivitäten gleich null, nicht mal Rasenmähen ist nötig. Wie geht es da dem Vorsitzenden Michael Tischler und den Mitgliedern der Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft 1874 e.V., die sich seit Jahrzehnten für Verein, Sport und Liegenschaft einsetzen?

Seine wahre Größe zeigt das Schützenhaus nur von innen.

Stefan Motschenbacher, selbst im Ausschuß des Vereins, mit Pause, seit 1988 hat einige Fragen an Michael Tischer, der in seiner zweiten Amtsperiode das Amt des ersten Schützenmeisters inne hat. Das vergangene Jahr 2020 hatte so verheißungsvoll begonnen, Am 17. Januar hielt man die turnusgemäße Generalversammlung in der die Vorstandschaft um Schützenmeister Michael Tischler, zweitem Schützenmeister Nikolaus Tremel, Schriftführer Stefan Wich, Schatzmeister Reinhold Reuß, Schießleiterin Gudrun Marr und Jugendleiter Markus Münch bestätigt wurden. „Lockdown“ oder Schützenhausschließung, diese Wortschöpfungen waren unbekannt und man plante Arbeitseinsätze und Veranstaltungen.

Der Schützenmeister hatte sogar eine ganze Liste mit zu erledigenten Arbeit erstellt. Doch bevor es Ernst wurde, mit dem „Zusperren“, feierte man noch einmal ausgelassen Fasching. Am Faschingssamstag hatte man die Theatergruppe zu Gast im Schützensaal und erstmals seit Jahren konnte man wieder einen stimmungsvollen Rosenmontag anbieten. Eine große Bar wurde installiert, der DJ bestellt und natürlich hatte man kühles Faßbier angestochen.

Heute, knapp ein Jahr später, sieht die Schützenwelt ganz anders aus und man fragt sich, wie man dauerhaft die Fixkosten decken kann, wenn so gar nichts mehr geht. Und da ist der Schützenverein aus Schwürbitz ja wahrhaftig nicht der einzige Verein, der solch „schwarze Gedanken“ schiebt.

Da wird Schützenmeister Michael Tischler kreativ. Es muss doch möglich sein, seitens der Dachorganisation, dem BSSB – Gau Nord, wenigstens auf die jährlichen Verbandsbeiträge zu verzichten? Dies würde jedem einzelnen Schützenverein helfen, durch die einnahmelose Zeit zu kommen. Eine diesbezügliche Anfrage an 1. Gauschützenmeister Klaus Jentsch blieb allerdings unbeantwortet. „Und da darf man als Schwürbitzer noch zufrieden sein“, so der Vorstand weiter, denn die Zuschüße zum jüngsten Umbau des Schießstandes und die Hilfen zur Renovierung des vorderen Daches flossen und halfen.

Hier habe man auch dem leider verstorbenen Bürgermeister Dirk Rosenbauer zu danken, auf dessen Unterstützung man sich vom ersten Tag seiner Amtszeit verlassen konnte. Man hofft, dass der eingeschlagene Kurs in seinem Sinne fortgeführt werde und das betrifft nicht nur die beschlossene Förderung der Jugendarbeit.

Michael Tischler geht in diesem Amt auf, man spürt, wie er für die Sache brennt, trotz mancher Mühe, „den Haufen zusammen zu halten“, wie er sagt, denn es gäbe viele starke Charaktäre, wie überall, wo verschiedene Menschen zusammen kommen. Das Ehrenamt, so Tischler weiter, sei eine tragende Säule des Gemeinwesens. Integration, Tradition, Zusammenarbeit, Kameradschaft könnten innerhalb eines Vereins optimal gelebt werden. Da müsse man als Schützenverein schon einmal auf erwachsene Neumitglieder hoffen, denn, bedingt dadurch, dass der Schützensport erst richtig gelebt werden könne, wenn der „Nachwuchs“ 12 Jahre oder älter ist, kommt so manche Mitgliedschaft erst gar nicht zustande. Kinder sind im richtigen Alter schon in anderen Bereichen des vielfältigen Angebots unterwegs. Erschwerend hinzu käme, dass es nicht mehr so Selbstverständlich sei, sich einem Verein anzuschließen. Riesig und vielfältig sei das Angebot, auch das Digitale, welches unseren Kindern gemacht werde. Außerdem ist er der Meinung, dass für das Schützenimage zu wenig getan werde.

Michael Tischler kommt ins Schwärmen, wenn er daran denkt, was man, wenn man Anfang der siebziger Jahre geboren wurde, so wie er, alles habe anstellen und erleben können. Er sei mit 9 Jahren, im Sommer 1982, in den Verein eingetreten. Er erinnert sich, so wie wahrscheinlich ein Großteil der Mitglieder noch genau an seine erste Königsabholung. Diese fand im Hof seiner damaligen Schule in der Rathausstraße von Schwürbitz statt: „Da wundert man sich als Kind schon, wenn plötzlich entlang des eigenen Klassenzimmers ein Ausschank aufgebaut ist und man sich Freilimo holen darf, so viel man will“. Sportlich haben Jugendliche in seinem Alter und später viel seinem damaligen Jugendleiter Ludwig Barth zu verdanken. Ob Jugendarbeit oder Mannschaften: „Ohne den Ludwig wäre man auf der Göritze nie so erfolgreich geworden und man zehrt heute noch davon!“, so der Vorstand. Jungschützenkönig wäre er gerne einmal geworden, doch das blieb ihm wie einigen seiner Mannschaftskollegen verwährt. Dafür war er als junger Mann 1997/98 und 20 Jahre später 2017/18 stolzer Regent des Vereins.

Seine Laufbahn im Verein ging weiter als erfolgreicher Jugendleiter, wo er in den sechs Jahren seines Wirkens viele Jugendliche animieren konnte, mitzumachen. Die Jugendwerbung liege ihm auch heute noch am Herzen, denn man wird im Landkreis kaum einen Verein finden, der einem interessierten und talentierten Jungschützen oder Schützin zur Ausstattung der teils teuren Ausrüstung so unter die Arme greift, wie der Schützenverein Schwürbitz. Organisatorisch, Ausbildungstechnisch sowie finanziell. Das war auch der Fall, als man vor 2 Jahren ein Training mit einem mehrfachen Weltmeister anbieten konnte. Jürgen Wallowski nahm sich 2 Tage Zeit, um von Oberkotzau, hinter Hof, nach Schwürbitz zu kommen und sein außergewöhnliches Können und Wissen an die Mitglieder der Mannschaften weiter zu geben.

“Für solche Aktivitäten und einer Liegenschaft wie der unseren sind viele Helfer, Mitglieder und Arbeiter nötig. Und dies zuverlässig und über Generationen!”

Michael Tischler
Einsatzleiter
Im Jahr 2019 wurden die Mannschaftsschützen von Jürgen Wallowski und Partnerin (l.) professionell trainiert.

„Und wenn solche Ausnahmeschützen dann, unseren Schießstand, unsere Räumlich- und Möglichkeiten, unseren Wirtschaftsraum und unsere Außenanlagen mit Lob auszeichnen und Respekt ausdrücken, dann weiß man wieder, wofür man es macht!“ Michael Tischler kommt wieder in schwärmen. Damit ist er aber nicht alleine. Nach der Renovierung der Schießanlage kamen zahlreiche Vereinsvertreter, um sich die europaweit neueste Technik anzuschauen und waren erstaunt über die Möglichkeiten. Das dafür viele Helfer, Mitglieder und Arbeiter nötig sind, auch das will der Schützenmeister nicht vergessen. „Und dies über Generationen.“ So hätten 1969 einige Unentwegte nicht eher locker gelassen, bis eine eigene Schießstätte entstand. Immer wieder, in den letzten 50 Jahren, baute man um, aus oder Neu. So entstand Waldbar, Musikpavilion, gemütliche Gastwirtschaft, Nebenzimmer, Biergarten, Lagerraum und zwei Biergärten.

Und nicht zuletzt konnte man auch der Theatergruppe Schwürbitz helfen, auf der Suche nach einer warmen, sicheren und angemessenen Spielstätte. Deshalb fanden die 37. Schwürbitzer Theatertage und der angesprochene Showfasching auf der Göritze statt. Auch wenn das einige Mitglieder kritisch begleiteten, was ihr gutes Recht sei, war die jüngste Zusammenarbeit mit anderen Ortsvereinen sehr „befruchtent und ertragreich“. Radfahrerverein und Geflügelzüchter fanden ebenfalls bei den Schützen ein Zuhause und halten ihre Vereinsabende gerne im Wirtschaftsraum ab.

Der letzte Bieranstich mit König Markus I. Jungschützenkönig und Königin Gudrun

Was dem Schützenmeister etwas Kopfzerbrechen macht, ist eine Veranstaltung wie das traditionelle Schützenfest. Zum einen wäre es nicht mehr so wie früher, dass man Publikum habe, welches vier Tage im Biergarten sitzt. Zum anderen brechen auch Helfer weg, die es liebten Abendelang in der Schänke zu stehen. Zum 150-jährigen Jubiläum, welches im Jahr 2024 anstehe, müsse man sich daher differenziert unterhalten. „Klein, fein, fränkisch, kulturell“, so stellt sich der Vorstand momentan das Jubiläum vor. Doch, man wäre, stand heute, ja schon zufrieden, einen Minimalbetrieb in der Gastwirtschaft und einen sportlichen Wettkampf im Schießstand veranstalten zu können. Das Schützenfest 2021, so der Vorsitzende weiter, werde nur durchgeführt, wenn man komplett ohne Corona-Auflagen feiern könne. Waren die Auflagen und Vorschriften schon vor der Pandemie schwierig, ein zünftiges, unbeschwertes Schützenfest feiern zu können, wird der Aufwand wegen Corona in keinem Fall erhöht.

Auf “seine” Zweite ist Michael stolz. Wenn nur wieder Wettkämpfe wären…

“2019 machte die “Zweite” der “Ersten” Feuer, sodass die beiden Mannschaften fast gegeneinander in der Bezirksliga angetreten wären”

Michael Tischler, Mannschaftsführer Zweite

Sobald man wieder sportlich aktiv werden könne, müsse man auch zusehen, dass man die vorhandenen drei Mannschaften wieder an den Start bringt. Er, Michael Tischler, sei stolzer Mannschaftsführer der 2. Mannschaft, Nach der erfolgreichen Wiedergründung stieg man Saison für Saison auf und machte zuletzt in der Gauoberliga sogar der 1. Mannschaft „Feuer“. So wäre es beinahe möglich geworden, dass die Mannschaft „Schwürbitz 1 und 2“ gemeinsam in der Bezirksliga und damit gegeneinander angetreten wären. So hochklassig schießen im Gau Nord, der mehrere Landkreise umfasst, nur wenige Mannschaften. Persönlich möchte Michael Tischler einmal in seiner Schützenlaufbahn auf einer bayerischen Meisterschaft antreten. Dazu passt auch sein Leitspruch: „Immer einen Schritt voraus sein!“ Und er verschweigt auch nicht, dass man Rückhalt in der Familie braucht. Seine Gattin Jeanine, die selber aus einer Schützenfamilie stammt, stärkt ihm den Rücken, wenn es um Termine der Schützen geht und seine Tochter Jule, die der „Chef“ liebevoll „Schatten“ nennt, ist immer dabei, wenn für den Verein gearbeitet, organisiert oder gefeiert wird. Der Schützenmeister wünscht allen Mitgliedern, dass sie gesund bleiben und man sich wieder treffen kann im Schützenhaus, im Biergarten, im Schießstand oder bei den schönen Veranstaltungen der Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft 1874 e. V. Schwürbitz am Main, sam

Weitere Geschichte folgt…

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  • Am Räslein 44, 96247 Schwürbitz am Main