Zum Inhalt springen Überspringen auf die linke Seitenleiste Zur Fußzeile springen

Flößer Schwürbitz

Die Flößerei hat in Schwürbitz am Main mehr als ein Jahrhundert alte Tradition.

1982 hatten Stammtischler vom Gasthof „Bremser“ eine erste Floßfahrt von Altenkunstadt bis nach Schwürbitz durchgeführt. Diese Floßfahrten wurden dann alle Jahre in den 80igern und 90igern Jahren wiederholt, bevor es dann wegen Nachwuchsmangel vorerst wieder eingestellt wurde. Fast alle „Schwürbitzer Flößer“ von damals waren zwischenzeitlich leider verstorben, erkrankt oder älter geworden. Hier zu nennen wären Adam Mayer, Florian Guthseel, Heinrich Hümmer, Eduard Haselmann, Paul Scherzer, „Dörre“ Fischer, „Franzla“ Thiem, Gerhard Zillig, H. Franzke, Johann Weberpals, Erhard Schamberger, Franz Thiem, Hans Holzheimer,

Eine neu formierte Flößergemeinschaft Schwürbitz, dies waren Stammtischler der Gastwirtschaft „Bremser“, ließ dann im Jahr 2012 erneut die alte Tradition aufleben. Von der „alten Flößer-Stammbesatzung“ von damals waren dann nur noch „Pio“ Theo Mahr und Wilfried Kraus übriggeblieben.

So standen die Schwürbitzer Stammtisch Flößer im Jahr 2012 in den letzten Vorbereitungen, wie die Aufzeichnungen der Versammlung im „Bremserhof“ zeigen. Hier wurden Erinnerungen der letzten Floßfahrten aus den 80iger Jahren und natürlich die gute alte Flößerzeit ausgetauscht.

Nach vielen Planungen und Sitzungen wurde am Samstag, den 4. August 2012 eine Floßfahrt auf dem Main durchgeführt. Die Planungen liefen vorher auf Hochtouren und eine Genehmigung wurde damals vom Landratsamt Lichtenfels mit einem Bescheid erteilt, so der damalige Vorsitzender Jürgen Mayer. Jürgen Mayer ist der Sohn des legendären Präsidenten Adam Mayer auf dessen Firmengelände, die Floße jahrelang gelagert wurden.

Die Flößer-Besatzung bestand wiederum aus 8 Personen. Ersatzleute wurden je nach Bedarf hinzugezogen. Damals fanden sich vorerst folgende Personen zusammen:

Jürgen Mayer, „Pio“ Theo Mahr, Wilfried Kraus, Dieter König, „Lo“ Harald Friedrich, Rudi Deuerling, Thomas Engelmann, welcher als Spender von T-Shirts und Base-Caps auftrat, Stefan Engelmann, „Ole“ Alfred Klerner, Hartmut Kremer, Horst Habermann war dabei für die Presse und das Protokoll, sowie im Hintergrund weitere helfende Personen, die auch das „Bodenpersonal“ stellten. Neben einigen Arbeitseinsätzen zum Fällen und Herrichten von geeigneten Baumstämmen, fanden immer wieder Besprechungen und Versammlungen in der Gastwirtschaft „Bremser“ Fleischmann statt, wobei sämtliche Vorbereitungen und Planungen genau besprochen und festgelegt wurden. Bereits vorher fanden größere Arbeitseinsätze „Am Weiher, „Löhla“ statt.

Die Floße wurden vom Lagerplatz auf ein Traktorfuhrwerk verladen und anschließend stand dann der Transport mit einem Traktor nach Trebitzmühle an. Unterhalb des Wehres wurden sie abgeladen und zusammengestellt. Die Floßfahrt begann anschließend. Nach kurzer Floßfahrt erfolgte vor dem Hochstadter Wehr eine Umladung der Floße auf dem Traktorfuhrwerk. Die Floße wurden nach der Hochstadter Mainbrücke wieder zu Wasser gelassen und weiter ging die Fahrt auf dem Wasser. Eine größere Haltepause, natürlich mit entsprechender Verpflegung wurde dann bei Weiler Gruben eingelegt. Die Fahrt ging anschließend an den „Schmiedsstauden“ vorbei, welche vor den berüchtigten Felsen in der Schleife vor Schwürbitz liegen. Gegen Spätnachmittag wurden die Floße in Schwürbitz unterhalb der Mainbrücke erwartet, wo sie an der alten Floßanlegestelle, dem „Weiher“ an Land gingen. Anschließend erfolgte ein gemütliches Beisammensein.

Wenn man in der Schwürbitzer Ortschronik nachblättert, lag der Ort Schwürbitz mit dem Main äußerst günstig. Kurz nach dem Zusammenfluss von Main und Rodach bot es den aus zwei Richtungen kommenden  Flößern nach langer harter Fahrt die erste große Zwischenstation. Der eben noch stürmisch drängende Fluss trat dicht unterhalb der Mühle in ein breites gemächliches Bett, die Waage genannt. Das große flache Wiesengelände aber zur rechten der Waage war idealer Floßanlegeplatz. Hier ging`s zu wie rund zwei Jahrhunderte später auf einem Güterbahnhof. Unablässig trafen hier die Floße ein und machten am Ufer fest. Neue Floße wurden zusammengestellt. Verladegut wurde ausgetauscht. Mannschaftswechsel fand statt. Kurzer oder längerer Aufenthalt bis zur Weiterfahrt ergab sich hier. Hier war Zeit und Gelegenheit für die Flößer, das auch damals schon sinnige Wort zu verwirklichen: Mach mal Pause! Dass in Schwürbitz eine kräftige Brotzeit zu haben war, hatte sich längst herumgesprochen. In den Jahren entstanden in Schwürbitz schmucke Gastwirtschaften, die heute historische Fachwerkhäuser und altehrwürdige Gebäude darstellen, wo Flößer aus Steinwiesen, Zeyern, Wallenfels, Friesen, Oberrodach, Unterrodach, Kronach, Küps und Unterlangenstadt Einkehr hielten.

Verschiedene Floßfahrten fanden in den Jahren danach bis 2017 statt. Es kamen noch weitere neue „Flößer“ hinzu: Uwe Kober, Ralf, Hülß, Stefan Hülß, Christian Friedrich, Thomas Mahr, Hermann Martin sowie weitere Personen „Fußvolk“. Natürlich auch weitere wichtige freiwillige Helfer im Hintergrund. Die letzten beiden geplanten Floßfahrten für die Jahre 2018 und 2019 mussten leider wegen „Wasser-Niedrigstand Main“ abgesagt werden. Dann kam „Corona“ hinzu. Die jetzige Flößer-Mannschaft hofft, irgendwann mal wieder eine ordentliche „Floßfahrt auf dem Main“ durchführen zu können.

Der neue Präses ist Ralf Hüls, „Glück auf und immer eine Hand breit Wasser unterm Holz“ Meld Dich an bei uns!

Kontakt