Zum Inhalt springen Überspringen auf die linke Seitenleiste Zur Fußzeile springen

Autor: Tobias Donath

Ortsgeschichte

Der Ort Schwürbitz wird erstmals am 14. Februar 1057 im Toten-Gedenkbuch des Bamberger Doms erwähnt, Bischof Adalberos schenkt an seinem Todestag dem Domkapitel Getreide aus Schwürbitz. Spätere Hinweise berichten, dass 1180 Bischoff Otto II dem Kloster Langheim den Bau einer Mühle am Fuße des Berges Gorz (Göritze) genehmigt. Beide Namen deuten auf Zuwanderungen Slawischer Stämme im 7. bis 10. Jahrhundert hin. Aber bereits im 5. Jahrhundert unter den Merowingischen Königen wurden hier größere Rodungen vorgenommen und Straßen, Burgen, sowie Siedlungen nach römischen Vorbild des Rheintales angelegt.

Der Ort lag in der Grafschaft Graitz im östlichen Banzgau, sowie der Mark Schweinfurt. Im Wappen dominieren zwei gekreuzte Bootshaken, wegen des höheren Wasserstandes nach dem Zusammenfluss von Rodach, Main und Steinach fügte hier die Flößerei Baumstämme zu größeren Einheiten zusammen, viele Flößer traten bereits hier nach Einkehr in den Wirthäusern ihre Heimreise an, andere wieder lieferten das Bau- und Schiffsholz bis nach Rotterdam. Das Wagenrad erinnert an zwei Altstraßen, die sich hier gekreuzt haben sollen. Eine kam über Isling aus Bamberg und die andere vom Böhmischen Eger, beide führten zu einer Höhensiedlung nördlich von Lettenreuth, mit vier Quellen, Schanzen und dem größten eisenzeitlichen Gräberfeld Oberfrankens. Die Hochstraßen verliefen nach Norden weiter ins Thüringische Saaletal, sowie über Coburg zu den Gleichbergen. Schwürbitz ist der einzige Ort mit sieben Ganherren (deshalb 7 Speichen im Rad).

Der Legende nach stand auf dem Spitzberg östlich vom Ort eine Burg, die möglicherweise während der Bauernkriege im 16. Jahrhundert zerstört wurde, unter dem Bamberger Bischof Weigand von Redwitz. Neben den vier katholischen Herren des Ortes, Domkapitel und Kloster zum Heiligen Grab unterhielten die evangelischen Freiherren von Redwitz, von Schaumberg-Strößendorf und von Künsberg (Oberlangenstadt) Güter, Höfe und eigene Brauereinen. Als Repräsentationsgebäude und zur Gerichtsbarkeit erbauten die Ganherren 1580 das „Steinere Haus“ (Schtana Haus“). Schwürbitz ist das einzige Dorf im Landkreis mit zwei Kirchen, die im romanischen Baustil erbaute evangelische Kirche im Ortskern und die das Maintal mit prägende katholische Kirche in neugotischen Baustil. Seit 1978 wird der Ort von Michelau verwaltet.