Männergesangverein „Cäcilia“ 1856 Schwürbitz feierte eindrucksvolles 170-jähriges Bestehen
„Ein Sonntag der Chöre“
Ehrungen für verdienstvolle Sänger
Heribert Ritzel wurde zum Ehrenchorleiter ernannt
Besonderer Dank der Schützengesellschaft Schwürbitz für die Überlassung der Räumlichkeiten
Der Männergesangverein1856 Schwürbitz konnte am Sonntag, den 13. September 2026, auf 170 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Diesbezüglich feierte der älteste Verein von Schwürbitz bzw. der Gesamtgemeinde Michelau i. OFr. im Schützenhaus das 170-jährige Bestehen unter dem Motto „Ein Sonntag der Chöre“.
Die Jubiläumsveranstaltung begann mit einer Wort-Gottes-Feier durch Wortgottesdienstleiter Manfred König (Evangelium und Predigt), assistiert von Lektor Horst Habermann (Lesung) mit Ministranten- und Weihrauchdienst durch Mesner Andreas Rußwurm. König stellte in seiner Predigt das Vereinsjubiläum in den Vordergrund mit den Worten „Die Talente zum Klingen bringen“ – nach dem Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Schrifttext Matthäus 25, 14-30).
Für die musikalische Umrahmung sorgte der Chor „CHORisma“ unter Leitung von Manuela Scherzer.
Nach den Fürbitten sang der Chor „Wer glaubt ist nie allein“. Nach einem gemeinsamen „Vater unser Gebet“ erfolgte die Einladung zur Hl. Kommunion durch die Kommunionhelfer Manfred König und Horst Habermann.
Zum Schlusssegen sang CHORisma „Gott sei über dir“.
Anschließend fand ein Frühschoppen in den Räumlichkeiten des Schützenhauses statt. Es erfolgte anschließend ein schmackhaftes gemeinsames Mittagessen. Ebenso wurden an der Kuchentheke Kaffee, Torten und Kuchen angeboten.
Der Festnachmittag wurde von Manfred König eindrucksvoll moderiert.
Erster Vorsitzender Herbert Fleischmann, der das Jubiläumsfest bestens gemanagt hatte, begrüßte besonders die teilnehmenden Gesang- und Ortsvereine einschließlich Ehrengäste und Vertreter des öffentlich und kulturellen Lebens mit den Bürgermeistern Andreas Robisch, Simone Naumann und Michael Stettner, die kirchlichen Vertreter mit Dekan Pfarrer Lars Rebhan und Diakon Andreas Dünisch (er sprach Glückwünsche und Grußworte), sowie Ehrenvorsitzende der Sängergruppe Lichtenfels, Hildegard Weberpals, Manuela Scherzer, Erste Vorsitzende der Sängergruppe Lichtenfels, Pia Hempfling, staatlich anerkannte Kreischorleiterin, Burkard Neubauer, Erster Vorsitzender des Sängerkreises Coburg-Kronach-Lichtenfels (er sprach Grußworte), Schützenmeister Michael Tischler sowie Oswald Kremer als Sprecher der Ortsvereine Schwürbitz.
Der Vorsitzende erinnerte an die Gründung im Jahr 1856, als es weder Radio noch Fernsehen, keine Autos und keinen Strom im Dorf gab. Was es aber schon gab, war die Freude am gemeinsamen Singen und der Wunsch, Menschen durch Musik zusammenzubringen. Und genau dieser Gedanke trägt der Verein bis heute. Der Festnachmittag soll deshalb kein Blick zurück in ein Museum sein, sondern ein lebendiges Fest der Chormusik. So wolle man wunderbare Chöre hören und auf eine gemeinsame Geschichte zurückblicken, verdiente Sänger ehren und miteinander schöne Stunden verbringen.
Grußworte und Glückwünsche entrichteten Erster Bürgermeister Andreas Robisch, Vertreter für die Ortsvereine Oswald Kremer sowie von der evangelischen Kirchengemeinde Schwürbitz/Michelau Diakon Andreas Dünisch.
Der Bürgermeister hob besonders hervor, dass in 170 Jahren viele Generationen ihren Teil dazu beitrugen, dass dieses Jubiläum stattfinden könne. Manche Namen kennt man noch, andere sind vielleicht längst vergessen. Aber jeder Einzelne hat ein kleines Stück dazu beigetragen. Es geht auch darum, dass viele Menschen über viele Jahre gemeinsam etwas aufbauen und erhalten konnten. Beim Schwürbitzer Männergesangverein kommt noch etwas ganz Besonderes dazu: Die Musik. So wäre es schön, wenn der Chor auch in Zukunft neue Sänger und aktive Mitglieder hat. Vielleicht sitzt der eine oder andere hier, der sich denkt: „Eigentlich könnte ich das auch einmal ausprobieren“.
Oswald Kremer hob die ländlich geprägte Ortschaft Schwürbitz hervor, die in dieser Zeit zum Königreich Bayern gehörte. König Maximilian II regierte zu dieser Zeit, der als großer Förderer der Wissenschaften und der Volkskultur galt. Die Gründung eines Gesangvereins war jedenfalls ein typisches für das Erstarken des bürgerlichen und kulturellen Vereinslebens in dieser Epoche. Da die Volksfrömmigkeit damals ein hohes Gut war, erinnerte man sich an die Heilige Cäcilia. So sollte am Ende des 16. Jahrhunderts das Cäcilien Kloster bei Bilderstürmen in den Niederlanden verwüstet werden. Die Heilige vollbrachte jedoch -in der Gestalt einer Nonne als Kapellmeisterin- ein Wunder. Denn die wunderschöne Musik bändigte die Horden, die das Kloster überfallen wollten. Musik hat eben eine übergreifende Wirkung auf Körper, Geist und Gesellschaft und verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg. So hatte sich der Verein bis in die jetzige Zeit entwickelt.
Weitere Grußworte wurden gesprochen. Diakon Andreas Dünisch hob hervor, dass die Cäcilia ein Stück Geschichte von Schwürbitz geschrieben hat. In gelebter Gemeinschaft haben Menschen hier ihr Herzblut eingebracht und kulturelles Leben mitgeprägt. Im Psalm 133 heißt es u.a. “Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander leben, ein Ort, wo Segen erfahrbar ist…wenn Brüder nebeneinander singen usw…”
Am Nachmittag erfolgten im Festsaal die Auftritte der einzelnen Chöre.
Männergesangverein Cäcilia 1856 Schwürbitz, CHORisma Schwürbitz, Liederkranz Großwalbur, Taktvoll Buch am Forst, Harmonie Kösten (kam nur zum Gratulieren, konnten wegen eines Todesfalles nicht auftreten), Gesangverein Gestungshausen, Liederkranz 1856 Burgkunstadt und Gesangverein Obersdorf.
Zwischendurch trug Schriftführer und Protokollführer Horst Habermann einen Vereinsrückblick aus „170 Jahre Chronik Cäcilia Schwürbitz“ vor.
In Einzelnen traten unter der Moderation von Manfred König die Gesangvereine wie folgt auf:
Männergesangverein Cäcilia 1856 Schwürbitz mit CHORisma unter Leitung von Chorleiter Fabian Spindler mit den Liedern „Arcobaleno, Montana Libre, Va Pensiero (Nabucco) und Fränkischer Wind“.
Liederkranz Großwalbur 1859 unter Leitung von Yvonne Unger mit den Liedern „Halleluja, Sommerpsalm, Probiers mal mit Gemütlichkeit, Feierlicht und ich geh in Flammen auf“.
Chor Taktvoll Buch am Forst unter Leitung von Ute Kraus mit den Liedern „Singen macht Spass, Rock my soul, Jede Stunde, Si ma ma imara, Siahamba“.
Männergesangverein Gestungshausen unter Leitung von Ralf Fischer mit den Liedern „Heast as net, Alt wie ein Baum, Wunder gescheh`n, Dorfkind, Dorfrocker“.
Liederkranz 1856 Burgkunstadt unter Leitung von Katharina Flierl mit den Liedern „In die blühende Welt, Wochenend und Sonnenschein, Drei schöne Dinge fein, Ein Freund, ein guter Freund“.
Gesangverein Obersdorf unter Leitung von Ingrid Müller mit den Liedern „Vergiss nicht zu singen, Wanderlied, Irisches Liebeslied, Mein Dörflein“.
Ehrungen
Ehrungen wurden für langjährige Sänger durch Ersten Vorsitzenden Herbert Fleischmann, Kreischorleiterin Pia Hempfling und Ersten Vorsitzenden des Sängerkreises Coburg-Kronach Lichtenfels, Burkard Neubauer (gleichzeitig Vertreter des Fränkischen Sängerbundes), wie folgt durchgeführt:
10 Jahre aktives Singen
Jakob Busch, Karl-Heinz Freitag und Hans-Geog Zink.
40 Jahre aktives Singen
Giuseppe Napolitano.
50 Jahre aktives Singen
Josef Lutter.
65 Jahre aktives Singen
Josef Wich und Herbert Fleischmann.
Eine besondere Ehrung wurde dem langjährigen Chorleiter des Männergesangvereins Cäcilia 1856 Schwürbitz, Heribert Ritzel zuteil.
Heribert Ritzel wurde zum Ehrenchorleiter der Cäcilia 1856 Schwürbitz ernannt und erhielt entsprechende Urkunde überreicht.
Dazu hielt Erster Vorsitzender Herbert Fleischmann eine umfangreiche Laudatio mit folgenden ausführlichen Worten:
Im Jahr 1981 ging bei der Cäcilia der Taktstock gewissermaßen von einer Generation an die nächste. Nachdem sein Vater Robert Ritzel altersbedingt die Chorleitung abgeben musste, übernahm Heribert als junger Dirigent die musikalische Verantwortung für die Cäcilia. Was damals wohl noch niemand ahnen konnte: Damit begann eine Ära, die den Schwürbitzer Chor über Jahrzehnte prägen sollte. Heribert führte die erfolgreiche Arbeit seines Vaters fort und setzte eigene musikalische Akzente. Bereits 1984 konnte sich die Cäcilia beim Ausleseverfahren des Fränkischen Sängerbundes in Lauf an der Pegnitz als Leistungschor qualifizieren.
Es folgten viele Jahre mit unzähligen Auftritten, Konzerten, Sängerfesten und gemeinsamen Unternehmungen. Unvergessen bleiben die Auftritte auf der Seebühne in Bad Staffelstein, die Serenaden, die Chorreisen und natürlich die beiden Reisen zum Internationalen Adventssingen im Wiener Rathaus. Auch das große 150-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 2006 trug seine musikalische Handschrift.
Doch bei all diesen Erfolgen und Erlebnissen geht es heute nicht darum, eine vollständige Liste vorzulesen. Denn das Entscheidende lässt sich ohnehin nicht in Zahlen, Jahreszahlen oder Auszeichnungen ausdrücken.
Heribert hat die Cäcilia Chor über Jahrzehnte geprägt. Er kannte seine Sänger. Er wusste, was er ihnen zutrauen konnte – und wahrscheinlich wusste er manchmal auch ganz genau, wann er noch ein bisschen mehr aus dem Chor herausholen musste.
Und die Sänger wussten genauso: Wenn Heribert vorne steht, dann gibt er den Ton an. Und das war schließlich auch seine Aufgabe!
Die musikalische Tradition der Familie Ritzel reicht übrigens weiter. Nachdem Heribert 1981 den Taktstock von seinem Vater Robert übernommen hatte, wurde die Freude an der Musik auch an die nächste Generation weitergegeben. Heriberts und Manuelas Sohn Markus, der schon als Bub bei den Chorproben dabei war, hat die Musik später zu seinem Beruf gemacht.
So spannt sich ein schöner musikalischer Bogen über drei Generationen der Familie Ritzel.
Aus gesundheitlichen Gründen kam schließlich der Zeitpunkt, an dem Heribert die aktive Leitung des Chores abgeben musste.
Aber dass man zwar das Amt des Chorleiters abgeben kann, nicht aber die Verbundenheit zu „seinem“ Chor, das hat Heribert im vergangenen Jahr auf eine ganz besondere Weise gezeigt.
Bei einem Abend der Serenaden sollte die Cäcilia natürlich auch selbst auftreten. Doch der Chorleiter konnte nicht dabei sein – und auch die Vertretung stand an diesem Abend nicht zur Verfügung.
Und dann war da Heribert. Eigentlich war er gemeinsam mit seiner Frau Manuela als Gast gekommen.
Als klar wurde, dass man einen Dirigenten brauchte, hat er nicht lange überlegt. Er stand auf, stellte sich vor seine ehemaligen Sänger – und dirigierte.Ohne gemeinsame Probe, ohne großes Aufheben. Einfach so. Und auf einmal war es wie in alten Zeiten. Heribert vorne – seine Cäcilia hinter ihm. Und es funktionierte.
Dieser Augenblick hat etwas gezeigt, was man nicht planen kann: Nach so vielen gemeinsamen Jahren bleiben Verbundenheit, Vertrauen und die gemeinsame Freude am Singen.
Somit hat Heribert der Cäcilia einen großen Teil seines musikalischen Lebens geschenkt. Er hat die Cäcilia gefordert und gefördert, mit der Cäcilia geprobt, gesungen, gefeiert und viele unvergessliche Stunden erlebt. Er hat den Chor über Jahrzehnte seine musikalische Handschrift gegeben.
Dafür möchten wir dir heute, anlässlich unseres 170-jährigen Vereinsjubiläums, von Herzen Danke sagen.
„Aber wir möchten es heute nicht bei einem Dank belassen. In Anerkennung seiner jahrzehntelangen Verdienste um den Chor und seiner außergewöhnlichen Verbundenheit mit der Cäcilia 1856 Schwürbitz ist es mir eine ganz besondere Freude und Ehre, ihn heute zum Ehrenchorleiter des Männergesangvereins Cäcilia 1856 Schwürbitz zu ernennen“, so Erster Vorsitzender Herbert Fleischmann. Sichtlich gerührt dankte Heribert Ritzel den Verantwortlichen der Cäcilia und ließ kurz schöne Erinnerungen Revue passieren.
Ein unvergessliches und eindrucksvolles Jubiläum ging am späten Nachmittag zu Ende.
Ausführliche Dankesworte sprach abschließend Erster Vorsitzender Herbert Fleischmann. Er dankte allen Mitwirkenden, Helfern, Ehrengästen und Besuchern der Cäcilia, damit dieses schöne Fest noch lange in Erinnerung bleibt, mit den Worten „Heute Morgen haben wir mit unserem Wortgottesdienst begonnen, haben miteinander gegessen und gefeiert, wir haben zurückgeblickt auf 170 Jahre Cäcilia – und vor allem haben wir sehr viel Musik gehört. Und wenn ich jetzt am Ende dieses Tages hier stehe, dann weiß ich vor allem eines: So ein Fest macht keiner allein. Viele Menschen haben dazu beigetragen – manche heute sichtbar hier im Saal, viele andere eher im Hintergrund. Und deshalb möchte ich zum Abschluss ganz bewusst Danke sagen!“, so Erster Vorsitzender Herbert Fleischmann. Namentlich dankte er weiteren Personen und Vereinsmitgliedern.
Besondere Dankesworte sprach zum Schluss der frühere langjährige Vorsitzende Josef Lutter mit Kassier Klaus Güthlein an Vorsitzenden Herbert Fleischmann mit Präsent und Blumenstrauß (für die Gattin Marion). Lutter würdigte die absolute Topleistung von Herbert Fleischmann, der das einmalige 170-jährige Jubiläum bis ins letzte Detail in den letzten Monaten gemanagt hatte, zu planen und mit seinem Festausschuss durchzuziehen. Es war eine einzigartige Leistung. Dafür gebührt Ersten Vorsitzenden Herbert Fleischmann ein besonderes Lob und größte Anerkennung.
Text Horst Habermann (hh)
Unsere Fotos zeigen verschiedene Bilder vom 170-jährigen Jubiläum des Männergesangvereins Cäcilia 1856 Schwürbitz (Wortgottesfeier, Besucher im Festsaal, Grußworte, Auftritt der einzelnen Chöre Cäcilia, CHORisma, Großwalbur, Buch am Forst, Gestungshausen, Burgkunstadt, Obersdorf, Ehrungen).
- Foto Eine Wort-Gottes-Feier wurde anfangs abgehalten
- Foto CHORisma gestaltete die Wort-Gottes-Feier mit
- Foto Dichtgefüllt war der geschmückte Festsaal
- Foto Männergesangverein Cäcilia 1856 Schwürbitz Auftritt
- Foto CHORisma und Cäcilie traten mit einem gemeinsamen Lied auf
- Foto Stellvertretend für weitere Chöre – Auftritt des Liederkranzes Großwalbur
- Foto Verschiedene Ehrungen wurden durchgeführt
- Foto Ehrung für 65 Jahre Mitgliedschaft Herbert Fleischmann
- Foto Heribert Ritzel wurde zum Ehrenchorleiter ernannt
- Foto Erster Bürgermeister Andreas Robisch sprach Dankesworte und erhielt Präsent
- Foto 170 Jahre Frühschoppen
- Foto Dankesworte Josef Lutter an Vorsitzenden Herbert Fleischmann
- Foto Erster Vorsitzender Herbert Fleischmann nimmt die Glückwünsche der Ortsvereine durch Oswald Kremer entgegen
- Foto Manfred König moderierte das Programm
- Foto Besonderes Lob und Anerkennung galt Ersten Vorsitzenden Herbert Fleischmann für die einzigartige Topleistung. Er hatte das Jubiläumsfest bis ins letzte Detail gemanagt.
Fotos hh und weitere Fotografen red. cäcilia












































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