Historie des MGV Cäcilia 1856 Schwürbitz
Cäcilia feiert 170-jähriges Bestehen
Ältester Verein von Schwürbitz bzw. der Gesamtgemeinde Michelau i. OFr.
Ein Sonntag der Chöre
Der Männergesangverein1856 Schwürbitz darf am Sonntag, den 13. September 2026, auf 170 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Diesbezüglich feiert der älteste Verein von Schwürbitz bzw. der Gesamtgemeinde Michelau i. OFr. am Schützengelände auf dem Göritzenplateau das 170-jährige Bestehen unter dem Motto „Ein Sonntag der Chöre“.
Die Jubiläumsveranstaltung beginnt um 9.30 Uhr mit einem Wortgottesdienst. Anschließend ist Frühschoppen mit gemeinsamen Mittagessen.
In der Zeit von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr erfolgt der Festnachmittag mit Vereinsrückblick, Grußworten und Auftritten verschiedener Chöre (lt. Programmflyer).
Besonderer Hinweis: Am Sonntagnachmittag gibt es ganztags hausgebackene Kuchen, Torten und Kaffee sowie vom Grill fränkische Bratwürste und Steaks.
Mittagsbestellung liefen bis Freitag, 11. September 2026, Telefon Herbert Fleischmann, 0152 22644505, Josef Lutter, 0152 54307610, Jacqueline Müller, 0176 60439278,
E-Mail: caecilia@fleibau.net, oder QR-Code.
Chronik Rückblick – 170 Jahre Männergesangverein „Cäcilia“ 1856 Schwürbitz
Ein Rückblick auf 170 Jahre Chorgesang, Gemeinschaft und
Vereinsleben
170 Jahre Männergesangverein „Cäcilia“ Schwürbitz – das sind 170 Jahre gelebte Gemeinschaft, Freude am Gesang, Kameradschaft und ein Stück Schwürbitzer Ortsgeschichte.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1856 fanden sich einige sangesfreudige und zielbewusste Männer zusammen und gründeten in Schwürbitz einen Gesangverein. Zu den ersten Sängern gehörten Männer aus alteingesessenen Schwürbitzer Familien. In einer Zeit, in der es im Ort weder elektrisches Licht noch Telefon, Wasserleitung oder motorisierten Verkehr gab, bot der gemeinsame Gesang neben der Pflege des Liedgutes vor allem Gemeinschaft und Geselligkeit.
Im Jahr 1900 erhielt der Verein den Namen „Cäcilia“. Neben dem Gesang spielte schon früh auch das gesellschaftliche Leben eine große Rolle. Theateraufführungen, Bälle,
Faschingsveranstaltungen und später auch Weinfeste gehörten über viele Jahrzehnte fest zum kulturellen Leben in Schwürbitz.
Bereits 1887 wurde die erste Vereinsfahne angeschafft und feierlich geweiht. Das 50-jährige Vereinsjubiläum wurde 1906 begangen. Der Erste Weltkrieg brachte das blühende Vereinsleben 1914 zum Erliegen. Doch bereits 1919 wurde wieder eine Generalversammlung abgehalten und der Probenbetrieb aufgenommen.
Auch Inflation, Weltwirtschaftskrise und große Arbeitslosigkeit konnten den Zusammenhalt der Sänger nicht brechen. Ein besonderes Ereignis wurde das 75-jährige Jubiläum im Jahr 1931. 65 Vereine kamen nach Schwürbitz, rund 5.000 Besucher wurden gezählt – eine beeindruckende Zahl für den damals wesentlich kleineren Ort.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges kam das Vereinsleben erneut zum Erliegen. Schon am 20. Mai 1946 erhielt die „Cäcilia“ jedoch von der amerikanischen Militärregierung die Genehmigung zur Wiederaufnahme ihrer Vereinstätigkeit. Bereits kurz darauf wurden wieder gesellige Veranstaltungen durchgeführt, 1947 Theater gespielt und erste Sängerfeste besucht.
Die großen Sängerfeste
Zu einem herausragenden Ereignis der Vereinsgeschichte entwickelte sich das 100-jährige Jubiläum vom 2. bis 4. Juni 1956. Mehrere tausend Besucher kamen nach Schwürbitz. 73 Pokale standen für das Preiswettsingen bereit, und der Festplatz am Main bot die Kulisse für eines der größten Sängerfeste, die Schwürbitz erlebt hat.
Eine besondere Würdigung folgte ein Jahr später: Am 26. Mai 1957 wurde der
Männergesangverein „Cäcilia“ in Köln durch Bundespräsident Theodor Heuss mit der
Zelterplakette ausgezeichnet. Über die Grenzen Schwürbitz hinaus entstanden Freundschaften. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung zum Volkschor Bittstädt in Thüringen. Gegenseitige Besuche hielten diese Sängerfreundschaft selbst während der jahrzehntelangen deutschen Teilung lebendig.
Das nächste große Fest folgte 1981. Das 125-jährige Vereinsjubiläum vom 12. bis 15. Juni wurde erneut zu einer eindrucksvollen Demonstration für den Chorgesang. Ein großer Festzug mit Ehrendamen und Fahnen zog durch den Ort, fünf Musikkapellen waren aufgeboten und Schwürbitz präsentierte sich als wahres „Fahnenmeer“.
Eine prägende Ära
Mit dem Jubiläumsjahr 1981 begann zugleich eine Ära, die den Chor über Jahrzehnte
entscheidend prägen sollte. Heribert Ritzel übernahm als junger Dirigent den Chor und
entwickelte ihn mit großem Engagement und musikalischem Können weiter.
Die erfolgreiche Arbeit zeigte sich bei zahlreichen Wertungs- und Leistungssingen. Einen
besonderen Erfolg erreichte die „Cäcilia“ 1984 beim Leistungssingen des Fränkischen
Sängerbundes in Lauf an der Pegnitz: Der Chor wurde als Leistungschor der Leistungsstufe I ausgezeichnet.
Auch überregional war die „Cäcilia“ immer wieder präsent. Sängerfeste in Mainz, Stuttgart, Essen und Hamburg wurden besucht. Daneben gehörten Vereins- und Sängerreisen über viele Jahrzehnte zum Vereinsleben. Ziele waren unter anderem Österreich, Südtirol, die Mosel und der Rhein, der Lago Maggiore, die Toskana sowie der Gardasee mit Mailand und Verona.
Gesang, Kameradschaft und gemeinsame Erlebnisse gehörten bei der „Cäcilia“ stets zusammen.
150 Jahre „Cäcilia“
Im Jahr 2006 konnte der Verein schließlich sein 150-jähriges Bestehen feiern. Wieder stand der Chorgesang im Mittelpunkt. Freundschafts- und Wertungssingen, ein Kinderchortreffen und weitere musikalische Veranstaltungen machten das Jubiläum zu einem würdigen Höhepunkt der
Vereinsgeschichte.
In die Amtszeiten der Vorsitzenden Werner Hümmer, Josef Lutter und Reinhard Höppel fielen weitere besondere musikalische Jahre. Eine entscheidende Konstante blieb dabei Chorleiter Heribert Ritzel. Zu den Höhepunkten gehörten von 2010 bis 2016 die Serenaden an besonderen Schwürbitzer Orten – zunächst im „Lindnerhof“ und anschließend im Castello Monte Gallini. Mehr als 300 Besucher erlebten dort die Konzerte; die Eintrittskarten waren teilweise schon am zweiten Tag ausverkauft. Auch die regelmäßigen Kurkonzerte auf der Seebühne in Bad Staffelstein von 2009 bis 2014 wurden zu einem Aushängeschild des Chores. Besondere musikalische Erlebnisse waren außerdem die Teilnahmen am Internationalen Adventssingen im Wiener Rathaus in den Jahren 2009 und 2015. Die „Cäcilia“ durfte sich dort inmitten zahlreicher Chöre aus vielen Nationen einem internationalen Publikum präsentieren. Damit setzte Heribert Ritzel in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit zahlreiche Marksteine und prägte eine lange und erfolgreiche Epoche der „Cäcilia“. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seine Tätigkeit als Chorleiter schließlich im Jahr 2017 beenden.
Eine neue Generation am Dirigentenpult
2018 konnte mit Marvin Steglich ein junger Musikschulabsolvent als Chorleiter gewonnen werden. Mit neuen Ideen und Methoden traf er zunächst auf einen überwiegend älteren Sängerstamm. Nach einer Zeit gegenseitiger Gewöhnung entwickelte sich jedoch eine gute und angenehme Probenarbeit.
Mit Beginn seines Studiums endete 2021 seine Tätigkeit. Die entstandene Lücke konnte
zunächst der aktive Sänger und Ersatzchorleiter Reinhard Lutter überbrücken.
Auch in der Vereinsführung gab es Veränderungen. Die Vorstandschaft von Reinhard Höppel endete 2020 krankheitsbedingt. In den Jahren 2021 und 2022 stand Hans Ditterich als Erster Vorsitzender an der Spitze des Vereins.
Die folgenden Jahre gehörten sicherlich zu den schwierigeren Abschnitten der jüngeren
Vereinsgeschichte. Nachwuchssorgen und die Suche nach einem dauerhaften Chorleiter stellten die „Cäcilia“ vor große Herausforderungen. Das plötzliche Ableben des Hilfsdirigenten Reinhard Lutter verschärfte die Situation zusätzlich.
Aufgeben kam nicht in Frage
Als schließlich sogar eine Auflösung des Chores drohte, übernahm im November 2023 Herbert Fleischmann, selbst seit über 60 Jahre aktiver Sänger der „Cäcilia“, das Amt des Ersten Vorsitzenden. Gemeinsam mit dem Zweiten Vorsitzenden Siegfried Vockentänzer und den verbliebenen Sängern galt zunächst ein wichtiges Ziel:
Den Chor zusammenhalten.
Auch ohne festen Chorleiter wurden die Singstunden fortgeführt. Mit einfachen und bekannten Liedern gelang es, den verbliebenen Sängerstamm und damit auch die Gemeinschaft der „Cäcilia“ zu erhalten.
Diese Beharrlichkeit zahlte sich aus. Im März 2025 konnte mit Fabian Spindler ein junger Musiklehrer und vielseitiger Instrumentalist als neuer Chorleiter gewonnen werden. Mit ihm kam wieder neuer musikalischer Schwung in die Probenarbeit. Öffentliche Auftritte, unter anderem beim Weihnachtsmarkt, bei Festen und anderen Veranstaltungen, zeigten, dass die „Cäcilia“ wieder hörbar und sichtbar in das örtliche Leben zurückgekehrt ist.
Heute besteht der aktive Chor aus rund 20 Sängern im Alter zwischen 60 und 87 Jahren.
170 Jahre – und der Blick nach vorne
Wenn der Männergesangverein „Cäcilia“ Schwürbitz im Jahr 2026 auf sein 170-jähriges
Bestehen zurückblickt, dann erzählt seine Geschichte nicht nur von großen Sängerfesten, erfolgreichen Wertungssingen, Reisen und Auszeichnungen.
Sie erzählt vor allem von Menschen.
Von Sängern, Chorleitern, Vorsitzenden und vielen Helfern, die über Generationen hinweg Verantwortung übernommen haben. Von Menschen, die in guten Zeiten gemeinsam gefeiert und in schwierigen Zeiten dafür gesorgt haben, dass es weiterging.
Zwei Weltkriege, Inflation und wirtschaftliche Not konnten den Verein nicht dauerhaft zum Schweigen bringen. Auch die großen Veränderungen unserer Gesellschaft und die heutigen Nachwuchssorgen haben eines nicht verändert: die Freude am gemeinsamen Singen und die Kameradschaft innerhalb des Chores.
Gerade deshalb verbindet sich mit dem 170. Geburtstag nicht nur der Stolz auf das Erreichte, sondern auch ein Wunsch für die Zukunft.
Neue und besonders auch jüngere Sänger wären wohl das schönste Geburtstagsgeschenk, das man der „Cäcilia“ zum 170-jährigen Bestehen machen könnte. Denn die Geschichte dieses traditionsreichen Schwürbitzer Vereins soll mit dem Jubiläum 2026 nicht enden, sondern sie soll weiter geschrieben werden, so die Verantwortlichen um Ersten Vorsitzenden Herbert Fleischmann.
Text Horst Habermann (hh)
Unsere Fotos zeigen verschiedene Bilder (Repros) aus verschiedenen Jahren.
- Älteste historische Aufnahme des MGV Cäcilia 1856 Schwürbitz vom Jahr 1934.
- Cäcilia 100 Jahre 1956.
- Cäcilia 125 Jahre 1981.
Weitere historische Bilder
Fotos (Repros) Horst Habermann (Archiv hh)













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