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40 Jahre Oberfrankenkommando – das war schon einen Ausflug wert! Das OFK auf dem Main zwischen Lichtenfels und Reundorf.

Das Wirtshaussterben macht sich in der heutigen Zeit auch sozial bemerkbar. Waren es in Schwürbitz in den 1980er Jahren noch sechs Wirtschaften, wo man sich regelmäßig und ausgiebig treffen konnte, sind zumindest in Schwürbitz nur noch „zwei halbe“ Wirtschaften übrig geblieben. Halb deswegen, weil sie halt nicht mehr, wie früher üblich, von morgens Neun Uhr bis zur Sperrstunde in der Nacht geöffnet haben, sondern nur noch an ausgesuchten Abenden. Wie also, sollte sich in diesen Jahren noch ein Stammtisch gründen können? So wie in den 70er und 80er Jahren zahlreich geschehen. Da gab es den Stammtisch der „Klopfer“, der „Bettschoner“, die „Schrubber“ und noch manch andere, die gerne zusammen kamen um der Bierkultur, der Unterhaltung, dem Karten oder nur der Geselligkeit zu frönen. Die „Agilen Iltisse“ war auch ein Phänomen der 80er Jahre. Der bekannteste Stammtisch in Schwürbitz sind wohl die „Gaaßn“, deren Kultur so weit reicht, dass sich die mittlerweile honorigen Herren um die 80 Lenze, sogar heute noch zum „Bockser-Essen“ treffen oder einen Preisschafkopf ausrichten. Einmal wurden die Herren sogar zum Korbmarkt nach Lichtenfels bestellt, um unter der Leitung vom Gaaßn-Musikus Gerd Backert, dass „Gaaßn-Lied“, eine Ode an den Stammtisch, zum Besten zu geben. Kein Wunder also, dass sich von zweien dieser Herren „der Gaaßn“ auch deren Söhne in einen Stammtisch begaben und einer davon, ist sogar zuständig für den Namen, den sich die auf sechs Personen beschränkte Vereinigung, gaben. Am 08.08.1986 war das Oberfrankenkommando geboren. Damals fuhren sechs junge Kerle, die zu dieser Zeit einen echten Stammtisch in der Schwürbitzer Gastwirtschaft „Rauch“, eigentlich „Zum Hirschen“,       pflegten, nach Lindau, um gemeinsam Urlaub zu machen. Auf einem Campingplatz in der Nähe, dem Gitzenweiler Hof, wurde eingemietet und man schlief in billigen Zelten, kochte im ausgedienten Bierfass, schaute jungen Holländerinnen nach, beobachtete die Golfspieler auf dem benachbarten Golfplatz, vornehmlich am „Pat 14“ und ließ es sich einfach nur gut gehen. Es wurde der Kegelabend eingeführt und der „Gitzengruß“ erfunden. Ein rundum wunderschöner Ausflug, bis zu dem Moment, als man aus der Disko hinausflog, weil sich eben jener Namensgeber über die Preise aufregte. Mitglied Nummer 4 Rüdiger Pohl kündigte damals auf einem Tempo-Taschentuch im Eingangsbereich an, dass man zurückkäme und den „Sauladen“ aufmischen werde. Er unterschrieb damals seine Drohung mit dem bis dahin unbekannten Namen „Oberfrankenkommando“, kurz OFK. Eine Aktion, die dem „Aktivisten“ Tags darauf, nachdem die Stammtischbrüder den Drohbrief wieder einkassierten, viel Spott einhandelte.

Was sich bis heute erhielt, war der Name, den die sechs Mann bis heute nicht ablegten, im Gegenteil. Heute, 40 Jahre nach dieser legendären Aktion, scherzt man immer noch über diese Angelegenheit und man wunderte sich am vergangenen Wochenende, wo denn die Zeit geblieben ist. 1987 fuhren die Freunde Jürgen Spitzenberger, Markus Dumproff, Stefan Motschenbacher, Rüdiger Pohl, Thomas Fischer und Bernd Motschenbacher erneut in die Ferne. Damals sollte es Italien sein und man verbrachte wieder einige wunderbare Tage als Freunde auf dem damals noch unbekannten Campingplatz „Ca Pasquali“ bei Jesolo. Als es dann schwieriger wurde, sich einfach mal eine Woche „abzuseilen“, behielten sich die sechs Freunde vor, einfach über ein Wochenende, jeweils zum 5-jährigen zu vereisen. So geschah es, dass man 1991 in Oberreuth „aufschlug“, 1996 in Krögelhof, 2001 machte man in Bamberg Quartier, 2006 in Würzburg, 2011 in Regensburg und 2016 in München. Für 2021 war Passau geplant, allerdings machte da die Pandemie einen Strich durch die Rechnung und nun, nach 40 Jahren, fiel es einigermaßen schwer, wieder anzuknüpfen. Aber man raffte sich auf und verbrachte zumindest einen Tag in Lichtenfels. Nach einem zünftigen Begrüßungstrunk bestieg man das bereitliegende Floß und tuckerte den ganzen Nachmittag auf dem Main hin und her. Auch eine Pause mit einem „Mainbad“ zur Abkühlung durfte nicht fehlen. Verpflegt wurde man köstlich durch Fassbier und Bratwürsten sowie Steaks. Und natürlich versprach man sich, die Stammtischtradition, die vom damaligen „Rauch“ zum „Bremser“ wechselte und nach dessen Schließung noch einigermaßen im Schützenhaus von Schwürbitz am Freitagabend aufrechterhalten wird, fortzuführen. Es ist also durchaus eine Schlagzeile wert, dass sich Stammtische als Freundesvereinigungen über 4 Jahrzehnte halten und wenn man nun auch neben den erwachsenen Kindern auf den Bierzeltgarnituren sitzt, führt man sich doch noch ein bisschen so auf, als wären die 40 Jahre nicht vergangen. Neben der „Durchnummerierung“ und dem Nachzählen, ob denn auch alle da sind, der Stammtischfahne, dem speziellen Gruß gäbe es noch einiges an „Spinnereien“, die sich in den vergangenen 40 Jahren entwickelt oder erhalten haben, doch das würde den Rahmen sprengen. Vielleicht lädt man interessierte Einwohner oder potenzielle Stammtischgründer im Herbst mal zu einen Kartabend ein, an dem man dann viel Informationen zur OFK-Tradition bekommen kann. Übrigens war vor einigen Jahren der Stammtisch in der Reportage „Im Obermain-Tagblatt vor 25 Jahren“ als 6er-Gruppe abgebildet, weil sich die Stammtischbrüder vor 30 Jahren ein Sechstem – also ein Fahrrad für sechs Personen – gebaut haben, welches es auch heute noch gibt. Mann müsste halt nur noch einmal „drauf kommen“. sam

Der „Gitzengruß“ entstand erstmals 1986 auf dem Campingplatz „Gitzenweiler Hof“ bei Lindau.
Der Gruß geht heute noch, das Aufsteigen aufs Stammtischeigene Fahrrad fällt da schon schwerer. sam
Schloß Banz grüßte von Fern…
Herrliche Ausblicke in die Natur – vom Floß aus!
Die Stammtischfahne war eine “Botschaft” reifer!
Soweit musste es ja kommen! Alle Mann über Bord!
Nach der anstrengenden Floßfahrt hatte Mann natürlich Durst!
Privatständerla bevor der Auftritt überhaupt begann!
Die Abendeinkehr war gesichert durch die Freiwillige Feuerwehr!
Stammtischler in der 3. Generation?

1 Comment

  • Herzliche Glückwünsche an die Schwörbetzer OFK´ler !! 40 Jahre Stammtisch und wohl noch etwas längere Freundschaft…RESPEKT!! Prost auf euch !! 🙂

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