Weihnachtskonzert im Maintal-Dom. Musikalische Darbietung mittlerweile Tradition.
Es war wieder ein musikalischer Hochgenuss, das Weihnachtskonzert der Blaskapelle am 28. Dezember in der Herz-Jesu-Kirche. Stimmungsvoll beleuchtet war der gesamte Innenraum der Kirche. Dies auch durch zusätzlich aufgestellte Strahler, über die vorhandene Lichttechnik hinaus, welche die Blaskapelle ihr Eigen nennt. Verantwortlich für die Einrichtung und die Abstimmung der Illumination war der 20jährige Trompeter Pablo Hüttner, zusammen mit Messner Jan Stadtler. So wurden die vielen Gäste schon vor dem ersten Ton stimmungsvoll empfangen. Die vier großen Weihnachtsbäume im Altarraum, erstrahlten in warmweißem Licht. Mit ihrem geschmackvollen Schmuck bildeten sie, den „großen Rahmen“, rund um die gut 30 Musikerinnen und Musiker. Die große Krippe im Südflügel sowie die Szenen der Ganzjahreskrippe taten ihres dazu, dass Groß und Klein in weihnachtliche Stimmung kam. Kurz bevor Dirigent Michael Stettner an sein Pult trat, wurde es ganz still im Gotteshaus und das Publikum war gespannt, welche musikalische Auswahl der junge Dirigent in diesem Jahr getroffen hat.
„Joy to the World“, frei übersetzt “Freue dich Welt“, gilt als eines der beliebtesten und bekanntesten Weihnachtslieder aus dem angelsächsischen Sprachraum. Isaac Watts verfasste im Jahre 1719 den Text. Die eingängige Melodie kam 1836 durch Lowell Mason dazu, der verschiedene alte Melodien adaptierte. Bei der Blaskapelle Schwürbitz sorgte man mit diesem alten Stück für einen hervorragenden Auftakt und die Zuhörer spendeten einen ersten herzlichen Applaus. Erster Vorsitzender der Blaskapelle Oswald Kremer begrüßte die vielen Blasmusikfans und freute sich über die Anwesenheit des Hausherrn Pfarrer Lars Rebhan mit seinem Amtsbruder Pfarrer Wolfgang Scherbel, den er respektvoll als „Pfarrer im Unruhestand“ willkommen hieß. Auch erster Bürgermeister Jochen Weber und zweiter Bürgermeister Hans-Georg Borchert waren gekommen und wurden herzlich begrüßt. Der Vorsitzende leitete zum zweiten Stück des Abends über, welches „Alcázar“ hieß. Die Ouvertüre „Alcázar“ wird durch spanisches Flair in unverkennbarer Weise geprägt. Der romantische Mittelteil geht auf einen Spaziergang im Palastgarten von Sevilla, bei sternenklarer Nacht, zurück. In den schnellen Passagen der Ouvertüre hat der Komponist den Flamenco, das Stampfen mit den Haken und den Klang der Kastagnetten eingefangen, und die von ihm gewählten Akkorde orientieren sich an den Barrégriffen der Gitarre. Ein Werk also, voller andalusischer Lebensfreude, dargebracht von den Schwürbitzern an Weihnachten. Pfarrer Lars Rebhan freute sich am Mikrofon über das schöne Konzert. Er kam auf die Weihnachtsgeschichte zurück und berichtete von Freude, Friede, Zuversicht und Zufriedenheit. So solle es sein. „Lassen sie sich von der Musik verzaubern und freuen sie sich.“, seine Worte.
Das Alphorntrio Hannes Hennemann, Ulli Huber und Udo Finzel brachten anschließend drei Alphornstücke von feinsten zu Gehör. Durch die zusätzlichen Instrumente Kesselpauken, Xylofone sowie die drei Alphörnern und natürlich dem großen, kombinierten Schlagzeug reichte in diesem Jahr der Altarraum gerade so aus. Die Kapelle saß traditionell zwischen dem Altar und der ersten Zuhörerreihe im „Orchestergraben“ und die Akustik in der hohen, weiten Kirche war wieder hervorragend. Bürgermeister Weber berichtete in seinem Grußwort davon, dass er schon jetzt vom Programm begeistert sei. Er dankte der Blaskapelle und zollte den Akteuren sowie den vielen jungen Musikern „Dank und Respekt“.
Mit „Rondo Barocco“ beleuchtete die Kapelle den Barock, eine Epoche der Verspieltheit in allen Formen, egal ob man die Architektur, Malerei oder die Musik betrachtet. In diesem Werk wird eine eingängige Melodie durch viele verschiedene Arrangements geführt. Vom tiefen Blechquintett über Holzblasinstrumente bis hin zu Trompeten und Flügelhörnern kommen alle Register zum Einsatz. Verstärkt durch Drum-Set und E-Bass, den der 18jährige Peter König zum Klingen brachte, bekommt das Stück einen modernen Einschlag.
“Hornblowers Farewell” sollte der große Auftritt von Pablo Hüttner werden. Der junge Mann stellte sich prominent vor dem Hauptaltar auf und spielte gekonnt das Solo zum aufliegenden Stück. Die militärische Zeremonie des Zapfenstreiches wird in diesem Stück aufgenommen. Man stelle sich den ergreifenden Augenblick vor, als der Trompeter den Zapfenstreich einfühlsam darbringt, ein bewegendes Signal zum Abschiednehmen. Ein triolischer Rhythmus, auf der kleinen Trommel begleitet, bildete die Basis dieses Stückes.
Die Musikstücke wurden allesamt von jungen, talentierten Musikern und Musikerinnen angesagt, bei denen keine Spur von Lampenfieber zu erkennen war. So war es auch bei Kira Scheidt, die „Air“ ansagen durfte. „Sie hören als nächstes Air aus der Orchester Suite Nr. 3 in D-Dur von Johann Sebastian Bach.“ „Die warmen und resonierenden Klänge vermitteln Leichtigkeit und Eleganz und dies gibt eine Vorstellung davon, dass dieses Stück ein Thema, eine Melodie von Himmel und Eleganz beinhaltet“, so die Saxophonistin. Das Publikum war begeistert. Dies war auch beim nächsten Stück so gewesen. „The Glory of Love” ist ein großartiges, sehr emotionales und wirkungsvolles Stück, das von Johan de Meij hervorragend für Blasorchester arrangiert wurde und sich zu einem echten „Blasorchester-Klassiker” entwickelte. Die Blaskapelle Schwürbitz hatte diesen Klassiker natürlich bestens vorbereitet.
Nun war es an der Zeit, die Sängerinnen der Kapelle an das Mikrofon zu lassen. “A Million Dreams” aus dem Musicalfilm “The Greatest Showman” erzählt musikalisch von der Verwirklichung der eigenen Träume. Daniela Spörlein und Madelein Zethner brillierten hier an den Mikrofonen.
„Gloria in Excelsis Deo“ ist eines der berühmtesten Weihnachtslieder auf der ganzen Welt. Auch dieses Werk wurde von der Blaskapelle ergreifend wieder gegeben und die Zuhörer hielt es nicht mehr auf den Plätzen. Stehender Applaus nach diesem Stück und nach den beiden Zugaben war ein großes Lob für die Arbeit der Kapelle. Beim Stück „Oh du fröhliche“ durften die Gäste mitsingen und mit den Stücken „Auld lang syne“, ein berühmtes Weihnachtslied aus Schottland, kam noch einmal anrührende Stimmung auf. Dirigent Michael Stettner stellte das letzte Lied als sein Lieblingsstück vor. „Adeste fideles” war der Titel dieses sehr bekannten Weihnachtsliedes. Die deutsche Version ist als „Nun freut euch, ihr Christen” oder auch als „Herbei, o ihr Gläubigen”, bekannt. Stettner hatte Dankesworte für Helfer im Hintergrund parat, dankte der Pfarrei, verabschiedete das Publikum mit guten Neujahrswünschen und mit den Worten „ …bis zum Osterkonzert 2026“. Vorsitzender Oswald Kremer wiederum dankte dem Dirigenten für seinen großen Einsatz für Kapelle und Konzert. Er lud die vielen Gäste noch ein auf Tässchen Glühwein oder Kinderpunsch ein, welcher vom Turnverein beziehungsweise den Organisatoren Andrea und Stefan Fleischmann gespendet wurde und kostenlos vor der stimmungsvoll angestrahlten Kirche zum Ausschank kam. Ein wunderbares Konzert, stimmungsvoll begleitet von Lichteffekten und Spezialinstrumenten, einem gut aufgelegten Publikum und sehr jungen Moderatoren. Die Spenden der Besucher in den an den Ausgängen platzierten Körbchen, kommen der Herz-Jesu-Kirche und der Bläserjugend zugute. sam





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1 Comment
Andre’ Rieu hätte es nicht besser machen können. Ein Konzert das man sich im keinen Jahr entgehen lassen sollte. Freuen uns schon auf das kommende Osterkonzert 2026. Weiterhin der Blaskapelle Schwürbitz viel Erfolg für das Jahr 2026 und viele weitere Jahre an denen sie mit ihrer Musik Alt und Jung erfreuen. Dank an den Dirigenten Michael Stettner für seine immer wieder gelungene Auswahl der Musikstücke..
Ein erfolgreiches gesundes Neues Jahr 2026
für all die Musikerinnen und Musiker der Blaka Schwürbitz