Die 40. Theatertage Schwürbitz waren wieder sehenswert! Das Publikum war begeistert und hatte gut lachen. Spieler und Helfer sind einfach nur glücklich!
An den vergangenen beiden Wochenenden war es wieder so weit. Theaterabende in Schwürbitz. Den Begriff der „Theatertage Schwürbitz“ prägte einst Bürgermeister und Schirmherr Herbert Perzel und nun feierte die Theatergruppe Schwürbitz mit dem 40. Bühnenjubiläum sich und die vielen Theaterfans aus Nah und Fern. „Wohin mit der Leiche“ hieß das Jubiläumsstück und die Kriminalkomödie traf nicht nur den momentanen Zeitgeist, sondern viel wichtiger, den Geschmack des Publikums. Die vielen Helfer der Theatergruppe empfingen zunächst die Besucher mit frisch gebratenen Bratwürsten, kühlen Getränken und einer gut ausgestatteten Bar. Jeweils pünktlich um 19.00 Uhr hatte zunächst Vorständin Ulla Engelmann das Wort. Sie freute sich über den guten Besuch, begrüßte den ein oder die andere prominente Persönlichkeit und wünschte viel Vergnügen. Zur Überraschung des Publikums begann das Stück, obwohl der Vorhang noch geschlossen war. Man hörte „aus dem Off“ Flaschenklirren und erst dann zogen die „Vorhangkinder“ Hannah Hofmann, Philipp Ehrsam, und Paul Flieger den „Schleier in Vereinsfarben“ auf.
Da stand die Hauptdarstellerin des Stückes Jutta Maler, mit vollem Einsatz gespielt von Annika Engelmann, mit dem Rest einer Flasche in der Hand über ihren frisch angetrauten Mann Fred gebeugt. Fred Maler, hervorragend und auf dem Punkt dargestellt von Stefan Ehrsam, lag so realistisch tot auf dem Schreibtischstuhl, dass einem schon in der ersten Spielminute entweder etwas schauerte oder man schon ob dieser Situation schmunzelte. „No dä is hie, ich hou ja go niä gedochd, dass des su einfoch gedd!“, rief sie und man wusste, dass sie nicht die schlaueste Auserwählte war. Das Publikum war ab diesem Moment schon mitten in der Geschichte und fieberte bereits jetzt mit, was denn da noch kommen könne. In ihrer Verzweiflung ruft Jutta ihre Mutter an und bittet sie um Hilfe, doch noch während des Telefongesprächs klingelt es an der Haustür. Fred wird scheinbar schon vermisst. Zuerst kam Otto Tauber, herzerfrischend dargebracht von Louis König, ins modern eingerichtete Wohnzimmer. Beim Anblick der schönen Frau „fängt er sofort Feuer“ und aus der harmlosen Begrüßung wird im Nu ein handfester Flirt, welcher – noch – ziemlich einseitig abläuft. Das auch Fred kein Kind von Traurigkeit war, macht der nächste Besuch klar. Tussy Gabi Bausch, cool und witzig dargestellt von Lara-Sopie Wich, ist auf der Suche nach ihrem „Lover“, der ihr natürlich Geld schuldet und sie weiß nicht, dass sie Freds neuer Gattin gegenübersteht. Diese versucht die ungebetenen Gäste loszuwerden, denn hinter dem dünnen Vorhang auf der Bühne, der den Wohn- vom Arbeitsbereich trennt, liegt ja immer noch die vermeintliche Leiche. Um Decken zum Einwickeln zu holen, verlässt Jutta die Szene, worauf gleich drauf Lina Staller erscheint. Lina wird konsequent und mit dem nötigen Ernst und Einsatz gespielt von Lisa Petterich, die sogar in eine Doppelrolle schlüpfen muss. Zum einen ist sie Fred´s Dauerfreundin und durch die herumliegende Unterwäsche auch schuld daran, dass Fred mit der Flasche eins abbekommen hat. Zum anderen gibt sie sich im Laufe des Krimis auch noch als Kriminalkommissarin aus. Dies, um die reiche Jutta zu erpressen und zusammen mit dem „Opfer“ Druck aufzubauen, damit das Dummchen auch wirklich zahlt.
Es klingelt erneut und Jutta hofft nun auf ihre „Mama“. Diese erscheint auch promt. Maria Franken, resolut, streng und deshalb urkomisch dargestellt von Theater-Urgestein Andrea Appel, avanciert im Laufe des Stücks zur Erklärerin, fallen ihr doch auf jede Situation neue verblüffende Ausreden ein. Ein wunderbarer Spaß für alle Zuschauer. Auf dem Höhepunkt der Konfusion, kommt auch noch die Vermieterin Emma Thieme daher. Diese will natürlich auch Geld von Fred, ist dieser doch schon längst mit der Miete im Rückstand. Christine Würstlein, eine der lang gedienten Darstellerinnen auf der Schwürbitzer Bühne, kommt beim Publikum mit ihrer trockenen, behäbigen Art ebenfalls hervorragend an. Auch sie möchte sich beim Kassieren an die neue, reiche Gattin des Fred Maler halten.
Nun stellen Mutter und Tochter fest, dass die Leiche nicht mehr da ist, dafür aber ein Erpresserbrief, der im Laufe der Handlung noch allerhand Verwirrung stiftet. Für den Brief interessiert sich auch Polizist Heinz Löber, der in kompletter Polizei-Uniform gekleidet, nebst Waffe daherkommt und Fred in einer Anzeigensache sprechen möchte. Selbstverständlich geht es auch hier um Geld, doch das seltsame Verhalten der angetroffenen Personen interessiert „die Polizei“ natürlich. Den Polizisten verkörpert Julius Fischer, der absolute Rekordhalter innerhalb der Theatergruppe. Seit 32 Jahren ist Julius Fischer ununterbrochen auf der Bühne aktiv dabei und auch in „Grün“ kann er trefflich spielen und bombig unterhalten. Die Spiel-Situation wird immer skurriler und man fragt sich, ist die Leiche jetzt hinter dem Vorhang oder nicht? Warum schaut da ein blutverschmierter Arm hinter dem Vorhang hervor und wem gehört das immer wieder erscheinende Bein, welches durch den Vorhangspalt hervorkommt? Einer Gummipuppe, ist da ein scharfer Hund, der mit Gliedmaßen spielt? Es ist ein wirklich verrückter Spaß, den die Theatergruppe da auf die Bretter bringt. Um dem ganzen auf den Grund zu gehen, erscheint die bereits erwähnte Kommissarin mit ihrem Assistenten „Schmal“. Er soll die Wohnung durchsuchen, kommt aber so deppert rüber, dass sich die Zuschauer köstlich amüsieren. Der von Gregor Schober vorzüglich gespielte Assistent Schmal mit Sprachfehler, setzt dem Ganzen die Krone auf. Das ganze Schauspiel scheint ein bisschen verrückt, wie jeder der Akteure. Wer hat jetzt eigentlich was auf dem Kerbholz, wer ermittelt und wer ist Täter und wer Opfer, noch dazu, wo sich die Leiche hinter dem Vorhang davon machen will. Doch das wird von der fürsorgenden Mutter von Jutta damit unterbunden, dass die abermals eine Flasche hernimmt und dem armen „Opfer“ dermaßen einen Schlag versetzt, dass er erneut eine Leiche geben könnte. Das Happy-End ist nun erreicht, Jutta ist erneut verliebt, diesmal in den vermeintlichen Freund des Gatten, welcher sich als Privatagent und Aufpasser für Jutta, entpuppt hat. Der schräge, arme „Ex“ wird liegengelassen und Jutta hat für jeden, der Geld braucht, eine Lösung. Ein Theaterstück, welches gar nicht so einfach zu spielen war, allerdings haben sich die Schwürbitzer Theaterleute bisher an jede noch so schwierige Aufgabe gewagt und immer ein zufriedenes Publikum hinterlassen. Nachdem der Vorhang gefallen war, hatte Regisseurin Sabine Wich die Aufgabe, die einzelnen Akteure vorzustellen. Sie dankte allen Darstellern mit den Worten „Ihr habt dieses Stück mit eurem Einsatz zu einem wirklich lustigen Bühnenwerk werden lassen.“ und freute sich über das stets gut aufgelegte Publikum. Erste Vorsitzende Ulla Engelmann bedankte sich abschließend bei den Schützen Schwürbitz, welche die Einschränkungen in ihrem Schützensaal ertragen haben, den Kartenvorverkaufsstellen Strobler Schwürbitz und dem Dorfladen Marktzeuln, der Gemeinde für die mobile Bühne, ohne die ein Spiel natürlich unmöglich gewesen wäre, der Druckerei Coprint – Kirchlein, Lisa Petterich fürs Marketing, Stefan Motschenbacher für die Pressearbeit, der Firma Koinor für die Möblierung der Bühne, dem fleißigen Bautrupp um Markus Dumproff, der Theaterschneiderin Heidi Fack, den Vorhangkindern, den Helfern in den Verkaufsständen, den Kuchenbäckerinnen, den Ersthelfern Stefan Bauer und Katrin Herrmann, dem Vereinskassier und Schänkebeauftragten Stefan Fleischmann, Rüdiger Pohl und Mario Kremer für die Technik und Beleuchtung, der Realschule Hirschaid mit dem Aufnahmeleiter Dr. Elmar und seinen Schülerinnen Nora und Franziska, dem FC Lettenreuth für den Grillwagen sowie der Metzgerei Fuß, dem Organisationsbeirat, hier speziell Manfred König. Sie dankte ausdrücklich dem „Höchsten Gut des Vereins“, den Spielern, der Souffleuse Andrea Fleischmann, der kreativen Masken- und Frisurenabteilung um Simone Bach und Andrea Fleischmann sowie der „guten Seele“ hinter Catering und Einstudierung, Regie Sabine Wich. Am letzten Tag der Aufführungen begann der neu dazugekommene Theater-Sonntag bereits um 14.00 Uhr mit Kaffeetrinken im Schützenhaus. Ab 15.00 Uhr rauchte der Grill und der Vorhang hob sich schon um 16.00 Uhr am Nachmittag. Auch hier war die Stimmung unter den Theaterfans und die Spielfreude der Akteure bestens. sam

Jede Menge Aktion, Fragen, Konfusion. Das Theaterstück der Schwürbitzer hatte wieder viel zu bieten. Vor allem Lacher.

Die Begrüßung der schönen Frau will gar nicht enden. Louis König und Annika Engelmann in Hochform.

Die zweite Flasche trifft den armen Fred (Stefan Ehrsam), einer der Hauptdarsteller im diesjährigen Stück. Mutter Maria (Andrea Appel) hat zugeschlagen.

Zum zweiten Mal niedergestreckt liegt Fred inmitten der anderen verrückten Akteure.
An dieser Stelle folgen noch weitere Schnappschüße vom Theater und ums Theater drum rum! Freuen Sie sich drauf! sam
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