Skip to content Skip to left sidebar Skip to footer

Bürgerversammlung für Schwürbitz am 09.10. im TV-Heim!

Zahlreiche zusätzliche Stühle waren nötig, um am Donnerstag anlässlich der Bürgerversammlung für Schwürbitz, den vielen interessierten Gästen einen Platz zu geben. Bürgermeister Weber musste sogar seinen vorbereiteten Tisch „hergeben“ und mit seinen beiden Mitarbeitern Florian Söllner und Stephan Meier zusammenrücken. In seiner Begrüßung freute sich der Bürgermeister über so viel Interesse und dankte dem Turnverein für die zur Verfügungstellung des TV-Heims sowie der Theatergruppe für die Bewirtung. Beide Vereine kamen überein, den Erlös der Veranstaltung dem FC Schwürbitz zu spenden, was mit großem Applaus belohnt wurde.

Die Präsentation des Haushalts, welcher ausdrücklich nur bis 30. September 2025 berücksichtigt wurde, ging schnell vonstatten (das OT berichtete). Als Highlights bezeichnete Jochen Weber die anschließend aufgezeigten Ereignisse innerhalb der Gemeinde. Drei Auszubildende hätten erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen und wurden in den Dienst der Gemeinde übernommen. Der Bürgermeister zeigte weitere Mitarbeiter und geehrte Personen 2024, darunter auch 5 Kinder, die besonderes geleistet hätten. Das Thema „Tatort-Dreh“ in Schwürbitz und natürlich die Einblendung einer Zeichnung, welche die zukünftige Mainbrücke zeigen soll, interessierte die Besucher sehr. Die grob dargestellte, weil nur die Gesamtgemeinde betreffende Einwohnerstatistik, fiel sehr kurz aus. Immerhin erfuhr man, dass in Schwürbitz, ebenso wie im viel größeren Michelau 12 Kinder geboren wurden. Gesamt stünden 32 Geburten 47 Sterbefällen entgegen. Für weitere Informationen verwies Bürgermeister Weber mehrfach auf die gemeindliche Homepage.

Er dankte, seine Ausführungen abschließend, allen ehrenamtlich tätigen Bürgern, die sich zum Wohl von Vereinen oder der Gemeinde einsetzen und leitete so zur Fragerunde über. Als erster Bürger meldete sich Thomas Gruber zu Wort und legte anfangs Wert darauf, dass er sich mit dem Gemeindeersten gut verstehe. „Dei Präsendation is ouber vill zu kurz geroudn!“. Er, Gruber, erwarte eine Erklärung, woher diese katastrophalen Haushaltszahlen kommen und was in Zukunft gegen eine weitere Verschuldung getan wird. Daraufhin zählte der Bürgermeister noch einmal die Großprojekte der letzten Jahre auf und endete mit den Worten: „Der Haushalt 2024 ist zusammengekracht!“ Zusätzlich wären noch fest eingeplante Gewerbesteuereinnahmen weggefallen. Dagegen müsse doch etwas getan werden, so Gruber und er erwartet in Zukunft, dass dies den Bürgern aufgezeigt wird. Bürgermeister Weber führte dazu aus, dass die freiwilligen Leistungen der Gemeinde so weit wie möglich reduziert wurden, Personal wurde „umgeschichtet“, die Hausmeisterstelle in der Mainfeldhalle um die Hälfe der Zeit reduziert, alles Forderungen im Rahmen eines Konsolidierungskonzeptes, welches vom Landratsamt gefordert wird. Ein weiterer Punkt sei die Kostenexplosion bei der Instandsetzung der Johann-Puppert-Schule. Hier wird noch geprüft, ob man Regress nehmen kann und eventuell dafür „streiten“ müsse. So bedauerlich wie das alles sei, so Gruber, müsse doch zum Wohl des Fußballclubs eine wie auch immer geartete Fußgängerbrücke, für die Zeit der Erneuerung der Mainbrücke, drin sein. Diese Ersatzbrücke war vom Bürgermeister, für den Preis von 30.000,– Euro, schon einmal versprochen worden. Allerdings hätten „Bedenkenträger“, Auflagen und damit verbundene Kostensteigerungen eine Ersatzbrücke in jeglicher Form unmöglich gemacht, erklärte Weber. Das Landratsamt würde solchen Kosten, die Michelau ohne Zuschüsse allein tragen müsste, niemals zustimmen. Einen letzten Punkt, wollte Thomas Gruber noch anbringen. Er bat darum, dass es kein böses Erwachen gäbe, im Bezug auf die zahlreichen Rohrbrüche innerhalb des Gemeindegebiets. „Bitte beugt vor, dass die Bürger nicht plötzlich Geld bezahlen müssen, damit das Leitungsnetz repariert werden kann.“ Bürgermeister Weber verstehe die Angst, sagte er. Deswegen habe man Rückstellungen gebildet und alljährlich einen mittleren sechsstelligen Betrag vorgesehen, wobei Schwürbitz bessere Leitungen habe, als Michelau. Für diese Beiträge gab viel Applaus. Reimund Glüßenkamp warf die Frage auf, warum sich in der Amtszeit von Bürgermeister Weber nichts auf dem mit viel finanziellen Aufwand hergerichteten Gewerbegebiet am Bahnhof getan habe. Auch wollte er wissen, ob Verträge mit der Firma vorhanden waren, die diese Kosten überhaupt erst verursacht hat und ob man da nicht Regress nehmen könnte. Der Bürgermeister antwortete, dass diese Fläche zum Glück vorhanden sei und nach dem Autobahnanschluss erst noch richtig wertvoll werden wird. Werner Haselmann nahm Bezug auf den kürzlich entstandenen Wasserrohrbruch in der Marktzeulner Straße und dessen Folgen. „Wie kann es denn sein, dass 5 Schieber hintereinander funktionsuntüchtig sind?“, fragte er. Sei es denn nicht sinnvoller und billiger, die Technik zu pflegen als bei einem Rohrbruch im Notfallmodus zu reparieren. Der Bürgermeister sprach in diesem Zusammenhang von einer maximalen Auslastung des vorhandenen Personals. Unsere Leute sind von Rohrbruch zu Rohrbruch unterwegs und würden das Möglichste tun. Er verwies noch einmal auf neu angeschaffte Technik, die sich jetzt schon bezahlt mache. Peter Fack bemängelte neben der zu knappen Berichterstattung über den Haushalt, dass mit einem Wegfallen der Mainbrücke auch der Obermain-Radrundweg durch die Flur und Ortsteile von Michelau gekappt würde. Die Ersatzbrücke war doch versprochen und kommt jetzt nicht, was enttäuschend sei. Bürgermeister Weber verwies auf die bereits dargelegte Kostenexplosion und die Bedenken der einzelnen beteiligten Behörden bei diesem Thema. Einer Benotung seiner Leistung widersprach Weber so vehement, dass sich die Gemüter vor dem nächsten Thema erst wieder beruhigen mussten. Peter Fack wollte auf der gemeindlichen Homepage die Leitungs- und Sanierungsplanung wiederfinden. Die Meinung der Gemeindebediensteten dazu war wenig begeistert mit: „Macht nicht jede Gemeinde.“ Fack brachte noch in die Diskussion ein, dass die Kalkulation des Schulsportplatzes in die Gesamtfinanzierung des Schulumbaus in Michelau mit hätte geplant werden müssen. Jochen Weber erklärte, dass man 2019 vorausschauend zwar die Renovierung plante und auch den Aufwand der Container einschätzen musste, allerdings den Rückbau in keinster Weise voraussehen konnte. Vera Dümlein wollte wissen, wie weit die Deutsche Glasfaser vorangekommen sei. Bei ihr daheim liege noch das Kabel am Haus, Nachbarn wären schon angeschlossen. Der Bürgermeister verwies darauf, dass alle Bürger einen privatrechtlichen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen haben. Schäden, welche entstanden sind, wären auf der Homepage der Firma zu melden und selbst abzuwickeln. Doris Bergmann ergänzte dahin gehend, dass es tatsächlich noch große Unterschiede im Baufortschritt gebe. Karin Stettner wollte wissen, was aus der zentralen Trinkwasserentkalkungsanlage geworden sei und ob es noch Chlor im Trinkwasser gebe. Der Bürgermeister erklärte dazu, dass momentan ein Reinwasserbecken gebaut werde und die bereits erstellte Ultrafiltrationsanlage für Verbesserungen sorgen werde. „Wenn noch Chlor gerochen werde, dann war das zu der Zeit auch nötig – es werde aber absehbar weniger“, so der Gemeindevorstand. Brigitte Eller wollte wissen, wie es mit dem Schulhaus in Schwürbitz weiter ginge. Der Garten jedenfalls, würde jetzt schon verwildern. Die Verwaltung prüfe gerade die Bewertung und die Nutzungsmöglichkeiten im Rahmen einer „Feststellungsanalyse“. Wie es weiter gehe, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Reinhard Zimmermann wollte wissen, warum die Straßenreinigungsmaschine durch die Kirchstraße fahre. „Das war schon immer so.“, die kurze Antwort des Bürgermeisters. Zimmermann wollte noch sichergestellt wissen, dass besonders an Kinder und Jugendliche gedacht wird, wenn sie besondere Leistungen in Sport oder Kultur zeigen würden. „Eine Urkunde und ein paar Bratwürste müssten da doch noch drin sein?!“ Hier verwies der Bürgermeister auf die dargelegte Ehrung von Kindern und dem laufenden Prozess, der dies vorsehe. Es gebe hierfür einen Extra-Ehrungstag.

Dann kam durch Karin Sträßner das Thema Rudufersee und die Neuverpachtung von Kiosk und Parkplätzen auf. Sie fragte, wieso hier eine Änderung stattfand. Hierzu erklärte der Bürgermeister, dass die ehemalige Pächterin nicht mehr zur Verfügung stand und deshalb eine Ausschreibung von Kiosk und zusätzlich die restliche Fläche erstellt wurde. Hierauf hätte sich jeder bewerben können. Momentan liefe noch die Beschlussfassung und wenn alles geklärt sei, werde es eine Information an die Einwohner geben. Überhaupt werde „der Rudufersee“ alle 5 Jahre turnusgemäß neu ausgeschrieben. Die Ausschreibung ist durch und das Ergebnis wird bekannt gegeben. Peter Fack meldete sich noch einmal zu Wort und bat darum, dass die Schwürbitzer Schulturnhalle in jedem Fall erhalten werden müsse. Hierzu entwarnte der Bürgermeister. Bisher sei die Turnhalle eine reine Schulturnhalle gewesen, mit dem Wegfall der Schule „hängt“ die Halle aber am Hort. Zuschüsse, welche für den Hort geflossen sind, wären an die sportliche Nutzung der Halle gebunden. „Wir kämpfen für die Turnhalle Schwürbitz“, so Weber. Jonas Becker wollte mehr zum Wärmekonzept der Gemeinde wissen. Momentan würde eine Firma eine Bestandsanalyse machen. Da wird alles aufgeschrieben, was Bestand ist, wünschenswert wäre und baulich erstrebenswert sei. Ein Planungsbüro werde im gemeindlichen Verbund bezahlt, da alle Gemeinden vom Gesetzgeber verpflichtet seien, eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen. Patrik Lindner möchte solche Themen besser erklärt wissen. So recht wüsste Niemand, was bei so einer Anstrengung rauskommen soll, so seine Worte. Gerhard Wagner verlangte, bei solchen Themen, die scheinbar nur Geld verbrennen, auch einmal „Nein“ zu sagen. Der Bürgermeister beschwichtigte, dass es nun mal eine gesetzliche Vorgabe sei, die man erfüllen müsse. Ansonsten gebe es eine Art Mengenrabatt durch die Zusammenarbeit der Kommunen. „Man muss zusehen, wie man vorgeschriebenen Schwachsinn billig hinbekommt“, war die Meinung eines Zuhörers. Thomas Fischer wollte sich nicht abfinden, mit der momentanen Situation im Hallenbad. „Wie kann es sein, dass ein Bad auf Monate geschlossen bleiben muss, weil Mitarbeiter krank sind?“ und „Wo ist der Plan, für solche Fälle?“. „Die Fixkosten sind doch vorhanden, da muss man sich halt etwas einfallen lassen, um die Gäste trotzdem rein lassen zu können und da geht es nicht um drei Personen am Abend.“ Diesen Ausführungen stimmte ein Großteil der Anwesenden zu. Bürgermeister Weber wies darauf hin, dass ein Krankenstand nicht einzuschätzen sei. Beim Schulschwimmen hätte man nun Amtshilfe anderer Kommunen bekommen. Man sei auch mit der Wasserwacht im Gespräch, die vielleicht Abhilfe schaffen könne, allerdings bestünden Bedenken, wegen der doch großen Verantwortung. Auch Wilfried Kraus konnte nicht einsehen, wie man sich als Gemeinde mit einem solchen Schwimmbad in eine solche Situation hineinmanövrieren könne. Ehrenvorstand des Turnvereins Schwürbitz Bernhard Härtel bekam viel Beifall für seinen Einwand, dass bei der aufgezeigten Terminplanung 2026 der Gemeinde nur die Kirchweih und der Faschingsumzug der Michelauer berücksichtigt wurde. „Wo ist die Kerwa Schwürbitz und der Weihnachtsmarkt?“, fragte er an. Weber erklärte wenig überzeugend, dass heute und hier nur gemeindliche Termine aufgezeigt wurden. Das brachte das Thema auf, dass Termineingaben von und für Vereine auf der gemeindlichen Homepage zu langwierig und kompliziert seien.

Carlo Scheidt bat darum, dass nach einer Umleitung des Obermain-Radrundweges, wegen des Brücken-Neubaus daran gedacht werden müsse, den Weg nach der Maßnahme auch wieder zurückzuverlegen. Er beobachtete schon Aktivitäten, die darauf abzielten, die Wegweiser anders anzubringen. Die Fläche zwischen Michelau und Schwürbitz auf der in den letzten Jahren die Deutsche Glasfaser Quartier bezog, ist teilweise geräumt. Peter Fack bemängelte Kübel und Kanister, die da übereinander lägen und undicht sein könnten. „Warum sehe das das Personal der Gemeinde nicht?“ – dem konterte der Bürgermeister, dass er als Bürger auch das Recht, ja sogar die Pflicht habe, solche Missstände sofort zu melden und nicht eine Bürgerversammlung abzuwarten. Für den gesamten Bereich sei, so der Bürgermeister, der neue Pächter eine Hoffnung. Nachdem nun keine Wortmeldungen mehr vorlagen, ergriff der „Eingangsredner“ Thomas Gruber noch einmal das Wort. Er lobte die Veranstaltung, denn wenn man auch in der Sache noch so hart ringen würde und vielleicht auch mal gestritten wird, müsse man das Wohl von Gemeinde und Ort über allem stellen. Diese Bürgerversammlungen und die dazugehörende Diskussion sind wichtig für jeden Ortsteil, was Bürgermeister Weber mit seiner Bereitschaft, vier Veranstaltungen für jeden Ortsteil durchzuführen nur unterstreichen konnte. Weber rief dazu auf, noch etwas zu bleiben und den Erlös des Abends noch etwas zu erhöhen. Er dankte für das Engagement der Vereine und bekam, so wie Thomas Gruber zuvor, einen Abschlussapplaus. sam

Thomas Gruber, Anfangs- und Schlussredner, während der sehr gut besuchten Bürgerversammlung für Schwürbitz am vergangenen Donnerstag.

Mit der gezeigten Skizze während der Bürgerversammlung bekamen die Teilnehmer eine „Idee“ davon, wie die neue Mainbrücke Schwürbitz einmal aussehen könnte.

Quartier, der Baufirma der Deutschen Glasfaser, zwischen Michelau und Schwürbitz in den letzten drei Jahren. Besteht hier eine Umweltgefährdung? sam

0 Comments

There are no comments yet

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert