Schwürbitz bekommt eine neue Mainbrücke!
Da zieht´s dem Schwörbetze Oozünder seine kurzen Beinchen weg. Bereits am Samstag vor der montäglichen Gemeinderatssitzung wurde im Obermain-Tagblatt berichtet, dass der Gemeinderat „schweren Herzens und mit klammen Kassen den Neubau beschließen wird“. Während der schlaue Aladin* aus Marktzeuln mit seinem vermeintlich scharfen Schwert (noch) fest auf seinem Sockel steht und sein „Wortgeber“ schon Beschlüsse vor der eigentlichen Versammlung veröffentlichen kann, wundert sich der „kleine Oozünder“ über so viel Eigeninitiative, wo dem jungen Vorstand des FC einige Informationen entlockt wurden. Das derselbe Schreiber als Pressemitarbeiter auch über die Gemeinderatssitzung berichtet, ist ja da schon fast logisch.
3,8 Millionen soll der Neubau verschlingen und es wurde eine Bezuschussung von sage und schreibe 85 % in Aussicht gestellt. Auch wenn dem so ist und „nur“ noch ein Betrag von unter einer Million von der Gemeinde zu schultern ist, darf man nicht vergessen, dass auch die Zuschüsse Steuergelder sind.
„Ob man dieses Geld an anderer Stelle einsparen müsse?“, kam eine Frage aus dem Gremium und eine klare Antwort wollte da so recht nicht auf dem Tisch landen. Natürlich müsse man weiter sparen und hat ja noch andere „Aufgaben zu meistern“. Mit fester Stimme und laut vernehmbar fragte ein anderer Gemeinderat, wie es hat so weit kommen können. Von ehemals 800.000,– Euro 2014 über zwischenzeitlich errechneten 1,6 Mio. bis nun 3,8 Millionen stieg die Summe immer weiter und Niemand im großen Sitzungssaal zweifelte daran, dass da noch irgendwo ein „+ X“ versteckt sein könnte. „Man könne sich auch hier wieder des Eindrucks nicht erwehren, dass es gegen Schwürbitz ginge.“, so der Gemeinderat. Dies brachte wiederum einen anderen Sitzungsteilnehmer an der Stirnseite des Tisches auf die Palme. Er widerspricht entschieden, dass im Gemeinderat bewusst gegen Schwürbitz gestimmt wird. Da nützen auch keine Berichte im Netz, in der Presse oder auf Homepages. Man stimme immer zum Wohle der gesamten Gemeinde und benachteilige keinen Ortsteil bewusst. Dann kam noch der Hinweis, dass man nun im Jahr 2025 lebe und alte Fehler, nein Umstände, heute nicht mehr geändert werden könnten. Auch den Zeitplan für die Maßnahme besprach man nur ganz kurz, sieht man doch, wie lange kurze Vollsperrungen währen können. Vollsperrungen von Ortsverbindungsstraßen ziehen, kaum 3 Wochen später, Parkverbote in der Michelauer Straße nach sich. Bitte beachten!
Scheinbar waren alle Beteiligten am großen Tisch gut über das nun zu beschließende Projekt informiert. Wie die Brücke einmal aussehen soll, wurde durch das kurze Einblenden einer Zeichnung beschrieben. Weitere Informationen als nur den „Kostenrahmen“, also Dimension, Farbe, Gewerke, Tonnage oder Konstruktionseinzelheiten wurden nicht besprochen. Die vielen Besucher hätten sich jedenfalls noch einige Informationen mehr gewünscht. Und dann wurde abgestimmt. Es waren nicht alle Gemeinderäte gekommen, an diesem Montag, 08.09. aber diejenigen, die da waren, stimmten für den Ersatzneubau mit allen Konsequenzen. Also den Abriss der alten Brücke, Lagerung, Demontage, Brückenkopferneuerung. Davon war aber auch nichts zu hören.
Da dies eine Gemeinderatssitzung mit nur einem Tagesordnungspunkt war, wurden den öffentlichen Teil abschließend, nur noch Bekanntgaben gemacht. So sollen die Bürgerversammlungen in diesem Jahr bereits im Oktober stattfinden. In Michelau habe man das Mehrgenerationenhaus als Veranstaltungsort, in Lettenreuth und Neuensee gemeindeeigene Kulturräume für solche Veranstaltungen. In Schwürbitz wird man am 09.10. ins TV-Heim ausweichen. Das die Bürgerversammlungen bereits um 18.00 Uhr beginnen sollen, war dann zwei Teilnehmern doch zu früh. Da dies aber schon im vergangenen Jahr so gewesen ist und es keine Beschwerden gab, wird es auch heuer bei 18.00 Uhr Versammlungsbeginn bleiben. Beschwerden gab es im vergangenen Jahr nur, weil die Bürgerversammlung in Schwürbitz vorzeitig beendet wurde. Bestimmt kommen bei der Gelegenheit Bürgerversammlung wieder Themen „für Schwürbitz“ auf den Tisch, die den Schwürbitzer Oozündern „auf den Nägeln brennen“. Bei einer kürzlich stattgefundenen Nachfrage, ob man die Schwürbitzer Schule noch zu Musikschulzwecken nutzen könne, wurde dies grundsätzlich bejaht, alleine die Heizung bleibt „natürlich“ aus. Da ziehts dem Oozünder erneut die kurzen Beinchen weg. sam

* der Name wurde aus kulturellen Datenschutzgründen geändert
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