Osterkonzert der Blaskapelle – prima, wenn man alljährlich meint, dass es das beste Konzert war! Volle Konzerthalle.
Hervorragende Blasmusik, eine perfekt eingestellte Sound- und Lichtanlage, beste Verpflegung der Gäste und eine ausverkaufte Konzerthalle. All dies durfte die Blaskapelle Schwürbitz anlässlich des diesjährigen Osterkonzertes am Ostersonntag für sich in Anspruch nehmen. Bereits weit vor 18.00 Uhr strömten die Besucher in die Schwürbitzer Turnhalle, die wieder österlich geschmückt war. Das Schankpersonal als auch die fleißigen Helferinnen, die sich um die frisch belegten Käse- und Wurststangen kümmerten, waren bestens auf viele Gäste vorbereitet. Pünktlich um 19.30 Uhr betraten dann der Reihe nach die knapp 40 Musikerinnen und Musiker unter großem Applaus die Halle, dicht gefolgt vom Dirigenten Michael Stettner, der ebenfalls erwartungsvollen Applaus ernten durfte. Mit Glockenschlägen und Lichteffekten begann, ohne vorhergehende Ansage das Konzert. „Where eagles soar“, übersetzt „Wo Adler segeln“, war eine Hommage an Maine, einem nordöstlich gelegenen Bundesstaat der USA, wo es ursprünglich und rau zugeht. Das Stück allerdings, war feinfühlig konzertant und stimmte auf ein großartiges Musikerlebnis an diesem Abend ein. Vorsitzender der Blaskapelle Oswald Kremer begrüßte die Gäste zum nunmehr 35. Schwürbitzer Osterkonzert und freute sich über viel anwesende Prominenz. So erschienen alle drei Bürgermeister der Gemeinde Michelau, einige Gemeinderäte, zweiter Landrat Helmut Fischer, Ehrenmitglieder der Kapelle, der Ehrenvorsitzende Oswald Bauer, die Geistlichkeit mit Pfarrer Andreas Baumann und Pfarrer Lars Rebhan. Kremer freute sich auch über die Anwesenheit von Mäzen Alois Dechant, von dem die Blaskapelle wieder nach Trebgast, zum Juni-Theater, eingeladen wurde. Der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes Florian Zapf weilte unter den Gästen und Oswald Kremer dankte bereits zu Beginn des Abends den Sponsoren, der Raiffeisenbank Obermain, der Sparkasse Coburg-Lichtenfels und Ute Nemmert sowie den Helfern im Hintergrund des Konzertes. Ein herzlicher Dank ging an die Vorverkaufsstellen, den Tankstellen Strobler und Scharlibbe, welche die Eintrittskarten verkauften, was von Angela Motschenbacher koordiniert wurde. Zwei benachbarten Musikkapellen galt sein Gruß und eine besondere Erwähnung bekamen die Getränkelieferanten Enoteca Monte Gallini Hüttner sowie die Püls-Bräu aus Weismain. Den ersten großen Applaus durfte der junge Musiker Pablo Hüttner aus den Reihen der Aktiven für sich einheimsen, denn der junge Mann sorgte nicht nur für die professionelle Beleuchtung an der großen Traverse, die in diesem Jahr erstmals aufgebaut wurde, sondern auch für die perfekte Einstellung und thematische sowie zeitliche Aufbereitung der vielen Scheinwerfer. Im Programm ging es mit dem Konzertmarsch „Fürst Siegfried“ stimmungsvoll weiter, bei dem vor allem das „tiefe Blech“ musikalisch glänzen durfte.

Doch auch Solistin Manuela Scherzer am Piccolo kam mit dem kleinen Instrument in den Vordergrund. Mit fester Stimme und einer stimmungsvollen Ansage kam der junge Musiker Louis König auf die „Blechlawine“ zu sprechen. Die Polka von Martin Scharnagl wurde extra für ein Konzertereignis auf dem idyllischen Waldfestplatz in Mayrhofen im Zillertal komponiert, was sich eben Blechlawine nennt. Die Seele des Festivals spiegelt sich auf eindrucksvolle Weise wider, sie ist zugleich gemütlich, traditionell und modern, abwechslungsreich und gefühlvoll. Die Ansagen der Musikstücke wurden ausnahmslos von jungen Musikerinnen und Musikern vorgenommen. So war bei dem Stück vom „Don zur Wolga“ Zeit für die Ansage der neuen Musikerin Kira Scheidt. Sie wies darauf hin, dass dieses Stück in seiner Abfolge einzigartig ist und nur von der Schwürbitzer Blaskapelle gespielt wird, weil sich nach der Auflösung der Blaskapelle Lichtenfels Oswald Kremer um die Kompositionen kümmerte, damit diese Klänge nicht in Vergessenheit geraten. „Lassen Sie uns in diese außergewöhnliche Klangwelt eintauchen und die Emotionen erleben, die das Stück „Vom Don zur Wolga“ mit sich bringt“, waren die Worte der Musikerin. Nach diesen drei eher traditionell daherkommenden Stücken war ein wirklich außergewöhnliches Konzertstück auf den Notenständern. „Dream“ hieß dieses Werk, angesagt von der 14-jährigen Hannah Hofmann, die nun schon bei ihrem dritten Konzert dabei war. Das Stück wurde von einer jungen Komponistin, Dana Schraml, erschaffen, die Gefühlszustände während des Träumens beschreiben möchte. Entsprechend abwechslungsreich war auch der Einsatz der Instrumente und mitten im Stück waren Geräusche, Gewisper, Lachen, Rufen, Klatschen und Schnippen zu hören, was wirklich selten in Musikstücken vorkommt, zu dieser Komposition allerdings herrlich passte. Durch die von Lisa Petterich zusammen gestellten Bilder auf der großen Leinwand im Hintergrund der Bühne kamen die unterschiedlichen Gefühlswelten, welche im Stück beschrieben wurden, noch besser zur Geltung. Mit „Lord of the Dance“, einem Stück aus der bekannten weltweit erfolgreichen Tanzshow, beschloss die Blaskapelle Schwürbitz den ersten Teil des Abends. Glockenschläge, Bongos, großer Sound und das Solo von Ina Hennemann an der Oboe verzauberten und der Rhythmus ging ins Blut. Anschließend brandete der erste große Applaus auf und die Musiker freuten sich darüber, dass das Konzert bisher den Gästen so gut gefiel. Mit Hernando´s Hideaway, einem Cha Cha aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, kamen die Musiker eindrucksvoll aus der Pause zurück und die Rhythmusgruppe bestand plötzlich aus 6 Personen, die auch nötig waren, um die verschiedensten Instrumente zum Klingen zu bringen.

„Vivo per lei“, eine Ballade von Andrea Bocelli forderte nun die beiden Ausnahmesänger der Kapelle. Wolfgang Knippert und Daniela Spörlein sangen im Stil von Bocelli und Georgia. Natürlich gehörte zu diesem Song auch ein außergewöhnliches Äußeres und so waren die beiden stilvoll in Abendkleidung gehüllt, was vom dankbaren Publikum mit einem extra Applaus gewürdigt wurde. Auch der versprochene Kniefall von Sänger Wolfgang gelang, der damit seiner Partnerin Daniela für das Duett dankte. Die vor dem Stück entstandene „Umzugspause“ wurde vom Vorsitzenden der Blaskapelle Oswald Kremer genutzt, um Bürgermeister Jochen Weber um ein Grußwort zu bitten. Dieser freute sich sehr über das Engagement der Aktiven, die Unterstützung aller Helfer und die ausgezeichnete Stimmung in der Halle. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass mit Pablo Hüttner ein junger Mann aus den Reihen der Kapelle nun im Landestheater Coburg seine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker begonnen habe. „Der bringt die Kultur von Oberfranken nach Coburg“, waren des Bürgermeisters Worte. Der Bürgermeister wünschte der Blaskapelle bei ihren vielen Auftritten in der anstehenden Festsaison viel Erfolg und allen Gästen hier und in Zukunft noch viel Vergnügen. Mit stimmungsvoller Musik aus dem Musical „Hair“ ging es weiter und viele Besucher fanden sich in ihre Jugendzeit zurückversetzt. Es glänzte erneut Martin Gmell als Solist an der Trompete. Nun hatte der diensthabende Landrat Helmut Fischer Gelegenheit, ein Grußwort zu sprechen. „Es gibt viele großartige Orchester im Landkreis Lichtenfels, die Schwürbitzer gehören in jedem Fall dazu.“ betonte der Landrat. Er führte vor Augen, dass es schön sei, an so einem Abend sich das stimmungsvolle Konzert anzuhören. Man könne aber nur erahnen, wie viel Probenfleiß und Zeitaufwand hinter so einem Event stecken würde. Dass die Schwürbitzer, noch Schulturnhalle, nicht optimal ausgestattet sei, fällt vor allem in der Pause auf, so der Landrat. Nicht nur deshalb sei es höchst bemerkenswert, was die Blaskapelle hier alljährlich leisten würde. Es war ihm eine Ehre in den letzten Jahren immer dabei gewesen zu sein, wenn es terminlich passte.
Im Programm ging es weiter mit „Hey Jude“. Mit Sandra Jakob sagte eine weitere junge Musikerin das Stück an. Sie erklärte, dass es in dem Stück eigentlich um Julian Lennon, dem Sohn von John Lennon ging. So wie Sandra hatte sich jeder der jungen Ansager seinen Text selbst erarbeitet und durch die Abwechslung der Moderationen war selbst schon die Vorankündigung eines Musikstückes eine Besonderheit. Den Abend beschloss offiziell ein Medley der bekanntesten Lieder von Nena. Bei „99 Luftballons, Nur geträumt, Leuchtturm und Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ fühlte man sich in die 80er zurückversetzt und stehende Ovationen waren Dank für ein großartiges Konzertereignis. Als Zugabe nahmen die Schwürbitzer Musiker mit dem Stück „Ein Leben lang“ ein anstehendes Grossereignis vorweg. Dieses Stück wird nämlich ein Teil des Gemeinschaftschores sein, welcher anlässlich des Kreismusikfestes in Uetzing Anfang September gebildet wird. Absolut stimmungsvoll und mit Gesangseinlage, wo man sich als Gast wunderte, dass angesichts des guten Sounds noch so viel Stimmen zum Singen „übrig“ waren. An der großen Leinwand war der Text eingeblendet, so dass sogar die Gäste mitsingen konnten. Doch auch damit ließen die Gäste die Akteure noch nicht von der Bühne. Mit der rauschenden böhmischen Polka „Blasmusik zu jeder Stund“ wollte Dirigent Michael Stettner die Gäste entlassen. Doch zunächst bedankte sich Vorstand Oswald Kremer noch bei einigen führenden Musikern, dem Servicepersonal, dem Einlassteam Dümlein, der Sicherheitswache der Feuerwehr Schwürbitz, und natürlich allen Blasmusikfans, ohne deren Zuspruch und Interesse, es im nächsten Jahr kein Osterkonzert mehr geben würde, so der Blaskapellenchef. Mit „Lilly Marleen“, einem weltbekannten Stück, welches die Blaskapelle Schwürbitz ihrem Ehrenvorsitzendem Oswald Bauer gewidmet hat, war nun die dritte Zugabe „erfüllt“ und die Lichttechnik sorgte mit verstummen des letzten Tons für einem Moment absoluter Dunkelheit in der Halle. Beeindruckend. Gut gelaunt und beschwingt ließen es sich zahlreiche Gäste und natürlich alle Bühnenakteure noch einige Zeit lang gut gehen, bevor der Abend endgültig zu Ende ging. Pünktlich um 9.00 Uhr am Ostermontag waren alle Blasmusiker wieder zum Abbau zur Stelle und versetzten die Turnhalle wieder in ihren ursprünglich tristen, sportlichen, eigentlichen Charakter zurück. Bei einigen Getränken und Bratwürsten machte man sich am Pfarrzentrum um die Mittagszeit noch selbst etwas zu Essen. Danach war entspannen angesagt und das 35. Schwürbitzer Osterkonzert mit einem wie immer riesigen Aufwand an Bühnenbau, Licht- und Tontechnik, Inneneinrichtung, Schank- und Küchenausstattung war Geschichte, die allerdings in bester Erinnerung bleibt. sam

Der „Knicks“ von Sänger Wolfgang Knippert, gegenüber seiner Sangespartnerin Daniela Spörlein war schon vor dem Konzert Thema, sangen die Beiden dieses Stück erstmalig vor 13 Jahren, wo dies noch eine spontane Geste aus Dankbarkeit war.

Ausnahmslos junge Moderatoren sagten die Musikstücke an. Auf unserem Bild die 14-jährige Hannah Hofmann bei der Ansage von „Dream“, hinter Leon Mitlacher, der das Musikstück „Hair“ ansagen durfte.

Otto Drechsel war einer der Solisten, die am schönen Osterkonzert der Schwürbitzer gebraucht wurden. Der Posaunist bei „Hey Jude“ neben Dirigent Michael Stettner.

Ein Fläschchen Sekt durfte natürlich nach dem Konzert ebenso wenig fehlen, wie das angestimmte “Ein Prost mit harmonischem Klang”

Plötzlich bestand bei “Hernandos Hideaway” die Rhythmusgruppe aus 6 Personen.

Blasmusikfan und Förderer der Schwürbitzer machte sich mit Partnerin froh gelaunt und dankbar auf den Heimweg. Alois Dechant.

Die vordersten Plätze waren natürlich wieder der Prominenz vorbehalten.

Viele Gäste – viel Applaus! Am Ende des Konzertes gab es “Stehende Ovationen”
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