Faszinierende und interessante Kirchenführung mit Turmbesteigung und Orgelspiel in der Herz-Jesu Kirche abgehalten
Schwürbitzer Kirchenführung faszinierend













Faszinierende und interessante Kirchenführung mit Turmbesteigung und Orgelspiel in der Herz-Jesu Kirche abgehalten
Schwürbitz am Main
Im Rahmen des Jubiläumsjahres „125 Jahre Herz-Jesu Kirche Schwürbitz“ fand am Samstag, den 17. August 2024, eine sehr lehrreiche, faszinierende und interessante Kirchenführung durch Pfarrgemeinderat Manfred König vom „Koordinationsteam Pfarrei Herz-Jesu Schwübitz“, zwischendurch unterstützt mit weiteren Kennern und Verantwortlichen (u.a. Wortgottesdienstleitern Horst Habermann und Ramona Schmuck, dem langjährigen Organisten und Chorleiter Heribert Ritzel (er zeigte die Vorzüge der Schwürbitzer pneumatischen Orgel und gab einen kleines Orgelkonzert zu Gehör) sowie dem ehemaligen „Oberministrant“ Werner Fleischmann usw. statt. Innerhalb der fast 3-stündigen Kirchenführung bekamen alle Teilnehmer und Interessenten sehr viel Fachwissen vermittelt. Gekonnt führte Manfred König durchs Jubiläumsprogramm, angefangen mit viel Fachwissen am Kirchenvorplatz, in der Pfarrkirche (Innenraum, Chor, Sakristei, Turmbesteigung bis hoch in die Glockenstube sowie anschließend Kennenlernen der Orgel – Orgelspiel.
Manfred König begann seinen sehr ausführlichen Fachvortrag auf den Stufen des Kircheneingangsbereiches (Vorplatz zur Schwürbitzer Pfarrkirche) mit den Worten „So pfarrten die Schwürbitzer Katholiken vor dem Kirchenbau einst nach Marktgraitz zum Gottesdienst. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche wurde immer lauter. Am 14. Mai 1885 wurde der katholische Kirchenbauverein gegründet. Initiatoren waren unter anderem neben einigen Gründungsmitgliedern Altbürgermeister Erhard Vogel, der als Hauptinitiator und Erbauer galt. Nach anfänglichen großen Schwierigkeiten und Differenzen erwarb der Verein den Bauplatz an der Göritze, vorher war die Lage in der Dorfmitte (wo jetzt die evangelische Kirche steht) geplant. Von der Grundsteinlegung bis zur Weihe der Kirche vergingen nur 15 Monate, unter Berücksichtigung der Winterpause wurde somit die Kirche in einer „Rekordzeit“ gebaut. Heute undenkbar. Am 8. Mai 1898 waren die Vorarbeiten soweit gediehen, dass der Bau der eigenen Kirche in Angriff genommen werden konnte (Im Jahr 1899 wurde die von Architekt Gustav Haeberle aus Bamberg entworfene neugotische Kirche geweiht – ähnliche Kirchen stehen zum Beispiel in Forchheim St. Johannis, ev. Kirche in Lichtenfels sowie weitere Kirchen in den Nachbarlandkreisen und öffentliche Gebäude). Der Grund wurde für „Gottes Lohn“ ausgehoben. Während der ganzen Bauzeit fehlte es nicht an freiwilligen Helfern, die Sandsteine aus der Göritze brachen. Am 25. Juli 1898 erfolgte die Grundsteinlegung. An die 4000 Menschen kamen, darunter neun Geistliche.
Innerhalb eines Jahres wurde die Kirche erbaut – eine Höchstleistung. Nach erfolgreicher Bauzeit läuteten am 03. September 1899 bereits die vier Glocken zum ersten Mal. Vier Wochen später am 02. Oktober 1899 wurde die Kirche von Erzbischof Dr. Joseph von Schork feierlich eingeweiht.
So war der 2. Oktober 1899 ein einmaliger Festtag für Schwürbitz (so auch die Worte von Professor Günter Dippold vor einigen Wochen beim Festabend). Am Vortag war der Bamberger
Erzbischof Dr. Joseph von Schork bereits mit der Bahn angereist. Bis Hochstadt war er gefahren, dort
hatte ihn eine Kutsche abgeholt.
Am Nachmittag traf der Oberhirte in Schwürbitz ein, er besichtigte die neue Kirche, hielt
dort eine Ansprache und nahm in Gasthof Amon Quartier. Dort erwiesen ihm am Abend die
Einwohner mit einem Fackelzug ihre Referenz.
Am anderen Morgen um 7.30 Uhr fuhr der Erzbischof erneut zur Kirche, wo Gläubige die
ganze Nacht hindurch gebetet hatten. In Gegenwart von 18 Priestern weihte er die neue Kirche
Herz Jesu, damals noch eine Filialkirche der Pfarrei Marktgraitz. Nach einem festlichen Mahl
reiste Joseph von Schork über Hochstadt nach Bamberg zurück. In Schwürbitz beschlossen die
Einwohner den Tag mit einer „musikalischen Unterhaltung“.
Die Kirche veränderte das Bild des Dorfs von Grund auf. Sie thronte und thront bis heute
am Hang der Göritzen über den Wohnhäusern und grüßt weit in das Maintal hinein. Aus der
Silhouette der Ortschaft ist sie nicht wegzudenken.
Bemerkenswert, wie rasch diese Kirche errichtet wurde. 1894 hatte der Kirchenbauverein
als Bauherr dem bayerischen Landesherrn, Prinzregent Luitpold, die Pläne vorgelegt und den
Baugrund gekauft. Als die Finanzierung zu stehen schien, begann am 8. Mai 1898 der Bau. Am
25. Juli 1898 wurde feierlich der Grundstein gelegt. Am 15. Dezember 1898 beging man das
Richtfest. Dann am 2. Oktober die Weihe. In nicht einmal anderthalb Jahren erstand der stolze
Kirchenbau – zügig selbst für heutige Verhältnisse.
So kurz die Bauzeit war, so lange war die Vorgeschichte.
Schwürbitz gehörte zur Pfarrei Marktgraitz. Dort wurden die Kinder getauft, die Paare
getraut, auf dem Kirchhof um die Pfarrkirche die Toten bestattet.
Die seelsorgerische Tätigkeit übernahm bis zum Jahr 1906 die Kuratie Lettenreuth. Am 01. Oktober 1906 hielt Kuratus Georg Krümmer in Schwürbitz Einzug. Weitere Geistliche folgten bis auf den heutigen Tag.
Unter Pfarrer Matthias Zeltingers Regie (seine letzte Grabstätte liegt unmittelbar vor der Kirche am Kirchenvorplatz) wurde die Kuratie Schwürbitz im Jahr 1934 zur Pfarrei erhoben, die er bis zu seinem Tod am 29. November 1947 als Pfarrer führte. Pfarrer Zeltinger schuf eine Schwesternstation, einen Kindergarten und gründete den katholischen Kirchenchor. An seine Stelle trat am 21. Januar 1948 Pfarrer Pankraz Bäuerlein, der die Geschicke der Pfarrei bis 13. November 1963 leitete. In seine Zeit fielen die Anschaffungen neuer Glocken, der Neubau eines weiteren Kindergartens, die Kirchenrenovierung, die Kirchturmerneuerung sowie die Gründung der Blaskapelle Schwürbitz. Am 12. Februar 1964 kam Pfarrer Ansgar Drost nach Schwürbitz. Er wirkte über 30 Jahre bis zum 17. September 1994 in Schwürbitz. Weitere Geistliche wirkten bis auf den heutigen Tag.
Manfred König führte weiterhin aus, dass die Symbole (Pflasterung auf dem Kirchenvorplatz) zum Eingangsbereich einen Fisch „ICHTYS“ (Jesus, Christos, Theo – Gottes, Yios – Sohn, Soter – Erlöser) darstellen (besonders gut sichtbar aus Turmhöhe).
Vom Eingangsbereich bis hinein in den Innenraum mit Chor gab es nun sehr viele ausführliche Erklärungen von Manfred König (Buntes Fenster über die Eingangstüre Darstellung eines Pelikans, Weihwasserkessel, Beichtstühle, Ganzjahreskrippe im ältesten Beichtstuhl, Pieta mit Gefallenenbuch, Lourdes-Darstellung, Statuen Bruder Konrad und St. Wendelin, Kanzel mit den Evangelisten Markus, Lukas, Matthäus und Johannes, jeweils die einzelnen Figuren mit Bedeutungen an den beiden Seitenaltären „Marienaltar“, „Josefaltar“, sowie „Hauptaltar“ mit Figuren und Darstellungen. Die einzelnen Figuren können im Chronikbuch nachgelesen werden. Die bunten Fenster im Chorraum mit Namenspatronen „Hl. Paulus“ und „Hl. Dorothea“, Chorgestühl, Volksaltar mit durchbrochenem Herz Jesu.- Sehr interessant war dann der Besuch der einen Sakristei (Schwürbitz hat zwei Sakristeien!), wo die einzelnen farbigen Messgewänder, Minstranten-Gewänder, Kelche und Hostienschalen, Weihrauchgerätschaften, Monstranzen, Glocken-Läutanlage, Beleuchtungs- und Mikrofon-Steuerung, sowie weiteres Interessantes zu sehen war und von den Verantwortlichen jeweils ausführlich erklärt wurde.
Spannend war auch die Turmbesteigung zum Glockenstuhl (vier Glocken hängen im 56-Meter hohen Turm), sowie der Dachboden über dem Kirchenschiff bzw. dem Chorgewölbe.
Viele Fragen der „wissbegierigen Gäste und Besucher“ wurden ausführlich von den jeweiligen Verantwortlichen in fast 3 Stunden erklärt und erläutert.
Alle Teilnehmer waren vom Jubiläumsprogramm „Kirchenführung Herz-Jesu Kirche“ sehr angetan und spendeten abschließend sehr viel Beifall. Weitere Kirchenführungen stehen im Jubiläumsjahr noch an.
Text Horst Habermann
Unsere Bilder zeigen Fotos (Schnappschüsse) von der sehr interessanten Kirchenführung mit Turmbesteigung und Kennenlernen der Orgel am Samstag, den 17. August 2024 anlässlich des 125-jährigen Kirchenjubiläums „Herz-Jesu Kirche Schwürbitz“. Innerhalb der fast 3-stündigen Kirchenführung bekamen alle Teilnehmer und Interessenten sehr viel Fachwissen vermittelt. Gekonnt führte Manfred König durchs Jubiläumsprogramm, angefangen mit viel Fachwissen am Kirchenvorplatz, in der Pfarrkirche (Innenraum, Chor, Sakristei, Turmbesteigung bis hoch in die Glockenstube sowie anschließend Kennenlernen der Orgel – Orgelspiel. Alle Teilnehmer zeigten sich sehr angetan vom Jubiläumsprogramm „Kirchenführung Herz-Jesu Kirche“ und spendeten abschließend sehr viel Beifall.
Fotos Horst Habermann (hh)
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