Etz amol langsam – die Wiedergeburt des Oozünders!
Ihr lieben Leut´,
ich darf mich kurz vorstellen: Ich bin der Schwörbetze Oozünder. Geboren wurde ich irgendwann vor 1057 und ich war von Beruf „Köhler“. Dä öschde Schwörbetze!
Das Ihr mich heute kennt, hab´ ich „an Reigschlaafdn“ zu verdanken. Denn der wollte vor ziemlich genau 25 Jahren den Schwörbetzern aans auswischen und hat mich als „Usel“ mit Prügel als rückständig und wenig intellektuell darstellen wollen, was er auf meinem Bauch mit Stickerei auszudrücken versuchte. Doch da hat er nicht mit den „Ureinwohnern“ gerechnet, die mich und meine vielen Brüder dankend annahmen, dann aber mit einem Gürtel die wenig schmeichelnde Stickerei überklebten und „Oozünder“ aufbrachten. Aus dem Prügel wurde eine Fackel.

Nun, dass ich mich heute an Euch wende, hat einen speziellen Grund, den ich gleich nenne. Zunächst einmal, ich kann schreiben, ja, ich bin nämlich nicht aus der Steinzeit, auch wenn ich ein bisschen wie Fred Feuerstein daherkomme. Und in Zeiten, wo es in Zeuln einen schreibenden Aladin und in Lichtenfels einen ruhmredigen Häghuber gibt, liegt doch der Schluss nahe, dass auch ich mich mal schriftlich zu Wort melde. Allerdings nicht im OT, denn da nerven diese selbstdarstellenden „Figuren“ schon ein bisschen. Ich bin exklusiv auf unserer Homepage.
Und doch ist das OT der Grund, warum ich nun nach vielen Jahren, wo ich zwar den Gedanken hegte, einmal humoristisch auf Zustände oder Verhältnisse hinzuweisen, doch noch in die Tastatur haue.
Ich hab´ nämlich heute den Bericht über die Königsproklamation der Schützen in der Zeitung gelesen und beim Überfliegen eine Handvoll Satzbaufehler gefunden. Das liegt nicht daran, dass ich eine „Legasthenie“ hätte. Es liegt daran, dass an eingereichten Berichten immer wieder rumgeschnitten wird. Dass dann ein Satz nicht mehr zusammenpasst oder Singular und Plural nicht mehr stimmt, ist keine Seltenheit. Ich weiß nicht, welche KI (Keine Intelligenz) da drüber schaut aber so mancher mag denken, dass der sam, das Schreiben eben nicht kann.

Ich möchte mich also nochmal vorstellen. Ich bin der Schörbetze Oozünder und wenn demnächst mal was aus meiner Sicht klar- oder darzustellen ist, werd´ ich mich ab und zu melden. Natürlich ist das ein schmaler Grat, was keinen ernst gemeinten Lokal-Journalismus ersetzen kann. Aber manchmal ist ein bisschen Augenzwinkern nötig, um eine Situation leicht zu nehmen. Kommentare hierzu, sind natürlich ausdrücklich gewünscht, denn ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich im Stile eines Häghubers, unfehlbar bin.

Und noch eines möchte ich Euch näher bringen. Unser Dialekt hat so wunderbare Worte zu bieten. Darüber denk´ich schon so lange nach, wie man dies auf dieser Homepage einer immer mehr hochdeutsch werdenden Einwohnerschaft näherbringen könnte, ohne schulmeisterlich zu wirken.
Also hier die ersten Schwörbetze Wöddä:
1. „Oozünder“ – Original Schwürbitzer. Der erste Schwürbitzer war ein Köhler, also ein Oozünder, der die Göritze im Rücken und das Brunnenwasser vor den Füßen für sein Handwerk nutzte. Dass dem so war, davon zeugten kreisrunde Kohleflecken, die beim Straßenbau Mitte der 1980er Jahren vor dem „oberen Fischer“ freigelegt wurden.
2. Reigschlaafdä – Zugezogener, oft mit dem Hang, zu meinen, etwas Besseres zu sein.
3. Usel – einfältiger Mensch, der aber durchaus liebenswert sein kann oder sogar lustig.
4. Baala – kurze Beine, siehe auch “Ärmla” – dünne Arme!
5. Umgekehrt: Handvoll – auf Schwörbetzerisch: Harvl, siehe auch Arvl – Armvoll. sam
1 Comment
Ganz oben im Text: Dä öschde Schwörbetze, dass ist Michlaarerisch, richtig wäre: “Da äschd Schwörbetze.”
In der letzten Zeile falsch: Handvoll = Harvl
Richtig wäre: Handvoll = Hampfl