Alibaba und die 40 Räuber! Eine zauberhafte Geschichte mit viel Aufwand und technischen Effekten. Über 30 Darsteller!
Ein Open-Air-Theater von Kindern für Kinder und zwar im Alter zwischen zwei und 99 Jahren präsentierte die Theatergruppe Schwürbitz bei herrlichem Sommerwetter im großen Biergarten der Schützen auf der Göritze. „Alibaba und die 40 Räuber“ wurde geboten und Kinder und Erwachsene waren begeistert von der aufwendigen Inszenierung. Zu Beginn des Stücks begrüßte die Vorsitzende des Theatervereins Ulla Engelmann die vielen Gäste und erklärte kurz die Handlung. Über 30 Darsteller galt es, vom Regieteam Sabine Wich, Heike Pohl und Anja Dumproff richtig in Szene zu setzen und es gelang hervorragend. Im Mittelpunkt stand da Alibaba (Stefan Ehrsam), der seine Mardschana (Lara-Sophie Wich) gewinnen wollte, ihr allerdings als armer Ziegenhirte nichts zu bieten hatte.

Da ging es Alibabas Bruder Kasim (Julius Fischer) schon anders, der in einem Palast residierte, zwar reich war aber grandig daherkam und über das „faule Gesinde“ schimpfte. Auch auf dem Markt, wo die Händler ihre Ware anboten, feilschte er schimpfend und ließ kein gutes Haar an den Händlern: Yusuf, der Stoffehändler (Charlotte Wittmann), Yassir der Schuhhändler (Hannah Hofmann), Faris, der Gemüse und Tee serviert (Isabelle Tauber), Hakim mit dem schönsten Schmuck (Hanna Fischer), Suleika, Gürtelhändlerin (Apollonia Müller) und der schlaue Schneider, der im Laufe des Stückes allerlei Gold einsammelt und coole Sprüche bringt (Natalie Tremel). Es gab noch den Ausrufer (Felix Kreusel-Schubert) und die mystische Wahrsagerin (Romy Thierauf), welche sehr anmutig und in Nebel gehüllt, die Handlung kommentierte. Die Glaskugel auf die Bühne brachte Hilfsgeist Norbert Wich.

Alibaba verlegte sich auf schwärmerische Worte und Gedichte und als er gerade philosophisch in den Tag träumte, kamen die 40 Räuber daher. „Wir sind 10 und 4 mal 10 sind hier, wir sind die 40 Räuber“ war ihr Schlachtruf. Achmed, der Räuberhauptmann (Rüdiger Pohl) kam mit seinem Gefolge Abdul (Leopold König), Alad (Philipp Pohl), Amir (Leonie Mager), Alim (Paul Fischer), Azim (Maja Flieger), Arif (Hannes Wittmann), Amit (Philipp Ehrsam), Anan (Ariane May), Arkan (Ephelia Wenzel) und Abbas (Finn Müller) aus dem Wald und schrien und fluchten wie echte Berserker, wie verwegen und schlau sie doch wären. Doch das mit der Schlauheit ist eben so eine Sache, sonst wäre Alibaba nicht auf die Goldgrotte gekommen, die die Räuber über Jahre aufgefüllt hatten. Mit dem Spruch „Sesam öffne dich!“ schob sich doch tatsächlich, unter lautem Rumpeln, die schwere Mauer auf Seite und alle Zuschauer wollten einen Blick in die „Goldkammer“ werfen.

Alibaba wartete ab und ihm gelang es tatsächlich, mit dem Spruch der Räuber, die Mauer aufgehen zu lassen. Er rief voller Freude „Ich bin reich, reich auf einen Streich!“, sorgte aber dafür, dass die Menge an Goldmünzen die er an sich nahm gerade so bemessen war, dass kein Räuber Verdacht schöpfte. Zurück, bei seiner Geliebten angekommen, berichtete er über seinen plötzlichen Reichtum und nur durch Mardschana´s Mitwirkung konnte verhindert werden, dass er übermütig wurde. Doch Kasim, sein Bruder, kam doch dahinter und verfolgte die Spur zur Höhle. Doch wie war nochmal der Zauberspruch: „Gerste öffne dich?, Weizen öffne dich?“. Er probierte allerlei Zauberworte und an der zweiten Aufführung entfuhr ihm sogar „Ehrsam öffne dich“, was der Nachname des Alibaba Darstellers war, zur Freude und Gaudi der Besucher. Die Räuber überraschten Kasim vor der Höhle und forderten „Rübe runter und Kopf ab!“, doch zunächst sperrten sie ihn erst einmal in der Höhle ein. Die Geschichte endete mit der Festnahme der Räuber und der Freilassung des gierigen Kasim´s.

Die armen Händler, die vorher geplündert wurden, hatten auf einmal ihre Ware wieder, der nun reiche Alibaba bekam natürlich seine angebetete Mardschana und das „Happy End“ war komplett. Vor den beiden Hälften des Stückes konnten die jüngsten Darstellerinnen, die Tänzerinnen des TV Schwürbitz, unter der Leitung von Esther Winkler, zeigen, welch reizenden Bauchtanz sie einstudiert hatten. Deshalb ging reichlich Applaus an: Louisa, Marie, Lotta, Magdalena, Ella, Maria, Mariella, Emma und Paulina.

Die hierfür eingespielte Begleitmusik und die vielen Geräusche und Effekte waren für sich genommen schon ein riesiger Aufwand. Viel Beifall war dem großen Ensemble gewiss und Regie Sabine Wich und Vorständin Ulla Engelmann hatten lange Dankeslisten dabei. So wurde die aufwendige Inszenierung im Vorfeld unterstützt durch die Horst-Müller-Stiftung, der Firma Martina Mayer, der Raiffeisenbank Obermain Nord, der Sparkasse Coburg-Lichtenfels und dem Entsorgungsfachbetrieb Rudi Panzer. Sie dankte der Schützengesellschaft Schwürbitz, den Anwohnern, der Freiwilligen Feuerwehr Schwürbitz, dem Sanitätsteam Stefan Bauer und Katrin Herrmann, der Realschule Hirschaid für die Videoaufzeichnung, dem Bautrupp unter der Leitung von Markus Dumproff, der Maske und den Frisösen Heike Fischer und Andrea Fleischmann, der Schneiderin Heidi Fack, welche viel Arbeit mit den orientalischen Kostümen und Kopfbedeckungen hatte, der Tontechnik Wiesmann in Zusammenarbeit mit dem Organisationmanager des Vereins Manfred König, Lisa Petterich für Grafik und Design, der Firma Scheller, der Weismainer Brauerei, dem Verkaufspersonal in Küche und Ausschank, den Kartenkontrolleuren am Eingang sowie dem Pressemitarbeiter. Auch den Vorverkaufsstellen Dorfladen Marktzeuln und Tankstelle Strobler galt ein herzlicher Dank. Nach dem Stück konnten sich die vielen Kinder noch mit ihrem Schauspielerfavoriten fotografieren lassen. Spieler, Tänzerinnen und Helfer mischten sich unter die vielen Gäste und alle feierten zusammen die erneut gut gelungene Open-Air-Inszenierung der Theatergruppe Schwürbitz. Es dauert nicht mehr lange und die Probenarbeit für das diesjährige Herbsttheater der Theatergruppe nimmt Fahrt auf. Was auf dem Spielplan steht, wird noch nicht verraten, allerdings ist die Fangemeinde der Schwürbitzer Theatergruppe bereits jetzt herzlich eingeladen, wenn es wieder heißt: „Vorhang auf, in Schwörbetz wed Dheaddä gschpilld.“
Hier noch einige schöne Aufnahmen:


1 Comment
Liebe Schwürbitzer Theatergruppe,
liebe Künstlerinnen und Künstler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter –
und vielleicht auch ehemalige Schülerinnen und Schüler,
mit großer Freude habe ich die farbenfrohen Bilder eurer Aufführung „Ali Baba und die 40 Räuber“ gelesen. Man spürt auf jedem Foto, wie viel Herzblut, Kreativität und Freude ihr in euer Theaterprojekt gesteckt habt. Es hat mich sofort zurückversetzt – in eine der schönsten und prägendsten Zeiten meines Lebens.
Ich hätte so gerne dabei sein wollen! Aber zurzeit arbeite ich in Nordamerika. Und wie so oft, wenn mich das Heimweh überkommt, habe ich wieder „Schwürbitz“ gegoogelt – und siehe da: Ich bin auf euch gestoßen.
Vor fast 40 Jahren war ich Junglehrerin in Neuensee, wo ich zwei unvergessliche Jahre lang die 2. und 3. Klasse (gleiche Schueler) unterrichten durfte. Wir führten damals sogar ein selbst erdachtes Krippenspiel auf – mit Musik, Tanz, tollen Kostümen, und Kaffee und Kuchen für die Familien im Zusschauerraum. Vielleicht erinnert sich jemand daran? Vielleicht waren es sogar eure Eltern, die damals meine Schüler waren?
Dabei war mein eigener Weg gar nicht so leicht. Ich bin am Starnberger See im Internat aufgewachsen – wir Mädchen kamen aus ganz verschiedenen Ecken Deutschlands. Danach studierte ich in Bamberg – Lehramt, Sozialpädagogik und Evangelische Religionslehre.
Und dann kam mein größtes Geschenk: Neuensee- meine Lieblingsklasse.
Die Eltern dort stellten sogar einen Antrag beim Ministerium, damit ich noch ein weiteres Jahr bleiben durfte. Das habe ich nie vergessen. Es hat mir gezeigt, wie sehr ich dazugehören durfte – und wie sehr man mich dort schätzte. Das tat so gut.
Ja, damals – im Gegensatz zu heute – hatte man Lehrer im Überfluss.
Und man kümmerte sich recht wenig um uns. Vielen meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen aus Bamberg wurde die feste Einstellung verweigert. So wie ich wurden viele ständig an die verschiedensten Schulen versetzt – von einem Ort zum nächsten, ohne Stabilität, ohne Rückhalt.
Bis unsere Herzen – wie unsere Wohnungen – leer standen.
Später wurde ich als Beamtin auf Probe an die Fachklinik Prinzregent Luitpold in Scheidegg im Allgäu versetzt und unterrichtete dort in der Schulabteilung. Es war fast so schön wie in Neuensee – aber eben nur fast. Ich vermisste euch – und auch meine leere Eigentumswohnung in Bamberg Holzmarkt 3.
Irgendwann -als man mich erneut versetzen wollte, gab ich auf.
An meinem Geburtstag reiste ich in die USA, ließ alles hinter mir, studierte dort weiter, arbeitete als Schulpsychologin, später als Direktorin, und schließlich als Professorin für Psychologie an mehreren Universitäten und schrieb Kinderbilderbücher für meine Schüler in Neuensee
Meine Mutter sagte damals:
„Du bist wahrscheinlich die einzige Beamtin, die ihre sichere Stelle aufgibt und ins Ungewisse geht.“
Und ja – sie hatte recht.
Doch ich hatte einen Traum: Ich wollte Pädagogin sein – mit Herz, mit Haltung und mit Hoffnung. Ich wollte, dass Kinder sich in der Schule angenommen fühlen, dass sie lachen dürfen, kreativ sind, frei denken lernen und sich entfalten – so wie ihr, meine ehemaligen Schülerinnen und Schüler, es in Neuensee getan habt.
Und heute, wenn ich euch Schwürbitzer sehe – mit euren Kostümen, dem Theater, der Freude – dann weiß ich: Diese Werte leben weiter.
Ich habe euch nie vergessen.
Vielleicht liest ja jemand diesen Brief. Vielleicht erinnert sich jemand.
Ich würde mich riesig freuen, wenn sich jemand bei mir meldet – ein Klassentreffen mit „uns von damals“ wäre das schönste Geschenk! Dafür würde ich jederzeit einfliegen.
Lasst etwas von euch hören – ich würde mich von Herzen freuen.
Meine E-Mail-Adresse ist: hlc232@msn.com
“Ja, Schwuebitz ist – ganz einfach – ein fortgeschrittener Ort.
Ein Ort für kreative Menschen, die die Kunst des Lebens verstehen und leben.
Ein tolles Theaterstück, eine wunderschöne Gemeinschaft.
Mit Liebe erinnere ich mich zurück – eure damalige Lehrerin zweiten und dritten Klasse in Neunsee, vor -+ 40 Jahren.”
Euere
Heidi (Dr. Heidi Lind)
Grundschullehrerin in Neunsee fuer meine 2.und 3 Klasse