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Vertrauensverlust spürbar – Neue Meinung nach der Europawahl – Thema auch: Schulschließung.

Neuigkeiten zur Schulschließung

Enttäuschung. Große Enttäuschung und Unverständnis ist das Gefühl der Stunde bei mir als Bürger. In was für einen beispiellos intransparenten, und von unerklärlichem Zeitdruck mit widersprüchlichen Aussagen geprägten Prozess, wurde die längst beschlossene Schließung der Schwürbitzer Dorfschule den Gemeinderäten, den Elternbeiräten, aber auch den betroffenen Eltern und Schülern zugemutet.

Dabei richtet sich die Enttäuschung zunächst nicht gegen den Umstand an sich, dass die Schließung der über 200 Jahre alten Schule nicht notwendig war, sondern vielmehr, um alle Begleitumstände bei der Vermittlung durch die staatlichen Behörden. Hier wurde bewusst eine Spaltung der Gesellschaft und die Resignation von Gemeinde- und Elternbeirat in Kauf genommen, anstatt den Mut zu haben mündigen Bürgern „klaren Wein einzuschenken“.

War es denn wirklich notwendig durch öffentliche Aussagen und Desinformationen Zwietracht in die Bevölkerung zu sähen, um dieses Ziel durchsetzen? Haben nicht gesellschaftspolitisch engagierte Bürger, die zu den Leistungsträgern unserer Demokratie gehören, ein Recht auf objektive Informationen und Berichterstattung?

Die Eltern der Vorschüler und der Zweitklässler wurden vom Rektorat in Michelau angeschrieben, dass der Unterricht ab Herbst in der Michelauer Schule stattfindet. Um das neue Umfeld kennenzulernen, wurden die Kinder zum bevorstehenden Schulfest eingeladen. Vorteilhaft für die Schüler ist die neue Busfahrkarte, mit der sie zukünftig im gesamten Nürnberger Verkehrsverbund mit Bahn und Bus reisen können.

Dass neben der Rektorin in Schwürbitz noch eine weitere Lehrkraft und die Sekretärin gekündigt haben soll, konnte bisher nicht bestätigt werden, obwohl es im Gemeinderat verkündet wurde und zweimal in der Zeitung stand. Dieser überraschende Umstand sollte angeblich, neben dem allgemeinen Lehrermangel, zur Empfehlung der Verwaltung an den Gemeinderat, den Schulstandort Schwürbitz zu schließen, geführt haben.

Bleibt hier die Frage, warum in der Öffentlichkeit von staatlichen Stellen Aussagen getroffen werden, die die Meinungsbildung von Gemeinderat und Elternbeirat beeinflussen?

Die Schüler hatten sich in einer nicht mit dem Elternbeirat abgestimmten Unterschriftenaktion direkt an die ehemalige Rektorin der Schwürbitzer Schule und heutigen Schulamtsdirektorin gewandt und gebeten, die Schule nicht zu schließen, um ihre Grundschulzeit hier im Ort verbringen zu können. In einem umgehenden Antwortschreiben des Staatlichen Schulamtes an die Schüler wurde erläutert, dass diese Entscheidung ausschließlich von Schulamt und Gemeinde festgelegt wird.

In diesem Schreiben ist auch zu lesen: „So kann das Schulhaus in Schwürbitz für die dringend benötigte Hortbetreuung für Euch und Eure Geschwister genutzt werden.“ Von dieser Maßnahme ist der Kindergarten- und Hortleitung allerdings bisher nichts bekannt. Aufgrund des Auslaufens der Sondergenehmigung des Landratsamtes wegen Überbelegung des Kindergartens müssen derzeit Anmeldungen abgelehnt werden und Schwürbitzer Eltern werden gebeten sich Kindergartenplätze in der Umgebung zu suchen.

Überraschend sind dieser Tage auch Handwerker in der Schule zu sehen, um möglicherweise die längst überfälligen Arbeiten in den feuchten Kellerräumen vornehmen.

Nachvollziehbar wäre auch, wenn Lettenreuther Eltern Gastschulanträge in Marktzeuln stellen sollten, da die Schule in der Nachbargemeinde gefahrlos, auf dem relativ kurzem Rad- und Fußweg, besucht werden kann, ohne den Bus nach Michelau benutzen zu müssen.

Wir vertrauen den Informationen, die wir bekommen.

Auf ihrer Basis treffen wir unsere Entscheidungen für unsere Kinder und für unsere Gemeinde. Dieses Vertrauen wird hier leichtfertig verspielt. Neben dem Gemeinderat ist auch der Elternbeirat eine demokratisch gewählte Institution.

Warum werden hier im konkreten Fall einer möglichen Schulschließung in Schwürbitz Gemeinderat, Lehrer, Eltern und Schüler nicht, bzw. sehr kurzfristig, vor allem aber durch widersprüchliche Informationen und nicht nachvollziehbare Zuständigkeiten durch öffentliche Einrichtungen verwirrt?

Hier entsteht ein großer Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber gewählten Vertretern der Politik, vor allem aber gegenüber den Behörden.

Die Verantwortlichen in den Verwaltungen von Landkreis und Gemeinde sollten gut beraten sein, mündige Bürger grundsätzlich rechtzeitig und wahrheitsgemäß zu informieren, ansonsten tragen sie eine hohe Mitverantwortung, wenn Leistungsträger des Bürgertums, die sich gerne in gesellschaftspolitische Themen einbringen wollen, alle öffentlichen Informationen und Darstellungen auf Wahrheitsgehalt hinterfragen müssen und sich möglicherweise nicht mehr, wie bisher, zu den gern gesehenen und hochgelobten Ehrenämtern zur Verfügung stellen wollen und resignieren.

Hinsichtlich der Tatsache, dass unsere Demokratie leider offenbar von immer weniger Bürgern getragen wird, sollte man meinen, dass gewählte Amtsträger umso mehr durch Transparenz und Offenheit für mehr Verständnis der demokratischen Abläufe und unser Vertrauen werben. Offenbar bislang nicht, wie uns die Ergebnisse der Europawahl teilweise bestätigen.

Daher meine Bitte erneut:

Liebe gewählte Volksvertreter, Verwaltungsangestellte und Staatsdiener – bitte stärken Sie unsere Demokratie und deren Strukturen: Wir bitten Sie um Transparenz, Eingehen auf Bedürfnisse sowie Anliegen der Bevölkerung  und bieten Ihnen dafür unser Vertrauen.

Schwürbitz, 10. Juni 2024       

Carlo Scheidt

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