Von der Flößerei zum Kiesabbau – Erinnerungen von Horst Habermann – Story
Erinnerungen an alte Bagger, Kähne und Lastwagen mit „Kieskutschern“
Kieskutscher fuhren durch Schwürbitz







Seit Jahren wurde bzw. wird immer noch Kies ausgebaggert, u.a. vor der Schwürbitzer Kulisse (im Bereich Michelau-Trieb-Schwürbitz) sind immer wieder große Bagger und Baufahrzeuge im Einsatz. Da werden Erinnerungen an frühere Zeiten wach. Bereits seit den 1980er Jahren wird Kies zwischen Michelau, Schwürbitz und Trieb abgebaut (daraus entstand auch der „Rudufersee“ zwischen Michelau und Schwürbitz), wobei sich die Tätigkeit nur noch auf das Gebiet zwischen Trieb und Schwürbitz konzentriert – und in den letzten Jahren (ca. um 2009) sogar der Schwürbitzer Ortsrand, jenseits des Maines, bis in die Nähe des Fußballplatzes erreicht wurde (das Problem der Schwürbitzer Mainbrücke kam in den letzten Jahren als eigenes Thema hinzu).
Bis in die 1960er Jahre wurde der Kies jedoch aus dem Main entnommen. Den älteren Bürgern ist sicherlich noch die Kiesbaggerei Martin und Georg Götz, Schwürbitz (Nachkomme Altbürgermeister Karl Götz) in guter Erinnerung, die nach der „Flößerzeit“, insbesondere von 1930 bis 1950 von Martin Götz – er übernahm diese von seinem Vater Karl Götz sen., einem Flößer aus dem Frankenwald (die Schwürbitzer Familiennamen Götz, Wich usw. stammen vorwiegend aus dem Frankenwald), der sich in Schwürbitz am Main angesiedelt hatte und später von dessen Sohn Georg Götz (später Familien Götz und Strenglein) bis in die 1960/70iger Jahre geführt wurde (Bilder Schwimmbagger und Kähne genannt auch „Schelche“ auf dem Main von den Nachkommen der Familien Götz – Arbeiten am Schwimmbagger und schwere Arbeiten auf dem Schelch mit Georg Götz und Tochter Manfreda Strenglein zeugen davon). Auch die „Wasserbäuer“ (Wasserwirtschaftamt usw.) hatten bis den 50/60iger Jahren Schelche am Schwürbitzer Mainufer abgestellt und gelagert – als Kinder immer wieder ein idealer Spielplatz, erinnert sich der frühere Gemeinde-Archivar Horst Habermann (Gemeinden Schwürbitz und Michelau i. OFr.) um die Zeit Anfang 1960 sehr genau. Die Familien Götz mussten damals am Main schwer arbeiten. Es gab zunächst noch keine Bagger, der Kies wurde geschaufelt beziehungsweise mit Kuhfuhrwerk aus dem Main gezogen, ebenso aus den Kähnen (Schelchen) geschaufelt.
Erst später kamen Flussbagger mit Kieskahn, (in Höhe des Fußballplatzes auf dem Bild) zum Transport und Bagger zum Aus- und Einschaufeln hinzu. Der starke LKW-Verkehr (damals auch die „Kieskutscher“ genannt), dürfte noch vielen älteren Schwürbitzern in guter Erinnerung sein.
Gespräche mit Altbürgermeister Karl Götz im Rathaus Schwürbitz (Horst Habermann war dort Verwaltungsangestellter) weckten immer wieder diese alten Erinnerungen auf.
Auch Alfred Gerner (heute aktiver Sänger im Männergesangverein 1856 Schwürbitz zusammen mit Horst Habermann) aus Zettlitz (Vater Peter Gerner sen. fuhr mit seinen alten Lastwagen Mercedes-Benz L 6600 und „Büssing 120iger“ viele Fuhren Kies (musste sogar noch mit Schaufeln auf den LKW verladen werden) durch Schwürbitz in die benachbarten Orte zum Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland. Alfred Gerner fuhr damals bereits als junger „Kieskutscher“ ebenso wie sein Bruder Hans selbst mit (mit den vollbeladenen Kies-LKW`s war immer wieder am „Schwürbitzer Fischers-Berg“ die erste schwere Hürde zu nehmen, meist „Zwischengas-Schalten“ war angesagt, erinnert sich Alfred Gerner noch sehr genau daran, der heute noch als „Oldtimer“ in der Spedition Gerner Trans mit Sohn Peter und Enkelsohn Andreas aushilft).
„Gde-Archivar“ Horst Habermann (LKW Fan seit Kinderzeit und befreundet mit Alfred Gerner) war in den 50iger Jahren von den alten Kipper-Lastwagen (Büssing, Borgward, Ford, Hanomag, Krupp, Henschel, Magirus-Deutz Mercedes, MAN usw. der Fuhrunternehmen Karl Fleischmann (Pola, Schwürbitz), Peter Gerner (Zettlitz), Max Schultz und A. und A. Beck (Sonnefeld, Debus und Dinkel, Untersiemau, Kauppert, Redwitz, Wöhner und Gutgesell, Schney, Kraus und Sohn Lichtenfels, Och, Lichtenfels, Wuttke und Mätzke, Weidnitz. Aumüller, Michelau usw.,) immer wieder als „Kind der Michelauer Straße in Schwürbitz am Main“ beeindruckt.
Text Horst Habermann
Verschiedene Bilder (Repros) erinnern an die 50/60/70iger Jahre an die Zeiten des Kiesabbaues am Main in Schwürbitz usw., mit Kiesbagger, Kähnen, alten Lastwagen usw.
Bild mit Alfred Gerner (links) früherer Kieskutscher (Firma Peter Gerner Zettlitz, die alten Mercedes-Benz Lastwagen 50iger Jahre) und Horst Habermann (Bild Fahrzeug Lastwagen Henschel von Kiesbaggerei Götz in den 60iger Jahren in der Michelauer Straße in Schwürbitz).
Fotos/Repros zur Verfügung gestellt: Herbert Fleischmann, Familien Gerner, Götz/Kohles/Strenglein und Horst Habermann (früherer Gde-Archivar Michelau und Schwürbitz).
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