150-jähriges Jubiläum nimmt Fahrt auf! Etwas Historie…
Die Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft Schwürbitz 1874 e.V. feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum. Auf stolze, offizielle 150 Jahre kann der Schwürbitzer Traditions- und Schießsportverein bereits zurückblicken und ist damit einer der ältesten Ortsvereine, denn wenn man es ganz genau nähme, könnte man gesichert fast noch einmal 20 Jahre dazu rechnen. Der älteste Hinweis auf die Existenz einer Schützen-Gesellschaft findet sich nämlich am 18. Juli 1856 im damals erstmals gedruckten „Lichtenfelser Tagblatt“. Durch den dort abgebildeten Hinweis auf das „diesjährige Freischießen“ kann man vermuten, dass das Schützenwesen in Schwürbitz noch älter ist, allerdings setzte man für die Soldatenkameradschaft, damals Kriegerverein und die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft nach dem „Franzosenkrieg“ das Gründungsjahr, also 1874, als Start der beiden Vereine fest und hält sich bis heute daran. Beide Vereine entwickelten sich unabhängig voneinander und wie es in Schwürbitz üblich wurde, prosperierte im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert jeder Verein im geselligen und aktiven Schwürbitz dieser Zeit. Immer wieder fanden sich Anzeigen im Tagblatt, welche der Verein gesichert hat und aufbewahrt, mit Hinweisen und Einladungen zu „Fest-Preisschießen“. Gezeichnet von einem Vorstand namens Mathias Amon, der ein hiesiger Kaufmann war und um die Jahrhundertwende nicht nur ein hervorragender Schütze, sondern höchstwahrscheinlich der erste richtig aktive Vorsitzende des damals neuen Vereins. Nicht fehlen dürfen in den Anzeigen auch die Hinweise des „Schützenwirts“, der für „Stoff aus der bayerischen Bierbrauerei Lichtenfels, sowie für kalte und warme Küche bestens gesorgt habe und zahlreichem Besuch entgegensieht“ und in den „Söllner´schen Garten“ einlädt.
Durch die beiden Weltkriege kam das Vereinsleben weitgehend zum Erliegen, man weiß heute nicht, in welcher Weise sich die Schützen weiterhin, eventuell sogar heimlich, getroffen haben und zumindest die Kameradschaft pflegten. Erst ab 1956 finden sich wieder Hinweise auf sportliche Aktivitäten und regelmäßige Treffen. Beim „Fischerbräu“ rief Paul Eicker am 04. Juli 1958 zum „Zwecke einer Gründung eines Schützenvereins“ auf und 15 Männer kamen zusammen, bezogen sich auf die damals bekannten 1874 vorgenommenen Aktivitäten und gründeten den „modernen Schützenverein“. Wie modern und selbstständig der Verein im Laufe der Jahrzehnte werden sollte, schwante den Gründern damals noch nicht aber seit dem ersten Schützenfest im Jahre 1960 vermochte nur die weltweite Pandemie, dass das Schützenfest Schwürbitz nicht so gefeiert werden konnte, wie es damals angelegt wurde. Im Jahr 1968 ließ man sich mit der Nummer 230 ins Vereinsregister eintragen. Bereits 1969 verließ man den Schützenwirt Fischer und baute auf einem Grundstück in der Göritze das neue Schützenhaus. Auf den 04. Januar 1969 datiert ein Vertrag mit der Brauerei Püls aus Weismain, auf dessen Basis man auch im diesjährigen Jubiläumsjahr noch vertrauensvoll zusammenarbeitet. Somit währt diese Zusammenarbeit, die es erst ermöglichte, den Standort weiterzuentwickeln, das Schützenhaus auszubauen und zu erhalten im Jubiläumsjahr würdige 55 Jahre.
Längst ist man also sein eigener Wirt und das Schützenhaus wurde in den letzten 30 Jahren vor allem durch den Bau des neuen Schießstandes und zahlreicher Renovierungsarbeiten ausgebaut, verschönert und gemütlich hergerichtet. Den Schützen stehen auf ihrem „Areal“ ein Wirtschaftsraum, ein Nebenzimmer, ein Saal, zwei Biergärten, eine Küche, eine Waldschänke, ein Musikpavillon, der sich auch über überdachte Außenveranstaltungen nutzen lässt, zahlreiche Parkplätze sowie die dazugehörenden Sanitären Anlagen zur Verfügung. Und doch hätte man da noch so manchen Wunsch im Kopf, der sich natürlich vernünftig umsetzen und finanzieren lassen muss, bevor man ihn angeht. Das Allerwichtigste ist jedoch, dass diese Möglichkeiten auch genutzt werden und man kann sich gerade in diesem Jahr über eine gute Auslastung freuen.
Die erste große offizielle Schützenveranstaltung 2024 war das vor knapp 30 Jahren eingeführte Dreikönigs- oder auch Jedermannschießen am 06. Januar. Der Veranstaltungsreigen setzt sich nun fort, denn auf den 09. März haben die Verantwortlichen einen Fest- und Ehrungsabend gelegt. Die Einladungen an Mitglieder und Ehrengäste sind längst verteilt, der Saal, der eigentlich der Schießstand ist aber mit wenigen Handgriffen umgebaut werden kann ist mit einer großen Bühne versehen. Die Tischreihen sind gestellt und geschmückt, die Ehrungsnadeln drapiert, Wein und Bier gekühlt, die Chronik verfasst und auch die Blaskapelle Schwürbitz ist bestellt, damit die Veranstaltung eben auch einen würdigen Rahmen erhält. Es ist an diesem Abend also alles „angerichtet“ und man darf sich auch auf die Präsentation der Ehrendamen freuen. Im Jubiläumsjahr hat die Vereinsleitung natürlich auch Überraschungen parat. Die „Ehrengabe“ im Jubiläumsjahr ist ein Schützenkrug, der nun, seit sage und schreibe 50 Jahren auf seinen Einsatz wartet. Von der Vorstandschaft im Jubiläumsjahr 1974 großzügig geordert, dann gut versteckt und in Vergessenheit geraten, tauchten gut 50 Bierkrüge mit dem Aufdruck „100 Jahre Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft“ vor 3 Jahren wieder auf und man veredelte die schönsten 49 Krüge mit einem Deckel, darauf befindlicher Gravur und dem Hinweis auf das Jubiläumsjahr 1974 und 2024. Wer also kann fabrikneue Bierkrüge mit Zinndeckel überreichen, die bereits 50 Jahre alt sind? Am Ehrungsabend möchte man besonders treuen Mitgliedern mit diesem „Geschenk“ Danke sagen und gleichzeitig alte und junge Mitglieder auffordern, dabei zu bleiben und den Verein bis zum nächsten Jubiläum zu erhalten und zu „tragen“. Am 21. April steht dann die nächste große Veranstaltung an. Mit der Einladung an alle Vereine im Gau Nord, der im Wesentlichen die Landkreise Lichtenfels, Kronach und Coburg umfasst, ist durch die Gauvorstandschaft dafür gesorgt, dass der Saal sich noch einmal füllt und die Geschicke der Schützen im Gau in Schwürbitz entschieden werden. Bereits am 09. Mai feiern alle Fans von deftiger Kost und feinen Grillspezialitäten wieder den Vatertag im Biergarten der Schützen. Hoffentlich von gutem Wetter begünstigt, werden nicht nur Väter auf der Göritze ab 9.00 Uhr verwöhnt. Es gibt Spint, Gegrilltes, Kaffee und Kuchen sowie gekühlte Getränke. Im Jahre 1964 bauten sich die Männer, welche gerade den neuen Schützenverein gegründet hatten, vor ihrer Stammgastwirtschaft im Zentrum von Schwürbitz, zum ersten gemeinsamen Gruppenbild auf. Bereits 10 Jahre später, 1974, stand das neue Schützenhaus und voller Stolz rief man erneut zu einem Gruppenbild zusammen. 1994, im Jahr eins des Schießstandneubaus machte man noch ein Bild und da war bereits eine große Damenabteilung mit abgebildet. Im Jubiläumsjahr 1999 erstellte man Einzelbilder nach dem Vorbild des Männergesangvereins, der 1956 alle aktiven Sänger einzeln in einem großen Rahmen ablichtete. Und nun, 30 Jahre nach dem letzten, ist wieder ein Gruppenbild geplant. Am Samstag, 08. Juni um 14.00 Uhr trifft sich hoffentlich der gesamte Verein im Saal, um dem großen Jubiläum gerecht zu werden und der Nachwelt zu zeigen, wie und mit wem man das Jubiläum 2024 beging. Ende Juli folgt dann das Schützenfest, dass an drei Tagen würdig gefeiert werden wird. Hierbei ist es tragisch, dass vor kurzem der stolze Jubiläumskönig Helmut I. Schnapp verstorben ist. So wird es auf dem Gruppenbild und dem Schützenfest keinen König geben, obwohl im letzten Jahr so viele Schützenbrüder nach diesem Titel gestrebt haben. Erster Ritter ist Markus Münch, zweiter Ritter Josef Wich. Der Schützenverein Schwürbitz ist also, trotz mancher Widrigkeiten, für das Jubiläumsjahr gut gerüstet und würde sich freuen, wenn recht viele Gäste, Freunde, Gönner und selbstverständlich alle Mitglieder das stolze 150-jährige Jubiläum mittragen und feiern. sam

Voller Stolz auf das neu gebaute Schützenhaus präsentierten sich die Schützen von der Göritze vor 50 Jahren zum 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1974 vor dem „Häusla“. Erster Vorsitzender des Vereins war damals Herbert Pohl (rechts des Königs), dem heuer eine Ehrenscheibe am Schützenfest gewidmet sein wird. Zweiter Vorstand Herbert Krapp, links vom König. Jubiläumskönig damals war Werner Hänßgen. Repro sam

Bisher ging man davon aus, dass der 1856 gegründete Männergesangverein „Cäcilia“ der älteste Verein der Gemeinde ist. Durch diesen vor kurzem gefundenen Zeitungsausschnitt ist nachgewiesen, dass es damals schon üblich war, zum „jährlichen Freischießen“ einzuladen. sam
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