Start ins Jubiläumsjahr – Dreikönig mit “Stärk” und sportlichem Wettbewerb für alle “Jedermänner”!
Mit dem traditionellen Neujahrsfrühschoppen startete die Schützengesellschaft Schwürbitz von 1874 ins Jubiläumsjahr 2024. Auf stolze 150 Jahre kann somit der Schwürbitzer Traditions- und Schießsportverein bereits zurückblicken. Im 1857 erstmals gedruckten „Lichtenfelser Tagblatt“ gäbe es noch ältere Hinweise auf Schützenwesen in Schwürbitz, allerdings setzte man für die Soldatenkameradschaft, damals Kriegerverein und die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft nach dem „Franzosenkrieg“ dieses Jahr, also 1874, als Gründungsjahr fest und hält sich bis heute daran. Beide Vereine entwickelten sich unabhängig voneinander und wie es in Schwürbitz üblich wurde, prosperierte im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert jeder Verein im geselligen und aktiven Schwürbitz dieser Zeit. Immer wieder fanden sich Anzeigen im Tagblatt, welche der Verein gesichert hat und aufbewahrt, mit Hinweisen und Einladungen zu „Fest-Preisschiessen“, gezeichnet von einem Vorstand namens Mathias Amon, der ein hiesiger Kaufmann war und um die Jahrhundertwende nicht nur ein hervorragender Schütze sondern höchstwahrscheinlich der erste richtig aktive Vorsitzende des damals neuen Vereins gewesen ist. Nicht fehlen dürfen in den Anzeigen auch die Hinweise des „Schützenwirts“, der für „Stoff aus der bayerischen Bierbrauerei Lichtenfels, sowie für kalte und warme Küche bestens gesorgt habe und zahlreichem Besuch entgegensieht“ und in den „Söllner´schen Garten“ einlädt.
Durch die beiden Weltkriege kam das Vereinsleben weitgehend zum Erliegen, man weiß aber heute nicht, in welcher Weise sich die Schützen weiterhin, eventuell sogar heimlich, getroffen haben und zumindest die Kameradschaft pflegten. Erst ab 1956 finden sich wieder Hinweise auf sportliche Aktivitäten und regelmäßige Treffen. Beim „Fischerbräu“ rief Paul Eicker am 04. Juli 1958 zum „Zwecke einer Gründung eines Schützenvereins“ auf und 15 Männer kamen zusammen, bezogen sich auf die 1874 vorgenommenen Aktivitäten und gründeten den „modernen Schützenverein“. Wie modern und selbstständig der Verein im Laufe der Jahrzehnte werden sollte, schwante den Gründern damals noch nicht aber seit dem 1. Schützenfest im Jahre 1960 vermochte nur die weltweite Pandemie, dass das Schützenfest Schwürbitz nicht so gefeiert werden konnte, wie es damals angelegt wurde. Im Jahr 1968 ließ man sich mit der Nummer 230 ins Vereinsregister eintragen. Bereits 1969 verließ man den Schützenwirt „Fischer“ und baute auf einem Grundstück in der Göritze das neue Schützenhaus. Auf den 04. Januar 1969 datiert ein Vertrag mit der Brauerei Püls aus Weismain, auf dessen Basis man auch im diesjährigen Jubiläumsjahr noch vertrauensvoll zusammenarbeitet. Somit währt diese Zusammenarbeit, die es erst ermöglichte, den Standort weiter zu entwickeln, das Schützenhaus auszubauen und zu erhalten im Jubiläumsjahr 55 Jahre.
Längst ist man also sein eigener Wirt und das Schützenhaus kann auch von Nichtmitgliedern für allerlei Anlässe gemietet werden. Die erste große Veranstaltung ist das vor knapp 30 Jahren eingeführte Dreikönigs- oder auch Jedermannschießen am 06. Januar. In einer langen Reihe von Sonn- und Feiertagen kam es in den 80er und 90er Jahres des letzten Jahrhunderts schon manchmal vor, dass die Schützenbrüder lieber dem verlängerten Frühschoppen zusprachen, als zuhause Bratenreste zu verspeisen. Als dies immer schwieriger wurde beizubehalten, sinnierte man, mit welch sportlicher Aktivität der „lange Frühschoppen“ zu retten wäre. Man lud also „Jedermann“ zum Schießen ein, schrieb schöne Preise aus und der gerade eben erfundene „Jedermannkönig“ sollte natürlich auch „rausgeschossen“ werden. 1995 wurde als erster Jedermannkönig Kurt Fischer ausgerufen, ein Neffe, des damaligen Vereinswirtes. Seither haben es viele Amateurschützen geschafft, Jedermannkönig zu werden und jede(r) einzelne bekam eine persönlich gewidmete Königsscheibe überreicht. Am diesjährigen Dreikönigstag ist es wieder soweit. Die Einladungen an alle Schwürbitzer Vereine, Firmen und Stammtische sind verteilt, Küche und Keller der Schützen bieten wieder kühle Getränke und schmackhaftes Mittagessen auf, am Nachmittag servieren die Schützendamen Kaffee und Kuchen und im Schießstand und Wirtschaftsraum ist ab 9.00 Uhr Hochbetrieb. Eine Mannschaft beim Jedermannschießen besteht aus drei Schützen, auch Einzelschützen sind zugelassen. Die Startgebühr liegt bei 4,– Euro pro Schützen/Einzel 3,– €. Dafür können aber auch in diesem Jahr wieder schöne Preise gewonnen werden. Der König, die Königin bekommt am Schützenfest wieder eine wertvolle Königsscheibe überreicht. Im Jubiläumsjahr bittet die Vereinsführung die bisherigen Jedermannkönige um Mithilfe. Wenn es irgendwie möglich ist, möchte sich jeder bisherige König ab 9.00 Uhr im Schützenhaus einfinden und seine Scheibe mitbringen. Zum einen soll die Scheibe dann an diesem Tag im Schießstand ausgestellt werden und es werden auch Fotos gemacht. Im Jubiläumsjahr haben die Verantwortlichen natürlich auch eine Überraschung parat. Die „Ehrengabe“ im Jubiläumsjahr ist ein Schützenkrug, der nun seit 50 Jahren auf seinen Einsatz wartet. Von der Vorstandschaft im Jubiläumsjahr 1974 großzügig geordert, dann gut versteckt und in Vergessenheit geraten, tauchten die 49 Krüge vor kurzem wieder auf und man veredelte sie, mit einem Deckel, darauf befindlicher Gravur und dem Hinweis auf das Jubiläumsjahr 1974 und 2024. Wer von den mitmachenden Jedermannschützen einem 150-Teiler am nächsten kommt, wird diesen schönen alten Krug überreicht bekommen. Dafür wurde das elektronische System auf 4 Kommastellen nach dem Teiler genau eingerichtet und dies sorgt zusätzlich für Spannung und Stimmung. Alle Teilnehmer dürfen sich also auf einen kulinarischen Tag mit anständig „Stärk trinken“ freuen, Mittags einen schmackhaften Braten genießen, Kaffee und Kuchen schlemmen und auch noch eine Brotzeit „abräumen“. Die Verantwortlichen des Jubiläumsvereins freuen sich auf rege Teilnahme. Anmeldungen im Voraus sind nicht unbedingt notwendig aber unter diesem Link möglich. sam

Carlo Scheidt wurde nach der Pandemie zum Jedermannkönig 2020 ausgerufen. Er bekam von Schützenmeister Michael Tischler die letzte von Schützenfreund Florian Hofmann selbst gemalte Königsscheibe überreicht. Im Jubiläumsjahr wird die Scheibe von seiner Enkelin Lisa Petterich entworfen und umgesetzt. sam

Mit Sicherheit eine einmalige Ehrengabe ist der Schützenkrug mit Zinndeckel und Gravur. Die Krüge wurden zum 100jährigen Jubiläum 1974 angeschafft, verstaut und vergessen. Erst letztes Jahr wurden sie entstaubt, mit dem Zinndeckel versehen und werden im Jubiläumsjahr 50 Jahre später äußerst rar „gehandelt“. Der Schütze oder die Schützin mit dem genauesten 150 Teiler bekommt diesen seltenen Krug. sam
0 Comments