Stadtführung durch Weismain für Obst- und Gartenbauverein
Zu einer sehr interessanten Stadtführung durch Weismain lud vor kurzem der Obst- und Gartenbauverein Schwürbitz ein. Kreisfachberater Michael Stromer hieß die Mitglieder des Vereins im sogenannten „Kastenhof“ herzlich willkommen. Kastenhof deshalb, weil der Kastner als Finanzverwalter hier seinen Sitz hatte. Dass der Schwürbitzer Gartenbauverein schon 140 Jahre alt ist, wussten die Mitglieder. Michael Stromer bestätigte allerdings den erfreuten Gästen, dass mit der Schwürbitzer Gruppe, der älteste Obst- und Gartenbauverein des Landkreises nach Weismain gekommen sei. Die erste Station der Tour, die in der Folge von Andrea Göldner geführt wurde, war der Backofen, welcher durch eine großzügige Spende der Umweltstation Weismain zur Verfügung steht. „Der Backofen sei regelmäßig in Betrieb und man freue sich, so ein altes Kulturgut zeigen und betreiben zu dürfen“, so der Kreisfachberater. Doch zunächst erinnerte Michael Stromer an die Ursprünge der Gartenbauvereine. Es galt nämlich ab 1880, als sich die Vereine gründeten, die Obstbäume aus ihrem Nischendasein heraus zu holen, zu kultivieren und letztlich die Früchte als Nahrung optimal zu nutzen. Er wies auch darauf hin, dass in den 1960er Jahren eine nicht rühmliche Phase gab, in der man beinahe die Vielfältigkeit der Apfelbäume abgeschafft hätte, um sich auf „leistungsstarke“ Sorten zu konzentrieren. Auch hierbei hätten die Vereine im Landkreis mitgeholfen, allerdings sei man schon seit geraumer Zeit wieder auf einem guten Weg, hin zur Vielfalt und zur Pflege alter Sorten.

An der historischen Stadtmauer entlang „arbeitete“ man sich voran und war erstaunt, dass die kleine Stadt, die sich übrigens seit den Stadtmauerzeiten um mehr als das 20-fache vergrößert habe, so eine Vielfalt an historischer Bausubstanz aufweisen kann. Die Pfarrkirche „St. Martin“, Landgericht, Rathaus, die Stadttore, die evangelische Christuskirche und weitere Sehenswürdigkeiten waren Stationen, die zu Fragen anregten und für Staunen sorgten. Am Ende der Führung kehrte man zum Kaffeetrinken und Eisessen noch gemütlich ein und dankte den beiden engagierten Stadtführern Stromer und Göldner recht herzlich. Eine Tour, die sicherlich nicht nur für Obst- und Gartenbauvereine lohnenswert erscheint. sam
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