Vereinsshop Hofmann schließt – ein Verlust für Schwürbitz
Erneut schließt ein beliebtes Geschäft in Schwürbitz seine Pforten. Der Vereinsshop Hofmann beendet zum 30. Juni 2023 jegliche Aktivität, rund um den Vereins- und Firmenservice. Als das Unternehmen Ende des letzten Jahrhunderts in der recht tristen Lagerhalle der Raiffeisen-Futter und Saatguthalle eröffnete, war noch nicht ganz klar, wohin sich das Sortiment entwickeln sollte. Neben Anglerzubehör und Köder fand man auch Futtermittel für alle möglichen Haus- und Stalltiere sowie auch Auftausalz im Angebot. Sogar getrocknete Sauohren und Ochsenschwänze fanden sich damals. Nach einigen Umgestaltungen, nicht nur des Sortiments, sondern auch der immer gemütlicher werdenden Halle, entwickelten sich die Hofmanns zu einem Spezialisten im Vereinsbereich mit hauseigener Druckerei, Stickerei und Gravurwerkstatt. Textilien mit standardisierten oder ganz individuellen Texten konnte man erwerben, gestickt oder beflockt, mehrfarbig oder schwarz/weiß, ganz nach den Wünschen der immer größer werdenden Kundenschar. Und was nicht vorhanden war, wurde eben besorgt, so konnte man Holzartikel in jeder Ausprägung, Vereinsnadeln, Zinnartikel, Krüge und Tassen, Rosetten, Wimpel und allerlei Werbeartikel zu absolut fairen Preisen erwerben. Bei der Bedruckung der Krüge und Tassen nutzte man ein neu aufkommendes Verfahren und so war es möglich, bei den Hofmanns am Samstagmittag ein Bild vom Brautpaar einzusenden und Braut und Bräutigam waren schon am Abend auf der Kaffeetasse oder dem Bierkrug „verewigt“. Damals eine Sensation.
Und nun erfolgt der absolute Ausverkauf der vielen Medaillen, Pokale, Embleme, Buttons, Werbe- und Geschenkartikel. Kein Ehrenpreis, kein Krug und keine Scheibe soll mehr übrig bleiben. Pia Hofmann, die Chefin des Ladens lässt keinen Zweifel daran, dass es nun Zeit sei, um aus Altersgründen sich auf den verdienten Ruhestand zu freuen. Das sie natürlich viele Kunden, die mit der Zeit auch zu Freunden wurden, weiterleiten oder abweisen muss, ist schade, aber „man habe nun genug Steuern bezahlt, Auflagen erfüllt, bürokratische Hürden überwunden, Coronahilfen zurückgegeben und geholfen, wo man nur konnte“. Der immer noch große Warenbestand muss aber raus. Von der kleinsten Nadel bis hin zum vollautomatischen Gravurschneider soll die Halle geräumt werden. Da sind natürlich in erster Linie die vielen Kunden von Thüringen bis Baden-Württemberg angesprochen. Schließlich gebe es für alle Freunde extra Konditionen und Sonderpreise, bis eben alles weg sei. Fragt man nach dem Kunden, der am weitesten weg sei, kommt die Aussage, dass man die Ware schon mal über 5000 Kilometer weg versandt habe, damit auch dieser Kunde zufrieden war. Über das Internet war man natürlich auch Deutschlandweit vernetzt, doch die richtige Stammkundschaft waren die vielen Vereine am Obermain. Viele Vorsitzende und Organisatoren gingen im Vereinsshop Hofmann ein und aus und so mancher hatte einen Sonderwunsch parat. Diesen Kunden wird der Shop in Zukunft am meisten fehlen und auch die Schwürbitzer Vereinslandschaft verliert einen zuverlässigen Ansprechpartner. Fraglich ist nun, wer wohl die Veranstaltungstafeln an den Ortseingängen beschriftet, die Faschingsorden der Theatergruppe so kreativ und farbenfroh gestaltet und wer letztlich Ansprechpartner für so manch kniffligen Sonderwunsch sein wird. Die Schwürbitzer Vereine bedauern in jedem Fall die Schließung des Vereinsshops im Schwürbitzer Rosenweg. sam

Unsere Bilder zeigen die immer noch hohen aktuellen Bestände, aus denen man nach Herzenslust auswählen, abändern, gravieren und gestalten konnte. Nur noch in der kommenden Woche wird dazu Gelegenheit sein. sam
0 Comments