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Paukenschlag – Kirchenvorstand, Mesner, Hausmeister und Lektor Thomas Gruber legt alle Ämter nieder!

Nach dem allseits bedauerten Weggang von Pfarrer Matthias Hain, der zunächst vor gut einem Jahr gesundheitliche Probleme hatte, resultierend aus den Schwierigkeiten im Amt und schließlich im Sommer 2022 seine Versetzung bekannt gab, zog nun auch Lektor Thomas Gruber die Reißleine. In einer sehr persönlichen Stellungnahme schreibt der fast 35 Jahre wirkende Gruber, von einer sehr schweren Entscheidung, die er habe treffen müssen. Persönliche Angriffe seitens des Dekanats aus Michelau seien derart zermürbend, dass die Arbeit keinen Spaß mehr bringe, andererseits die Kraft fehle, gegen Windmühlen anzukämpfen. „Mir ist seit einiger Zeit immer mehr bewusst geworden, dass man gegen die Obrigkeit nicht einmal in unserer Kirche eine Chance hat.“, so Thomas Gruber weiter. Scheinbar, werden Stimmen von Menschen, die auf ihrem Weg durch Deutschland nur verbrannte Erde auf all ihren Stellen hinterlassen haben, mehr geachtet, als ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich über Jahrzehnte für die Kirche, deren Mitglieder und das Gemeinwohl eingesetzt haben.

Thomas Gurber und Matthias Hain waren für Schwürbitz ein segensreiches Gespann!

Thomas Gruber hat am 01. Advent 1989 damit begonnen, die damalige Mesnerin zu unterstützen und sich für die Kirchengemeinde Schwürbitz zu engagieren. Schließlich wurde er in ganz jungen Jahren schon zum Mesner und 1995 kam die Ausbildung als Lektor hinzu. Seit dem Jahr 2000 gehört Gruber dem Kirchenvorstand in Schwürbitz an und bereits in seiner ersten Periode wurde er zum Vertrauensmann gewählt, was er bis heute geblieben ist. Seit 30 Jahren kümmert er sich um die Grünflächen rund um die Kirche und auch auf dem Friedhof. Auch für die Betreuung der Gebäude ist er zuständig. Zusammen mit Pfarrer Hain hielt er zahlreiche denkwürdige Gottesdienste, nicht nur in den Mauern der evangelischen Pfarrkirche und nicht erst nach dem Weggang des äußerst beliebten Pfarrers hält Gruber den Großteil aller freien Gottesdienste im Jahr. 

Zwischen die beiden Freunde im “Amt” passte jahrelang kein Blatt Papier! Nun sind sie für Schwürbitz Geschichte – traurig!

Ohne Frage erhielt die Kirchengemeinde Schwürbitz durch Thomas Gruber ein „Gesicht“ und er unterstrich seine Tätigkeit durch Zuverlässigkeit und einer starken Verbindung zu allen Menschen, ob evangelisch oder katholisch, sowie als Bindeglied zur Kirchenverwaltung. Seine aufgeschlossene, freundliche Art ist in Schwürbitz wohlbekannt und so wurde er zum „Thomas, der sich um alles kümmert“ und er genoss dadurch und durch seine Präsenz in allen Lagen viel Vertrauen von Neuensorg bis Schwürbitz.

Thomas Gruber hat in diesen vielen Jahren des Engagements zahlreiche Wechsel auf Pfarrstellen, auf dem Dekanatssitz und anderen Stellen erlebt und sich bei allen Vakanzen mit aller Kraft eingesetzt. Er ist mit allen anwesenden Pfarrerinnen und Pfarrern, allen Dekanen und Diakonen, allen Haupt- und Ehrenamtlichen zu jeder Zeit auf gute und würdevolle Weise zurechtgekommen.

Doch die Situation, die wir nun innerhalb der Pfarrei Michelau haben, die Vakanz von Schwürbitz, mit der wenig hoffnungsvollen Aussicht auf eine schnelle Besetzung, die momentan vorherrschende Stimmung in den einzelnen Gemeinden, die überwiegend negativ ist und immer negativer wird, macht ihm nach eigener Auskunft, sehr zu schaffen.

Handfeste Kritik am vorgegebenen Ablauf des sonntäglichen Gottesdienstes und die Behandlung der Leute, die sich ehrenamtlich engagieren, kommt einem „vor dem Kopf stoßen“ gleich.

Dabei räumt Gruber ein, dass er aus tiefer Überzeugung heraus, nicht immer der einfachste Diskussionspartner ist. „Da kann es schon mal vorkommen, dass man aus der Emotion heraus, am Telefon unschöne Worte verwendet.“ Und Thomas Gruber möchte auch betonen, dass, wenn er jemanden bewusst oder unbewusst auf den Fuß getreten sein sollte, er sich von Herzen entschuldigt.

Dies kann aber nicht die große, negative Stimmung erklären, deren er sich seit einiger Zeit durch die momentane Führung des Dekanates und auch des Pfarramtes ausgesetzt sieht. Es sei auch zu spüren, dass die Kirchengemeinde Schwürbitz immer mehr durch eine negative Einstellung seitens der Führung leidet. Da werden Vorstandsbeschlüsse, beispielsweise zur Kirchenrenovierung, nicht mehr beachtet. Ohne Begründung werden Vorhaben verschoben oder ganz „auf Eis gelegt“. Die Gottesdienstplanung in Schwürbitz und Neuensorg wird nicht ausreichend bedacht. Dies sei, laut Aussage der Dekanin wörtlich, nicht gewünscht. Durch diese und weitere Vorkommnisse werden immer mehr Stimmen laut, dass Mitglieder keine Wonne mehr haben, mitzutun.

„Durch gezielt gegen meine Person aufkommende Antistimmung, sowie lästigen und kindischen Aktionen, möchte ich mir meine Gesundheit und meine Nerven nicht zerstören lassen.“, so Thomas Gruber. Deshalb gebe er bekannt, dass er von allen Ämtern zurücktreten werde. Das ausgerechnet er nun diesen Schritt mache, wo er in der letzten Zeit betont hatte, zusammenzuhalten und sich nicht unterkriegen zu lassen, falle ihm sehr schwer. Letztlich könne er aber nicht mehr kämpfen und sehenden Auges den Untergang der Kirchengemeinde begleiten, ohne eine Möglichkeit einzugreifen. Dies ginge für ihn auf gar keinen Fall.

Es tue ihm leid aber „Die wollen mich einfach loswerden und das haben sie nun geschafft!“ sam

1 Comment

  • Ich habe keinerlei Einblick in die Abläufe und die zwischenmenschlichen Themen innerhalb der evangelischen Kirchengemeinden Schwürbitz/Michelau und möchte mir auch kein Urteil anmaßen. Die “Angegriffenen” werden u.U. ein anderes Empfinden haben und vielleicht lernen wir noch Näheres kennen. Die Geschichte hat das Zeug für ein Zeitungsinterview.

    Ob es mir zusteht oder nicht, ich stelle mir die Frage, ob Thomas auch nur annähernd zu ersetzen ist. Ich kann es mir nicht vorstellen.
    Es wäre sehr verstörend, wenn es Menschen gäbe, die seinen derartigen Abgang begrüßen würden.
    Und dass jemand, der sein Ehrenamt so sehr liebt, es “einfach” hinschmeißt, ist ein bemerkenswertes Ausrufezeichen und ein Hilferuf.
    Der evangelischen Kirchengemeinde kann man nur die Kraft wünschen, etwa bestehende Spannungen aufzuarbeiten und als Kirche weiterzuarbeiten.

    Stefan Fleischmann

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