Rosenmontag (sprobe) der Blaskapelle – Eine Erinnerung
Blaskapellen- und Faschingsfans mittleren Alters aufwärts können sich noch gut erinnern, dass die Blaskapelle in den 80er Jahren immer beneidet wurde, weil sie schließlich den attraktiven Rosenmontagsabend im Saal Rauch inne hatte. Der Rosenmontag war, im Gegensatz zu einem Samstagstermin mitten im Fasching beispielsweise Ende Januar, ein Garant dafür, dass das Haus, respektive der Saal voll ist. Und da war was los! Bis zu diesem einen Abend, als der damalige Geschäftsführer Alois Thiem eine Band bestellte, die voller Tatendrang die Bühne stürmte und einen recht professionellen Eindruck machte. Wir standen damals schon am Anfang des Abends in der Bar zusammen und freuten uns auf einen weiteren schönen Abend. Doch das erste Lied war krumm und schief. Wir hatten so einen Spaß daran und lobten den Ansatz der Band, das erste Lied mal so raus zu hauen, dass es für Stimmung sorgte. Dann folgte der zweite Song und der war ebenfalls nicht anzuhören. Das dritte Stück ebenso. Wir machten uns auf die Suche nach den Verantwortlichen der Blaskapelle. Schließlich hatten wir ja Eintritt bezahlt und die Band war nicht anzuhören. Man erfuhr, dass sich Loisl schon auf die andere Seite der Michelauer Straße verzogen hatte und wohl keine Besserung des Liedvortrags zu erwarten sei. Nach kurzer Zeit, war die Wirtschaft – also ein Stock tiefer als der Tanzsaal – zum brechen voll. Es entwickelte sich doch noch eine Art Faschingsgaudi. Wie lange die Band sich und dem Publikum die Vorstellung antat, ist nicht überliefert. Jedenfalls war dieser Abend der Beginn vom Ende der Faschingsveranstaltungen im Saal Rauch, die sich die Schützen, der FC, der TV, der Männergesangverein und schließlich die Musiker an 5 Abenden zwischen Dreikönig und Rosenmontag aufteilten. Die Schützen zogen sich nach dem Saalneubau auf die Göritze zurück, der TV veranstaltete noch Jahre einen zünftigen Abend im TV-Heim, doch letztlich ging die Faschingstanztradition kaputt. In diese Lücke sprang 1996 die Theatergruppe mit dem Theater-Show-Fasching. Das Risiko war überschaubar, denn der Theaterverein war der Einzige, bei dem es das Publikum gewohnt war, vorher Karten zu kaufen. Und der abendliche „Ansatz“ war auf etwas mehr Programm ausgelegt, was jahrelang dafür sorgte, dass sich der Musiker oder die Band am Rande und nicht auf der Bühne wieder fand. Bis 2019 fand der Abend im Saal Rauch statt, 2020 dann im Schützensaal. 21 und 22 musste pausiert werden, was dafür sorgte, dass sich die Theaterleute in diesem Jahr etwas schwerer taten, mit den umfangreichen Vorbereitungen auf den einzig verbliebenen Faschingsabend 2023. Nicht einmal mehr ein Kinderfasching, der ebenfalls jahrzehntelang im Rauchssaal angeboten wurde, blieb mehr übrig. Nicht auf der Göritze, nicht mehr im Pfarrzentrum, wo sich die Kinder und ihre Eltern über Jahre wohlfühlten.
Und was ist nun eigentlich mit dem Rosenmontag? Am Rosenmontag hielt die Blaskapelle eine Probe ab und wie es halt immer ist, bei der Blaskapelle. Im September beginnt man mit der Vorbereitung von Weihnachtsliedern und nun ist man drauf und dran, dass Osterkonzert mit teilweise sehr anspruchsvollen Musikstücken vorzubereiten. Da kam im schmucklosen Pfarrzentrum natürlich keine Schunkellaune auf. Wer hätte da auch schunkeln sollen? Hier einige Bilder vom „Rosenmontag der Blaskapelle 2023. sam



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