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Stimmungsvolles Weihnachtskonzert in der Herz-Jesu-Kirche

Kurz vor dem Jahreswechsel begrüßte die Blaskapelle ein volles Gotteshaus an Blasmusikfans in der katholischen Kirche. Es wurden sogar noch Stühle herbeigeschafft um möglichst vielen Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen und doch mussten Einige stehen. Unvermittelt begann das Konzert mit dem „Festmarsch“, einem Eröffnungswerk von Ludwig van Beethoven. Der Marsch dieses berühmten Komponisten, entstand um 1800 und wird bei Musikverlagen als „sehr schwer“ ausgelobt. Kein Grund für die Schwürbitzer, sich nicht an solche Konzertstücke zu wagen. Angesagt wurden die einzelnen Stücke abwechselnd von einzelnen Musikern und Musikerinnen. Am Anfang jedoch stand die Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden der Blaskapelle Oswald Kremer.

Er freute sich vor allem über das Erscheinen von so viel Blasmusikfreunden. „Wir haben Sie erwartet, schön dass Sie auch da sind.“, so seine Worte. Oswald Kremer legte dar, dass Spenden, die an diesem Abend gegeben werden für die Jugendarbeit innerhalb der Kapelle und der Kirche, speziell für die Glocken des Gotteshauses geteilt werden und die Gäste spendeten fleißig. Die Gesamtleitung des Konzertes lag in den Händen von Dirigent Michael Stettner, welcher auch am Mischpult für die richtige „Aussteuerung“ sorgte. „Die Macht der Liebe“, hieß das nächste Musikstück, ein Arrangement von Gottfried Veit, welcher diese beliebte Melodie in drei unterschiedlichen Klanggestalten erklingen lässt. Begonnen von den Tenorinstrumenten des tiefen Blechs, setzte sich die Tonfolge über die Holzblasinstrumente fort, bevor die gesamte Kapelle zusammen das Stück intonierte. Dieses Lied ist auch bekannt als Abschlussstück des großen Zapfenstreiches. Nun war Gelegenheit der Ansprache für den neuen Geistlichen, welcher seit einigen Wochen „Hausherr“ in der Herz-Jesu-Kirche ist. Pfarrer Lars Rebhan zeigte sich hocherfreut über das Engagement der Blaskapelle, wusste über die Begebenheiten von einzelnen Stücken und der Kapelle bescheid und freute sich natürlich über die Spendenbereitschaft von Gästen und Kapelle. „Baba Yetu“, dass “Vater unser“ auf Swahili, ist erstaunlicherweise Teil einer Melodie, die zu einem Computerspiel gehört und mit einem Grammy ausgezeichnet ist. Auch an solche Werke traut sich die Blaskapelle Schwürbitz heran. Beim weltbekannten Stück „Einsamer Hirte“ war wieder Oswald Kremer gefordert, nicht nur, dass er teilweise das Konzert als Dirigent leitete und für den Gesang zuständig war. Beim einsamen Hirten brachte er wirklich gekonnt, die eingängige Melodie zum Vortrag, stimmungsvoll „verpackt“ im Sound der Blaskapelle.

Irische Segenswünsche wurden im Stück „May the Road Rise“ angebracht und hierbei kam es zu einer außergewöhnlichen Kombination innerhalb der Blaskapelle, die so noch nie zu hören und zu sehen war. Jule Pfaff, eine junge Frau aus Schwürbitz, stieß mit ihrer Solo-Violine zum Blasorchester und sorge für ungewohnte, virtuose Geigen-Klänge. Solch eine Zusammenarbeit zeugt immer wieder von der Experimentierfreude der Schwürbitzer Kapelle, bei der, begonnen mit dem mittlerweile bekanntem Alphorn auch schon mal extragroßes Xylophon oder gar Dudelsäcke zum Einsatz kamen. Sicherlich wird die Kapelle und die Violin-Solistin bei nächster Gelegenheit wieder einmal gemeinsam zu hören sein. Nun wandelte sich auch noch der Ort der Darbietung. Ina Hennemann (Bass-Saxophon), zusammen mit ihrem Vater Hannes Hennemann (Tenorhorn) spielten „The Rose“ solo von der Empore herab. Dieses Stück, welches Bette Midler zu einem Top-Hit verhalf, wird normalerweise von der gesamten Kapelle zu Gehör gebracht. In diesem Falle zeigten aber Vater und Tochter Hennemann, was sie können auch wenn zum Ende hin die Noten weg segelten. „Jesus berühre mich“, nannte Musikproduzent Albert Frey das nächste Stück. Frey komponierte über 120 Lieder zum Lobpreis Gottes. Durch die Berührung solle man sich frei machen können, auch von modernen Zivilisationskrankheiten wie Leistungsdruck, Egoismus und Richtungslosigkeit. Die rockigen Klänge dieses Stücks sind nochmals Ausdruck der Wandlungsfähigkeit der Kapelle und Daniela Spörlein und Oswald Kremer sangen dazu. Durch die ausliegenden Liedtexte hatte auch das Publikum bei diesem Stück Gelegenheit mitzusingen, ebenso wie bei „Oh du fröhliche“, dem einzigen echten Weihnachtslied, welches das Orchester überzeugend spielte. Nun wechselte die „Bühne“ erneut. Während die Kapelle im „Orchestergraben“ vor dem Chorraum Platz hatte, fanden die nächsten Solisten Christina Sünkel, Aaron Heil und Nadine Würstlein im rechten Bereich des Kirchenschiffes Platz um nun „Hallelujah“ anzustimmen. Mit zwei Saxophonen und dem Keyboard gingen die Musiker wiederholt ungewöhnliche aber sehr stimmungsvolle Experimente ein. Sowie auch beim „Hymm“, einer Hymne an Jeses der britischen Rockgruppe Barcley James Harvest. Plötzlich wurden „Akkustikgitarren“ durch die Reihen nach vorne gereicht, wo die jungen Musiker Manuela Scherzer, Peter König und Aaron Heil stilgerecht das Orchester begleiteten. Pfarrer Rebhan ergriff noch einmal das Mikrofon um der Kapelle für das abwechslungsreiche Konzert zu danken. „Ihr seid Spitze“ rief er mit einem kleinen Sprung in Anlehnung an Hans Rosenthal. Dirigent Michael Stettner, der die gesamte „Vorstellung“ hervorragend leitete, dankte nun allen Akteuren, vor allem natürlich den aktiven Musikerinnen und Musikern, die nach der schwierigen Zeit der Pandemie komplett an die Instrumente zurück gekehrt wären, was nicht selbstverständlich sei, den Helfern für Programmdruck und Presse, dem Turnverein und Andrea Fleischmann für die Spende von Glühwein und Kinderpunsch. Er dankte seinen Musikern, welche die Ansagen übernahmen und Oswald Kremer, der Co-Dirigierte, sang, am Mischpult agierte und Soli übernahm. Natürlich dankte er auch der Pfarrei für die Überlassung des Probenraums im Pfarrzentrum, ohne den es unmöglich wäre, ein Konzert auf die Bühne zu bringen. Im Fall des Weihnachtskonzertes sei die Bühne das Gotteshaus, welches mit einer hervorragenden Akustik aufwarte. Nun war Zeit für die Zugaben des Abends. Hier steigerte sich die Kapelle noch und mit „Pachebel´s Canon“ und „Lilly Marleen“ waren die Höhepunkte eines ansprechenden Konzertes getroffen. Die stimmungsvolle Beleuchtung des Chorraums übernahm Paplo Hüttner, teils mit seinem eigenen Equipment. Der Pfarrgemeinderat schenkte im Anschluss die spendierten Getränke aus und die Musiker hatten alle Hände voll zu tun, um die Gerätschaften, Instrumente und Technik wieder abzubauen und zu verstauen. Ob es in diesem Jahr ein Osterkonzert in der Turnhalle geben wird, ist noch nicht ganz sicher. Die Fans der Schwürbitzer Blaskapelle werden sicherlich „ihrem“ Konzertorchester die Treue halten. sam

Oswald Kremer, als Vorsitzender der Blaskapelle war mannigfaltig zuständig beim Weihnachtskonzert der Blaskapelle Schwürbitz. Hier beim Solo zum „Einsamen Hirten“.

Jule Pfaff trug an der Solo-Violine zum Erfolg des Konzertes bei. Dirigent Michael Stettner vor der Kapelle im „Orchestergraben“.

Ein volles Gotteshaus war Ausdruck des Interesses und der Unterstützung der Blaskapelle Schwürbitz durch die vielen Blasmusikfans.

Ina und Hannes Hennemann drehten mit dem Auftritt auf der Empore Sicht- und Hörerlebnis während des Konzertes. Sie spielten „The Rose“.

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