Kultur- und Heimatabend trotz Schwierigkeiten unterhaltsam!
Einen besonderen Heimat- und Kulturabend gestaltete vor kurzem der Zusammenschluss „Förderung Kulturgut Schwürbitz am Main“. Ursprünglich im „Sternensaal“, dem Saal des Gasthauses Stern, geplant, musste die Veranstaltung wegen besonderer Umstände, kurzfristig in den Schützensaal umziehen. Dank der Vereinsführung des Schützenvereins war dies „von heute auf morgen möglich“. Geladen hatte man die Vereinsmitglieder von Schwürbitz und mit über 100 Personen war der Saal auch gut gefüllt. Deshalb war eine öffentliche Einladung an die Bevölkerung nicht möglich. Eingeladen waren auch die Schwürbitzer Gemeinderäte und erster Bürgermeister Jochen Weber. Der Bürgermeister war mit Gattin anwesend und freute sich über die Einladung. Grund der Veranstaltung war, dass man innerhalb des Fördervereins neue und alte Unterlagen, Fotos und Filme hatte, die man umfassend zeigen wollte. Mit einem ansprechenden Programm, begonnen mit Liedvorträgen des Männergesangvereins „Cäcilia“, Alphornstücken aus der „Tiefen-Blech-Abteilung“ der Blaskapelle, einem Gedicht von Heimatdichterin Gabriele Freitag und nicht zuletzt einem kurzen Theaterstück, welches die Originale vergangener Zeit „erweckte“, war der Abend ausgefüllt.
Dazu kam noch ein Überraschungsgast. Dr. Jürgen Schrepfer hatte durch die schwuerbitz.de Homepage erfahren, dass die Schwürbitzer die Erinnerung an seinen Onkel, dem Heimatforscher Heinrich Schrepfer, welcher 1981 verstarb, immer noch aufrecht erhält. Dies war für den 1943 geborenen Lichtenfelser Grund und Motivation genug, aus Baden-Württemberg nach Schwürbitz zu reisen und noch einmal die alte Heimat zu besuchen. Man traf sich am historischen Dorfbrunnen in Schwürbitz und wenn man die Werke des Heinrich Schrepfer studiert, weiß man, dass nicht nur der Brunnen, sondern auch die Gebäude von der Mainbrücke bis hinauf zum „Staana Haus“ den historischen Ortskern von Schwürbitz bilden.


Ein Rundgang Brunnen, Mainbrücke, Gasthaus Linde, Stern und Höllein sowie „Schuberts-Haus“ und „oberer Fischer“ verbunden mit der alten Fischer-Brauerei weckte im Gast Erinnerungen an seine Kindheit und den letzten Besuch bei seinem Onkel, dessen Haus ebenso auf der Strecke lag und in dem man beim „Schrepfer“ allerhand Farben, Süßigkeiten, Schulbedarf, Handwerksartikel und „Chemie“ kaufen konnte. Vielleicht lag hier die Ursache dafür, dass Dr. Jürgen Schrepfer eine Laufbahn bei BASF einschlug und dort Karriere machte. Er war über 2 Jahrzehnte für diese Firma in Japan tätig und hatte eine hohe Position inne. Nach dem Rundgang traf sich eine Vereinsdelegation mit dem Gast im Schützenhaus zu Kaffee und Kuchen. Vom gemeinsamen Abend verrieten die Organisatoren weder dem Gast etwas, noch wussten die Gäste des Abends vom prominenten Besucher, der in seiner Heimat sogar „Ehrenmitglied der musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim von 1778“ ist. Eine Kirchenbesichtigung unter der Leitung von Horst Habermann überraschte den Gast zusätzlich.
Der Abend begann mit dem „Schwürbitzer Lied“, gesungen vom Männergesangverein. Nach kurzer Begrüßung durch Vorsitzenden Stefan Motschenbacher folgte die Übergabe des Mikrofons an Moderator des Abends Manfred König. Er stellte sowohl Heimatforscher Heinrich als auch Gast Jürgen Schrepfer dem Publikum vor. Der überraschte Gast bekam Gelegenheit, sich selbst vorzustellen. Er freue sich riesig über die Ortsbegehung, die Kirchenführung, über die vielen Leute, denen er begegnete und natürlich über den vollen Saal. „Ich habe den allerbesten Eindruck von Schwürbitz und freue mich, dass hier die Vereinskultur und die Tradition noch so löblich gepflegt wird.“, so Dr. Jürgen Schrepfer. Ein Rückblick mit Ausschnitten aus dem Film „825 Jahre Jahre – ein Dorf feiert“, zeigte auf, wie die Schwürbitzer das Jubiläum im Jahr 2005 begingen. Es waren wunderbare Aufnahmen zu sehen, die vom freitäglichen Stimmungsabend mit „Neumond“, der samstäglichen Kinderolympiade, dem Oldie-Abend am Samstag mit den Original-Melodas, die sonntagmorgendliche Kirchenparade mit anschließendem ökumenischen Gottesdienst auf dem Festplatz, dem Festzug, dem Handwerkermarkt und schließlich dem Abschlussprogrammpunkt „Dorfbrunnenplatz in Flammen“ alle Highlights in Kurzform aufzeigte. Nicht nur der Ehrengast freute sich über die Eindrücke, viele Gäste erkannten sich selbst wieder aber auch viele Mitwirkende, die nicht mehr unter den Schwürbitzern weilen. Hierfür hatte Manfred König sogar eine Kollage angefertigt, die allerdings aufgrund der fortschreitenden Zeit erst bei nächster Gelegenheit gezeigt wird. Manfred König war es auch, der aus dem Gedichtband „A Sträußla Veichela“ ein rührendes Gedicht der Heimatdichterin Gabi Freitag verlass, welche ebenfalls im Saal weilte. Es hieß: „Mei Schwörbetz, mei Döffla“. Der Gesangverein betrat noch einmal die Bühne, bevor das Duo Hannes und Udo zu ihren Alphörnern griffen und zwei wunderbare Stück erklingen ließen. Die Zugabe bestand aus einem „Prosit der Gemütlichkeit“, was natürlich für klingende Gläser im Saal sorgte. Danach kommentierte Horst Habermann einige „bunt gemischte“ historische und moderne Bilder aus seiner umfangreichen Sammlung und da waren einige Schätze dabei, die Licht auf vergangene große und kleine Ereignisse aus dem Vereins- und Kirchenleben warfen. Auch verstorbene Bürgermeister und verdiente Schwürbitzer waren auf den Bildern, die mittels Beamer an die Wand projiziert wurden, zu sehen. Kurze Pausen zwischen den Vor- und Aufführungen ließen immer wieder Gelegenheit, um sich über die gezeigten Bilder, Filmchen und Aufführungen zu unterhalten. So eine kurze Pause nutzte Anton Lutter, der in Kürze 88. Geburtstag feiern kann, um mit einer Gesangsdarbietung die Anwesenden im Saal zum Mitsingen zu animieren. Den Abschluss des Abends bildete der Auftritt der 5 Originale von Schwürbitz. Den Anfang machte der unvergessene Gemeindediener Häifner, in Person von Julius Fischer, der die Gäste schon am Beginn des Abend mit der Original Schwürbitzer Ausschellglocke aus den 50er Jahren willkommen hieß. Im Abschlussstück, stellte er die weiteren Akteure vor, die da waren: Heinrich Schrepfer persönlich, dargestellt von Manfred König, welcher aus Schrepfers Schwürbitzer Werk vorlass. Der „öschde Schwörbetze Bauä“, Rüdiger Pohl, a originol Schwörbetze Korbmachä, der sich trefflich mit dem Bauern kappelte, gespielt von Stefan Motschenbacher und natürlich musste auch „a Flüäßä“ mit von der Partie sein, den hervorragend Jochen Höppel verkörperte. Man hatte am Ende des Abends auch aufgrund technischer Umstände noch so viel Material übrig und Thomas Gruber versprach die historische Sammlung noch mit vielen digitalisierten Dias aus dem Bestand der evangelischen Kirchengemeinde zu ergänzen, so dass man auf jeden Fall wieder einmal einen solchen Heimat- und Kulturabend ausrichten könne. Eine lange Dankesliste für die beteiligten Darsteller und Helfer wurde verlesen und man schwelgte noch eine ganze Weile in historischen Erinnerungen. sam

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