Gemeinde Michelau i. OFr.
Gut besuchte Bürgerversammlung in Schwürbitz



Zahlreiche Bürger meldeten sich zu Wort – Kritik für „Raser“ und „Parker“ in der Michelauer und Marktzeulner Straße
Das Schwürbitzer Hauptthema, wie “Mainbrücke und Schulturnhalle“, liegt den Dorfbewohnern in dieser Zeit zwar sehr am Herzen und wird oftmals diskutiert, doch nachdem diese Angelegenheiten im Gemeinderat Michelau i. OFr. bereits behandelt wurden, gab es weitere interessante Themen in der Bürgerversammlung am Donnerstag im TV Heim.
„Ein Dorn im Auge für zu schnelles Rasen und wildes Parken“ ist einigen Bürgern jeweils in der Michelauer und Marktzeulner Straße.
In der Schwürbitzer Bürgerversammlung fanden sich zahlreiche interessierte Besucher ein, wo Erster Bürgermeister Jochen Weber Bürgerinnen und Bürger aus Schwürbitz im Beisein von Gemeinderatskollegen (u.a. Zweiten Bürgermeister Hans-Georg Borchert) und Gemeindebediensteten willkommen hieß.
Nach seinem sehr ausführlichen Bericht über die Haushaltslage der Gemeinde Michelau stellte der Bürgermeister Angelegenheiten und Maßnahmen der Ortschaft Schwürbitz besonders in den Vordergrund.
Die wichtigsten Schwürbitzer Hauptthemen der vergangenen Monate, wie Mainbrücke und Schulturnhalle, wurden bereits in den vergangenen Gemeinderatssitzungen behandelt und waren somit für die Schwürbitzer Bürger bzw. vom Kulturverein abgeklärt. Natürlich wurde in den Details nochmals nachgehakt und die Meinungsbildung gefestigt.
Bereits im Vorfeld hatte die Vereinsgemeinschaft „Förderung Kulturgut Schwürbitz am Main“, durch ihren Vorsitzenden Stefan Motschenbacher ein 3-seitiges Schreiben an die Gemeinde Michelau i. OFr. versandt.
Demnach sei die Schwürbitzer Mainbrücke ein wichtiges Anliegen der Schwürbitzer Bevölkerung, bzw. vor allen Dingen der Verantwortlichen des FC Schwürbitz sowie der landwirtschaftlichen Anlieger. Natürlich liegt die Turnhalle Schwürbitz den Vereinen sehr am Herzen, so Erster Vorsitzender Stefan Motschenbacher. Denn seit über 40 Jahren des Bestehens der Turnhalle gibt es eigentlich nur das eine Ziel, eine gründliche Sanierung durchzuführen. In diesen Tagen war wohl das Thema in Gemeinderat Michelau „Mainbrücke“ wichtiger, wie vorerst „Turnhalle“, wo man sich im Gemeinderat nach dem finanziellen Rahmen richten müsse. Deshalb haben sich am 2. November 2022 die Schwürbitzer Vereine getroffen, um über die Anforderungen und Möglichkeiten zu sprechen. Vor allem die Sportvereine, Turnverein Schwürbitz mit allen Abteilungen und FC Schwürbitz, werden die Halle auch in Zukunft benötigen und intensiv nutzen, so der Tenor aus der Vereinsgemeinschaft „Förderung Kulturgut Schwürbitz am Main“.
Erster BürgermeisterJochen Weber hob die Projekte 2022 für Schwürbitz wie folgt vor:
Michelauer Straße, Ausbesserungen Fahrbahn (Asphaltierung 2023), Uferpromenade fertiggesellt (Bauhof), Erneuerung Zaunanlage Hartplatz, Sanierung Friedhofsmauer, Sanierung Kriegerdenkmal (abgeschlossen am 3. November 2022). Hinsichtlich Sanierung der Turnhalle Schwürbitz wurde von Ingenieurbüro Fleischmann ein Planentwurf ausgearbeitet und in die Oktobersitzung des Gemeinderats vorgestellt. Nach diesem Planentwurf des Architekten entstehen allein für das Konzept als Schulturnhalle Kosten in Höhe von ca. 3 Millionen Euro, wobei je nach Haushaltslage der Gemeinde ein Anteil von 55 bis 60 Prozent staatliche gefördert werden. Mit einer Sanierung als Schulturnhalle werden auch weiterhin die Schwürbitzer Vereine die Turnhalle nutzen können. Jedoch bedarf es laut Planungsbüro zur Sanierung als Mehrzweckhalle weiterer intensiver Planungen, vor allem in Bezug auf die Beschaffenheit der Wände und Decken sowie des Brandschutzes und würde natürlich dann auch kostenintensivere Positionen herbeiführen. Aufgrund der angespannten finanziellen Haushaltslage und dem gegebenen finanziellen Rahmen ist eine Sanierung allenfalls momentan schwierig umsetzbar. Alles Weitere wird jedoch die Zukunft ergeben.
Beim weiteren wichtigen Thema „Mainbrücke in Schwürbitz“ sind bekanntlich aufgrund der neuesten statischen Berechnungen des beauftragten Ingenieurbüros die Traglasten bei der Mainbrücke nicht mehr gegeben und die Brücke musste für den Fahrzeugverkehr Anfang September 2022 durch den gemeindlichen Bautrupp voll gesperrt werden. Es steht auch mittlerweile fest, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist und ein Ersatzneubau geplant werden muss. In der Oktobersitzung hat der Gemeinderat hierzu auch mittlerweile den Planungsauftrag an ein Ingenieurbüro erteilt. Bis zum Ersatzneubau kann glücklicherweise de r Geh und Radverkehr weiterhin über die Mainbrücke erfolgen.
Was Bauplätze angeht, ist in Schwürbitz keiner mehr vorhanden. Allerdings stehen in Lettenreuth insgesamt 30 Bauplätze zur Verfügung.
Im Ausblick für 2023 stehen für Schwürbitz Projekte wie folgt an:
Ersatzneubau Mainbrücke, Asphaltierung „Michelauer Straße“ und Turnhalle je nach Haushaltslage.
Abschließend dankte Erster Bürgermeister Jochen Weber den Spendern der Weihnachtsbäume für die kostenlose Überlassung. Er machte auf den Hinweis auf den Verkaufsraum im Deutschen Korbmuseum aufmerksam. Ebenso informierte Jochen Weber über eine künftige Playmobilfigur (Korbmacherin) aus Zirndorf als Geburtstagsgeschenk. Beim Thema „Hundekot und Leinenpflicht“ erinnerte das Gemeindeoberhaupt an das Pilotprojekt biologisch abbaubare Hundekotbeutel sowie den Hinweis „Änderung der Satzung – Mitnahmeverpflichtung Hundekotbeutel“.
Jochen Weber gab Hinweise auf den bevorstehenden Winterdienst (Auto parken, Schnee auf Straße schippen, Einläufe freihalten für Schmelzwasser, im Winter muss eine Gehbahn von 1 Meter Breite geräumt werden. Hinsichtlich Energiesparmaßnahmen im Gemeindegebiet nannte Weber die Absenkung der Wassertemperatur im Hallenbad Michelau nur noch ein Dampfbad, Weihnachtsbeleuchtung nur von 17.00 bis 23.00 Uhr, Radwegbeleuchtung nur bis 23.00 Uhr.
Er gab „Stiftung unser Michelau“, Jugendtreffs (evang. Kirche und BRK-MGH) und Faschingsumzug 2023 bekannt.
Das Gemeindeoberhaupt verwies auf die Gemeinde-Homepage (auch Facebook), wo immer neueste aktuelle und Nachrichten eingesehen werden können. Im weiteren Verlauf der Bürgerversammlung wurden mittels Beamer besondere und größere Ereignisse während des abgelaufenen Jahres an der Leinwand gezeigt.
In der anschließenden Diskussionsrunde (Fragerunde) meldeten sich zahlreiche Bürger (fürs Protokoll mit Namen) zu Wort.
Demnach wollte ein Bürger wissen, warum Bodenproben für Wärmevorkommen in der Erde (Strom, Gas usw.) gemacht werden, bzw. wieweit diese Aktion gediehen sei. Diese Situation sei allerdings der Gemeinde nicht bekannt und es wurde auf den Landkreis verwiesen.
Ein weiterer Bürger bemängelte, dass im Friedhof am „anonymen Felsenstein“ die Besucher auf der Fläche der Urnengräber herumtreten, dies sei „Pietätlos“. Hier sollten Steinplatten zur Begehung angebracht werden. Demnach müsste auch die Friedhofssatzung durch Gemeinderatsbeschluss geändert werden.
An die Machbarkeitsstudie der Wasserversorgung „Zentral-Entkalkung“ eines Fachbüros erinnerte ein Bürger. Ebenso wollte dieser wissen, ob bei der Sanierung der Michelauer Straße in Schwürbitz diese wieder aufgerissen wird. Ihm wurde entgegnet, dass die Arbeiten in den Gehsteig hinein verlegt werden.
Ob das Gerücht „Schwürbitzer Grundschule vor dem Aus“ stimmt, wollte ein Bürger wissen. Doch nach den Schülerzahlen sei dies momentan nicht der Fall und von seitens der Gemeinde könne man dies nicht nachvollziehen, so Erster Bürgermeister Jochen Weber. Es sind keine Fakten bekannt.
Ein Bürger wollte wissen, warum neben der Turnhalle ein kleines weißes Backsteinhäuschen stehe. Dieser wurde auf die Arbeiten des Glasfaserbaues verwiesen, wo Leitungen verlegt werden.
Warum denn nicht das gesamte Dorf Wasser von der Ködeltalsperre beziehen könne, nachdem man im „unteren Dorf“ mit „Kalkwasser“ und im „oberen Dorf mit Ködeltalwasser versorgt werde, wollte ein Bürger wissen. Entkalkungsanlagen sollten nicht die Lösung sein meinte ein weiterer Bürger. Man könne sich Entkalkungsanlagen sparen, wenn ganz Schwürbitz Ködeltalwasser hätte. Denn es könne sich nicht jeder eine Entkalkungsanlage leisten und die Gemeinde prüfe dies bereits seit vielen Jahren. Dies ist bereits seit 15 Jahren so, entgegnete der Bürgermeister, der selber privat eine Entkalkungsanlage hat.
Bei den Aufgrabungsarbeiten der Glasfaser fiel einem Bürger auf, dass unterschiedliche Tiefen (von 0,30 bis 1,10 Meter) ausgebaggert werden. Dies liege jedoch nicht im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde, sondern verantwortlich zeichnet „Glasfaser“, so der Bürgermeister. .
Hinsichtlich fehlender „Veranstaltungshallen“ im Gemeindebereich sowie zentrales neues Feuerwehrgebäude für Michelau wurden Details aufgezeigt. Ein Bürger bemängelte, für den gesamten Gemeindebereich eine bessere medizinische Versorgung anzustreben. Es wird zwar immer auf Ärztekammer verwiesen, doch hier sollte sich die Gemeinde Gedanken machen. Ebenso könne man sich in diesem Fall eine Unterschriftenaktion vorstellen.
Das aktuelle Thema „Altenheim Michelau“ wurde ebenso angesprochen, wo man als Gemeinde vorher nicht informiert war.
Nochmals hatte ein Bürger Vorschläge und Fragen zu „Mäharbeiten am Schwürbitzer Mainufer“, Hinweisschilder-Text „Flußparadies Oberfranken“ (hier hätte man den Schwürbitzer Kulturgut-Verein fragen sollen, und nicht Marktzeulner Angelegenheiten bringen sollen) und „mobile Teile Hochwasserschutz“.
Warum sich in letzter Zeit 40 Tonnen große Langholzfahrzeuge verfahren bzw. sich durch nicht dafür geeignete Straßen in Schwürbitz bewegen, wollte ein Einwohner wissen (wurden wohl durch Navi fehlgeleitet). Hier sollten entsprechende Hinweisschilder aufgestellt werden.
Bemängelt wurde auch, dass politische Vereine bei Abhaltung von Festveranstaltungen nicht gleich behandelt werden, wie übrige Ortsvereine (Kosten, Gebühren usw.). Am Weihnachtsmarkt werden auch politische Vereine helfend dabei sein.
Die Bootsanlegestelle am Mainufer sollte wiederum in einem besseren Erscheinungsbild (Mäharbeiten öfters durchführen) erscheinen.
Verschiedene Geschwindigkeitsbeschränkungen sollten überprüft bzw. Überwachungen vorgenommen werden (z.B. in der Michelauer und Marktzeulner Straße Raser und verbotswidriges Parken, Halteverbotsschilder aufstellen usw.).
Erster Bürgermeister Jochen Weber schloss die Schwürbitzer Bürgerversammlung und erinnerte an die Schneeräumpflicht der Anlieger in diesen Wintertagen. Ebenso verwies er darauf, seine private Telefon-Nr. bei unwichtigen und kleinen Problemen nicht unbedingt zu verwenden.
Text Horst Habermann (hh)
Im TV Heim Schwürbitz fand am Donnerstag (10.11.2022) eine weitere Bürgerversammlung mit Ersten Bürgermeister Jochen Weber statt.
Fotos Horst Habermann
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