Zum Inhalt springen Überspringen auf die linke Seitenleiste Zur Fußzeile springen

Die Theatergruppe brachte „Die Wunderspritze“ auf die Bretter!

https://vimeo.com/652202501/154dc68e5d

Im zweiten Anlauf nun, hat der Einakter der Theatergruppe Schwürbitz „Die Wunderspritze“ stattfinden können. Während im vergangenen Jahr die Ausgangssperre verhinderte, dass sich zumindest die Schauspieler treffen konnten, hatte man in diesem Jahr am ersten Advent die Möglichkeit, unter Beachtung aller Vorgaben, das Theaterstück durchzuführen. Leider nicht auf großer Bühne, leider nicht mit 5 ausverkauften Vorstellungen und doch waren alle zufrieden, wenigstens dieses kleine Stück im „Videokasten“ zu haben. Die ursprünglich geplanten Theatergruppenmitglieder als Zuschauer wurden allerdings sicherheitshalber doch nicht eingeladen, so war der Kreis der Teilnehmer auf das absolute Minimum begrenzt. Auch der Bühnenbau stellte die Verantwortlichen der Theatergruppe vor eine große Aufgabe. Für ein Stück von knapp einer Stunde Länge, so viel Arbeit investieren? Da kam der neu gestaltete Saal von Theaterfreund Rainer Wich „Biergarten Zum Stern“ genau zur rechten Zeit. Das rustikale Ambiente, reichlich Platz um die Kameras zu platzieren und einige Monate trockene Probenarbeit waren der Rahmen, in dem es gelang, den Theaterfans einen Lichtblick an Stimmung zu senden. Das war den Akteuren auch deshalb wichtig, damit Jede(r) ein bisschen Hoffnung hat und die Theaterfreunde wissen, dass die Theatergruppe Schwürbitz nicht aufgibt, frei dem Motto auf der Vereinsfahne „Bei uns ist immer Theater!“.

Das Stück spielt in der Stube von Metzgermeister Ringel (Stefan Motschenbacher) und seiner Frau Emilie (Karin Kreusel). Eines Morgens, die Haushälterin Lina (Christine Würstlein) sorgt für Ordnung und Metzgergeselle August (Stefan Fleischmann) besucht seinen Schwarm und flirtet, was das Zeug hält.

Lina und August flirten was das Zeug hält

Doch die Ruhe wärt nur kurz, denn die Zweisamkeit wird durch die Hilferufe vom Hausherrn jäh gestört. Gleich drauf kommt Emilie in die Stube und berichtet vom Zustand ihres Gatten. Das Zünftetreffen „Metzgermeister en gro“ hat Spuren hinterlassen und jeder kennt schon den Zustand, in dem sich der „Mastä“ befindet. Zwischen Sorge und Spot wird da beraten, was man denn tun könne, zumal der „Leibarzt“ von Meister Ringel auf Kur weilt. Unverhofft kommt die Tochter des Hauses Lotti (Annika Engelmann) zu Besuch aus dem Internat und berichtet von ihrer großen Liebe, dem „Dr. Hiller“, welcher sich hier niederlassen will. Währenddessen schleppt sich der Vater schon das zweite Mal, in Unterwäsche und mit Kissen bepackt, über die Bühne.

Ein Löffel ist zu wenig Baldrian

Alle Versuche einen anderen Arzt bei zu bringen scheitern und so wird sich mit Hausmitteln beholfen. „A Tuobf Goomeln mid vill Kümml“ sollte helfen. Nach dem Abgang in Bett platzt Geselle August ins Geschehen und schimpft mit dem „Stift“ Robert (Julian Fleischmann), warum der Schimmel im Stall, denn zwei Mal „aufgelegt“ bekommen habe? „Dä stedd im Stoul wie a aufgebloussenä Ochsnfruosch! Du wassd doch: Wie dä Herr, su sei Gscherr!“

Die Spritze wird aufgezogen!
Oje, das Rezept hat den falschen Abnehmer gefunden!

Einer schiebt´s auf den anderen und letztlich kann nur noch der eilig bestellte Tierarzt Dr. Hiller (Rüdiger Pohl) dem Schimmel helfen. Das der Herr Doktor eine „Rosskur“ verschreibt, ist klar. Das Rezept, welches mindestens in Eimergröße verabreicht werden soll: 2 Hände voll Kümmel, das gleiche Quantum Kalmus, eine ordentliche Prise Pfeffer und ein halbes Pfund Seife. Alles schön verrührt und hinein.

, der Dr. Hiller erklärt das Rezept. Skeptisch aufgenommen von Lotti, der Tochter

Das der „Einlauf“ allerdings durch eine Verwechslung zur Behandlung vom Meister verwendet, war nicht vorhersehbar. Ehefrau, Tochter und Haushälterin ziehen die überdimensionierte Spritze auf offener Bühne auf, während „die Behandlung“ deutlich hörbar hinter der Kulisse statt findet. Es stellt sich heraus, dass Dr. Hiller ausgerechnet auch noch die große Liebe der Tochter von Ringel ist. Dies erleichtert die Angelegenheit nicht sofort, doch dann kommt die Wende. Der Meister erscheint nach der „Behandlung“ und ist vergnügt, wie selten. „Kinner is mir leicht!“ und er tänzelt entspannt und froh gelaunt herum.

Kinner, is mir leicht!

Nicht nur der Meister, alle sind erleichtert und als es zum Bezahlen geht, nimmt Dr. Hiller natürlich kein Geld, es geht ihm ja um die Tochter Lotti. Das nun fällige Festessen findet aber auf Wunsch des Meisters erst mal nicht statt. Stattdessen kommt die Haushälterin mit „dä zweidn Loodung“ in Szene.

Der Stift soll die zweite Spritze bekommen!

Die soll nun der Stift Robert erhalten, für seine Vorwitzigkeit, allerdings beschließt man, das „gude Zeuch“ erstmal aufzuheben für die nächste „Wunderspritze“. Ein glückliches Ende und doch: Die fehlenden Lacher, der schmerzlich vermisste Applaus, die vielen lächelnden Zuschauer fehlen nicht nur den Schauspielern. Allerdings war der Ansturm am vierten Advent auf die neue Homepage der Schwürbitzer „schwuerbitz.de“ so groß, dass dies wiederum etwas entschädigte. Mittlerweile sind die Nachfragespitzen online abgeebbt und man kann sich auf der Seite das Theaterstückchen noch einige Zeit lang ansehen. Die Aufführung gibt es auch auf DVD und kann bei der Theatergruppe bestellt werden. Vorsitzende Ulla Engelmann und Regie Sabine Wich bedankten sich bei allen Beteiligten ganz herzlich. Für die Aufzeichnung des Stückes war Elmar Geus vom Filmteam Realschule Medien AG Hirschaid zuständig. Regie führte Sabine Wich, Souffleuse war Andrea Fleischmann. Die Theatergruppe verspricht, nicht nachzulassen und plant für das kommende Jahr zum Fasching ein Kinderstück und, in weißer Voraussicht, ein Open-Air-Theater. Mehr wird aber noch nicht verraten. Frohe Weihnacht und viel Spaß mit der Theatergruppe Schwürbitz. sam

Das Gruppenbild in der Kulisse: Rüdiger Pohl (Dr. Hiller), Annika Engelmann (Lotti, die Tochter), Julian Fleischmann (Der Stift), Stefan Motschenbacher (Master Ringel), Karin Kreusell (Emilie Ringel), Sabine Wich (Regie), Andrea Fleischmann (Souffleuse), Ulla Engelmann (Vorsitzende), Stefan Fleischmann (Geselle August) und Christine Würstlein (Magd)
Theatergruppe mit Filmchef Elmar Geus

0 Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar